Wut-weg Spiele

Wut-weg Spiele © Lapina Alisa / AdobeStock.com

Negative Emotionen erleben, erkennen und zulassen zu können, gehören zur gesunden Persönlichkeitsentwicklung jedes Kindes. Um sich einem sozialen Umfeld einfügen zu können, ist es jedoch ebenso wichtig, Emotionen kontrollieren und notfalls beherrschen zu können. Bei diesem wichtigen Lernprozess kannst du dein Kind liebevoll und spielerisch begleiten.

Anzeige

Mit Ritualen geht es leichter

So manchem Erwachsenen fällt es schwer, Wut immer in den Griff zu bekommen. Wie viel schwerer muss das dem Kleinkind fallen, das noch keine weitreichenden Erfahrungen im Umgang mit anderen hat und dem einfach das "Handwerkszeug" fehlt um mit den eigenen Gefühlen umzugehen.

Besonders in der Trotzphase haben es Kleinkinder und Eltern nicht ganz einfach miteinander. Lebe wenn möglich vor, wie man seine Gefühle abreagieren kann. Erlebt das Kind dank deiner Erziehung im Alltag, wie du auf bestimmte Situationen reagierst, wird es dir nacheifern.

Tränen bei Kummer wirken befreiend. Lachen, Singen, Umarmungen aus lauter Glück sollte dein Kind auch kennen. Ebenso gibt es sicher Rituale, die dir bei der Bewältigung von Ärger helfen. Falls nicht, könnt ihr in der Familie neue Rituale entwickeln, die im Falle von Ärger angewandt werden und beim Abreagieren helfen können. Vielleicht nimmst du dir ja auch kurze Auszeiten (bis auf 20 zählen - tief Durchatmen), wenn du dich über die Schwiegermutter, die Nachbarin oder den Chef geärgert hast. Auch ein Kleinkind kann das schon eintrainieren.

Manche Eltern lassen ihr Kleinkind die Gefühle malen, die es empfindet, wenn es wütend ist.

Der Wut-Koffer oder Wut-Kiste

Für welche Familienbräuche und geeignete Spiele für Kleinkinder ihr euch auch entscheidet, versucht alle dafür benötigten Utensilien in eine Kiste zu packen, die nur hervorgeholt wird, wenn der Ärger bekämpft werden soll. Das Kind lernt hier nebenbei auch Impulskontrolle, denn die Kiste zu holen, zu öffnen, sich für etwas zu entscheiden, geht nur mit kühlem Kopf.

Was kann alles in die Kiste hinein?

  • Malutensilien, mit denen auch kräftig herumgepatscht werden darf.
  • Luftballons: Aufpusten, auf dem Boden verteilen und versuchen sie zu zertreten. Hilft beim Abreagieren und macht Spass, so dass der Zorn verfliegen kann.
  • Ein Plastikeimer: Entweder darf das Kind ihn mit einem hölzernen Kochlöffel hauen oder es hält ihn vors Gesicht und schreit so laut hinein, wie es kann.
  • Kissen, weiche zusammengerollte Socken oder ähnliches Material. Zeit für die Kissenschlacht mit Mutter/Vater oder Geschwistern.
  • Luftpolsterfolie zum Draufrumtrampeln
  • Ein Spiegel: Das Kind darf vor diesem Spiegel alle Grimassen ziehen, die ihm nur einfallen und die es sonst nicht machen darf.
  • Phantasie: Denn auch ohne Material kannst du mit deinem Kind sogar in der Trotzphase Spiele erfinden, die Wut verschwinden lassen. Denkt euch lustige Schimpfwörter aus, die niemanden verletzen könnten, in die das Kind aber seinen ganzen Ärger, auch den auf dich als Mutter/Vater, hineinlegen kann. Matschige Erdbeere! Schrumplige Rosine! Federloser Grünspecht!
  • Frische Luft: Ihr könnt auch einfach einen Spaziergang machen, bei dem ihr hüpft, springt, rennt, trampelt und nebenbei die Wut vergesst.

Und auf jeden Fall nimm dein Kind ganz fest in den Arm, damit es spürt: Mami/Papi hat mich lieb, auch wenn ich gerade ein kleiner Wüterich bin!

Tags:

Deine Bewertung:

4,2/5 (16 Stimmen)

KOMMENTARE (3)



Da sind zwei, drei Ideen dabei, die ich gerne mal ausprobiere.

Mara |

Ich kann nivht mehr als immer wieder sagen, wie toll, hilfreich, interessant ich Eure Artikel finde, wirklich. Ich in begeistert und empfehle den Newsletter im Freundes- und Bekanntenkreis sowie an Kursen weiter, denn so manches Mami fühlt sich verstanden wenn sie die Artikel liest und setzt den einen oder anderen Tipp um. Vielen Dank dafür.
Liebs Griessli Nadine

Nadine Pardey Thum |

Ich bin ein junger Vater und hatte vorher absolut keine Ahnung von Kindern, da meine Frau aus einer anderen Kultur stammt verstehe ich ihren Umgang mit dem Kind nicht immer. Ich verbringe viel Zeit mit der Kleinen und bin oft auf mich allein gestellt. Deshalb sind für mich eure Artikel auch sehr hilfreich und wertvoll, lese immer gerne hinein.

Thiri |