Was ist der Lehrplan 21?
Der Lehrplan 21 ist der erste gemeinsame Lehrplan für die Volksschule in der Deutschschweiz. Er wurde zwischen 2010 und 2014 von der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) erarbeitet. Er bildet heute die verbindliche Bildungsgrundlage für alle 21 deutschsprachigen sowie einige mehrsprachige Kantone der Schweiz.
Vor dem Lehrplan 21 verfügten viele Kantone über eigene Lehrpläne mit unterschiedlichen Lehrinhalten und Standards. Ziel des Lehrplans 21 ist es daher, die Lernziele zu harmonisieren: Schülerinnen und Schüler sollen in der gesamten Deutschschweiz – unabhängig vom Wohnkanton – vergleichbare Kompetenzen erwerben.
So ist der Lehrplan aufgebaut
Im Unterschied zu früheren Lehrplänen orientiert sich der Lehrplan 21 nicht primär an klassischen Fächern, sondern an Kompetenzen. Er beschreibt klar und verbindlich, was Kinder wissen und können sollen. Diese Kompetenzorientierung macht die Lernziele transparent, nachvollziehbar und praxisnah. Es geht nicht nur darum, Inhalte zu behandeln, sondern sie auch sicher anwenden zu können.
Der Lehrplan 21 umfasst die gesamte obligatorische Schulzeit und ist in drei Entwicklungszyklen gegliedert:
- 1. Zyklus: Kindergarten + 1.–2. Klasse
- 2. Zyklus: 3.–6. Klasse
- 3. Zyklus: 7.–9. Klasse

Die Inhalte sind innerhalb dieser Zyklen systematisch aufgebaut und bauen aufeinander auf, vom grundlegenden Lernen bis hin zu komplexeren Kompetenzen in der Sekundarstufe..
Was bedeutet Kompetenzorientierung?
Die Kompetenzorientierung ist das zentrale Prinzip des Lehrplans 21. Lernziele werden nicht als reine Stofflisten formuliert, sondern als konkrete Handlungsziele:
„Die Schülerinnen und Schüler können …“
Das bedeutet:
- Wissen ist wichtig – entscheidend ist jedoch, wie Kinder es anwenden.
- Lehrpersonen erhalten klare Zielvorgaben, behalten aber pädagogische Flexibilität.
- Eltern bekommen transparente Einblicke in die Lernziele ihrer Kinder.
Der Fokus liegt also auf nachhaltigem Lernen und praktischer Anwendung im Alltag.
Was bedeutet das für den Alltag?
Für Eltern bedeutet der Lehrplan 21 konkret:
- Sie erhalten eine klare Orientierung darüber, welche Fähigkeiten ihr Kind in welchem Alter entwickeln soll.
- Lernfortschritte werden nachvollziehbarer und transparenter.
Für Lehrpersonen bedeutet er:
- Unterrichtsplanung anhand klar definierter Kompetenzen.
- Weg von reiner Stoffvermittlung und hin zu nachhaltigem Kompetenzerwerb.
Dadurch wird besser verständlich, warum bestimmte Inhalte unterrichtet werden und wie Eltern ihre Kinder gezielt unterstützen können.