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Was erhöhte Eiweisswerte für Schwangere bedeuten

Erhöhte Eiweisswerte Schwangerschaft © New Africa_AdobeStock_199368049

Bei den vorsorgenden Schwangerschaftsuntersuchungen wird dein Urin auf den Eiweissgehalt und auf Zucker getestet. Generell gilt, dass Schwangere mehr Eiweiss im Urin haben, wenn die Nieren überlastet sind, weil zu viele Proteine im Blut sind oder die Nieren ihre Filterfunktion aufgrund einer Erkrankung nicht richtig erfüllen können. Um den Verdacht auf eine Präeklampsie auszuschliessen, sind die regelmässigen Untersuchen sehr wichtig.

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Erhöhte Eiweisswerte im Urin - die möglichen Ursachen

Grundsätzlich liegt der Normalwert bei bis zu 150 mg Eiweiss pro Tag. Sind die Werte erhöht, wird dein Arzt / deine Ärztin die Menge und die Beschaffenheit der Eiweisse genauer untersuchen, um mögliche Infektionen und andere Krankheiten ausschliessen zu können. Von einer Schwangerschafts-Proteinurie spricht man, wenn die Werte bis 5g/l betragen. Sie weisen auf kleinere Unstimmigkeiten wie Kreislaufprobleme oder Fieber hin. Ab einem Wert von über 5g/l gilt dies als bedenklich und es weist auf eine ernsthafte Erkrankung hin.

Da dein Körper sich zu Beginn der Schwangerschaft hormonell umstellt, ist eine geringe Menge Eiweiss im Urin oft normal. Im letzten Drittel der Schwangerschaft können ebenfalls erhöhte Werte auftreten, da sich die Durchlässigkeit der Gefässbündel innerhalb deiner Niere erhöht. Ausserdem können erhöhte Werte auch ein Hinweis auf eine Nieren- oder Harnwegsinfektion sein. Schwangere sind dafür sehr anfällig. Wenn du am Tag vorher zu wenig getrunken hast, kann der Harn ebenfalls konzentrierter sein. Weitere Gründe für erhöhte Eiweisswerte können ein langer Aufenthalt in der Kälte, Stress oder Anstrengung sein. Wenn die Werte 300 mg pro Tag überschreiten, kann dies auf eine Schwangerschaftsvergiftung, eine sogenannte Präeklampsie, sein.

Was eine Präeklampsie ist

Eine Schwangerschaftsvergiftung tritt meistens ab der 20. Schwangerschaftswoche auf. Sie kann für die Schwangere und für das Kind sehr gefährlich sein. Sie tritt allerdings nicht sehr häufig auf, sondern nur bei etwa 3-7% aller Schwangeren. Präeklampsie geht ab der abgeschlossenen 20. Schwangerschaftswoche mit Wassereinlagerungen und Bluthochdruck einher. Weitere Symptome einer Schwangerschaftsvergiftung sind folgende: Schwellungen von Händen, Füssen und Gesicht, Schwindel und Unwohlsein, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch. Liegt eine Präeklampsie vor, werden Schwangere für gewöhnlich stationär aufgenommen und streng überwacht. Tritt eine leichte Präeklampsie vor der 36. Schwangerschaftswoche auf, sind zusätzlich zur Überwachung Ruhe und körperliche Schonung angesagt. Die Schwangere bekommt ausreichend Flüssigkeit und eine Wunschkost, die reich an Eiweiss ist.

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Ein erhöhter Eiweisswert und der Zusammenhang mit der Schilddrüse

Die von der Schilddrüse produzierten Hormone können Einfluss auf den Eiweissstoffwechsel nehmen. Wenn du eine Schilddrüsenunter- oder überfunktion hast, oder auch bei einer chronisch entzündeten Schilddrüse, solltest du regelmässige Blutuntersuchungen machen lassen, um sicher zu gehen, dass deine Medikamente nach wie vor richtig eingestellt sind.

Urin selbst auf Eiweiss testen

Der Urintest gehört zu den regelmässigen Untersuchungen. Deswegen solltest du deinen Urin nicht selbst testen, sondern deinem Gynäkologen überlassen. Bei einem Selbsttest könnten dich falsche Ergebnisse oder ungenaue Angaben nur weiter verunsichern.

Weitere Tipps und Informationen rund um erhöhte Eiweisswerte in der Schwangerschaft

Wenn deine Eiweisswerte erhöht sind, solltest du dir am besten ärztlichen Rat einholen. Besprich alles mit deinem Arzt und ändere auf keinen Fall deine Ernährung oder greife zu irgendwelchen Hausmitteln, ohne dem Arzt Bescheid zu geben. Er kann dir am besten raten, was zu tun ist. Der Arzt testet dein Eiweiss im Urin mit einem Teststreifen. Wenn Hinweise auf eine vermehrte Eiweissausscheidung vorliegen, wird er deinen Urin nochmals über 24 h sammeln und die Eiweisswerte messen. Sind deine Eiweisswerte erhöht, kann dies auch ein Hinweis auf Nierenschäden oder andere Organschäden sein. Anhand eines Blutbildes mit Leber- und Nierenwerten kann der Arzt so eine Komplikation gut erkennen.

Fazit: Erhöhte Werte von Eiweiss in der Schwangerschaft sind meistens kein Grund zur Beunruhigung. Dennoch solltest du auf jeden Fall die Ursachen ärztlich abklären lassen, um eine ernsthafte Erkrankung, wie beispielsweise eine Schwangerschaftsvergiftung ausschliessen zu können. Die Präeklampsie tritt ab der 20. Schwangerschaftswoche auf und kann noch bis zu 6 Wochen nach der Geburt vorkommen.

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