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Kindslage: So liegt dein Baby im Bauch

Lage Baby im Bauch © mmphoto - AdobeStock.com

"Ich sehe schon das Köpfchen!", rufen Hebamme oder Arzt, wenn das Baby wie in 96% der Fälle mit dem Kopf voran das Licht der Welt erblickt. Diese Kindslage heisst im Fachjargon Schädellage oder noch genauer: vordere Hinterhauptslage. Das Baby liegt mit dem Kopf im Becken, das Gesicht ist nach unten gewandt und der Kopf auf die Brust gebeugt.

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Noch bis zur 36. Woche der Schwangerschaft dürfen werdende Mütter darauf hoffen, dass ihr Baby sich in diese für die natürliche Geburt günstigste Lage dreht. Danach wird es schon schwieriger, ist aber immer noch nicht ausgeschlossen. Hat dein Baby sich noch nicht gedreht, ist das vorerst noch kein Grund zur Sorge. Es gibt einige Tricks, dem Kleinen die Kopflage schmackhaft zu machen.

Vorderhauptslage, Querlage und Beckenendlage

Hebamme oder Arzt dokumentieren die Kindslage bei jeder Untersuchung im Mutterpass. Knapp 15% der Föten liegen bis zur 30. Schwangerschaftswoche noch in Beckenend- oder Steisslage (BL), einige machen es sich auch in der selteneren Querlage (QL) gemütlich. Babys, die zwar in Kopflage aber mit dem Gesicht nach oben zur Welt kommen (Vorderhauptslage), nennt man im Volksmund auch Sternengucker. Die Querlage (das Baby liegt tatsächlich quer in der Gebärmutter) und die Beckenendlage (das Baby sitzt mit dem Po voran, die Beine sind nach oben gestreckt) gelten in der Medizin als Lageanomalien, eine spontane Geburt scheint unmöglich oder erschwert und ein Kaiserschnitt wird vorbereitet. Einige Babys vollziehen das Wendemanöver jedoch erst zur Mitte des 3. Trimesters. Erst ab der 32. Woche wird die Hebamme zusammen mit der Mutter versuchen, ihm beim Drehen zu Hilfe zu kommen bzw. es zur Drehung zu motivieren. Einige Übungen kannst du auch allein zu Haus oder mit deinem Partner vollziehen, und auch wenn du wissen möchtest, wie dein Baby gerade liegt, gibt es spezielle Griffe, das herauszufinden.

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Die Kindslage selbst ertasten

Hebammen nutzen die sogenannten Leopold-Handgriffe, benannt nach dem Gynäkologen Christian Leopold, um die Lage des Babys zu bestimmen. Diese Griffe kannst du dir von deiner Hebamme zeigen lassen. Knete und wackle aber nie ohne das nötige Fachwissen an deinem Schwangerschaftsbauch herum! Du könntest eine Ablösung der Plazenta provozieren!

Lege eine Hand an den oberen Rand deines Bauches und versuche, die Beule von Kopf oder Po zu erspüren. Das Pendant dazu müsste sich über deinem Schambein befinden.

Bei der Querlage dagegen liessen sich Kopf und Po etwa in Taillenhöhe ertasten.

Um herauszufinden, welche der Beulen nun Kopf oder Po sind, bedient sich die Hebamme eines einfachen Tricks. Sie wackelt leicht am vermuteten Po des Babys. Schwingt dabei der Körper mit, lag sie mit ihrer Vermutung richtig. Bei einer Bewegung am Kopf hingegen würde das Baby nicht mitschwingen, weil sein beweglicher Hals die Erschütterung ausgleichen würde.

Das Baby zum Drehen bewegen

Es gibt einige Tricks, das Baby zum Wendemanöver zu animieren. Als letzte Methode bleibt die Möglichkeit der äusseren Wendung, die stationär und von einem erfahrenen Arzt durchgeführt wird. Das geschieht ohne Narkose mittels bestimmter Handgriffe und während Herzton und Lage über Ultraschall und CTG ständig kontrolliert werden. Bleibt auch das ohne Erfolg, kann aber auch eine Beckenendlage unter Umständen vaginal entbunden werden. Die Entscheidung dazu liegt nun beim Arzt und dem Fachpersonal. Möchtest du selbst dein Baby zum Drehen ermuntern, helfen vielleicht folgende Tricks, deren Wirkung aber mitunter nicht wissenschaftlich bestätigt ist:

  • Taschenlampe oder Glöckchen - neugierige Babys ändern durch Lichteinfluss oder andere Reize von aussen wie Töne oder die Stimme und das Streicheln der Mutter vielleicht ihre Lage. Der Reiz sollte sich vom Kopf des Babys aus Richtung Schambein bewegen und es dazu verleiten, sich in eben diese Richtung zu drehen.

  • Massage und Akkupunktur - Hebammen wissen um die Punkte, die sich mittels verschiedener Methoden stimulieren lassen und etwaige Blockaden lösen können.

  • Indische Brücke und Tönnchen Stellung - diese Stellungen werden im Geburtsvorbereitungskurs oder mit der Hebamme zusammen eingeübt. Sie zählen zu den sanften Wendemanövern.

Im Allgemeinen solltest du die ganze Schwangerschaft über auf eine richtige Haltung achten! Ständiges und gebeugtes Sitzen begünstigt eine ungünstige Lageposition ebenso wie das unnötige Verdrehen des Beckens oder des Oberkörpers.

Wenn dein Baby sich partout nicht drehen will, könnte es ebenso sein, dass es einen triftigen Grund dafür hat, der sich erst nach der Geburt per Kaiserschnitt zeigen will. Mach dir also nicht zu viele Sorgen und höre auf dein Bauchgefühl! Egal, wie dein Baby das Licht der Welt erblickt, nichts kann dir den Moment nehmen, indem du es das erste Mal im Arm halten darfst. Wir wünschen dir alles Gute!

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