Kinderwunsch: Achtung Schadstoffe

Kinderwunsch: Achtung Schadstoffe

Hormonaktive Substanzen in der Umwelt sind Gift für den Kinderwunsch. Unsere Umwelt ist voller Schadstoffe, darunter befinden sich auch hormonaktive Substanzen.

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Hormonaktive Substanzen sind bereits in geringen Konzentrationen wirksam, wie Medikamente wie die Mikropille mit geringen Hormonkonzentrationen zeigen. So beeinflussen auch manche Umweltgifte den Hormonhaushalt von Mann und Frau sowie die Schilddrüse. Eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit von Mann und Frau ist möglich. Zudem kann das Risiko für Brust- und Prostatakrebs erhöht werden. Auch bei Schweizer Männern wurden in den letzten Jahren eine gesunkene Spermienzahl und eine verminderte Spermienqualität beobachtet!

Schadstoffe - wer ist gefährdet?

Die Reaktion auf Schadstoffe ist individuell mitunter sehr verschieden. Einem höheren Risiko sind Kinder, gebärfähige Frauen, Schwangere und deren ungeborene Kinder ausgesetzt. Zudem kann sich das Schädigungspotenzial unterschiedlicher Schadstoffe addieren oder sogar noch darüber hinaus steigern!

Weichmacher

Weichmacher (Phthalate) wie DEHP (Di-2-Ethylhexylphthalat), DBP (Dibutylphthalat) und BBP (Benzylbutyratphthalat) sind in Plastik und Schraubdeckeln von Konservengläsern enthalten. Die Gesetzgebung in der Schweiz verbietet die Verwendung von Phthalaten in PVC-Folien, gestattet sie aber bei Konserven, wenn normalerweise kein Kontakt des Nahrungsmittels zum Schraubdeckel besteht. Je höher der Fettgehalt des Nahrungsmittels, je länger die Verweildauer und je höher die Temperatur ist, desto leichter können Phthalate bei Kontakt in das Lebensmittel übertreten. Das betrifft zum Beispiel fettige Saucen, Oliven und Säuglingsnahrung. Im Tierversuch ist nachgewiesen, dass Weichmacher Testosteron hemmen, einen negativen Einfluss auf das männliche Reproduktionssystem besitzen und Entwicklungsstörungen bei den Nachkommen verursachen können.

Bisphenol A

Bisphenol A wirkt ähnlich wie Östrogen und beeinträchtigt den weiblichen Hormonhaushalt. Auch auf das männliche Hormonsystem und die Schilddrüse sind negative Effekte möglich. Enthalten ist Bisphenol A sowohl in Innenlackierungen von Dosen und aufgrund seiner Verwendung als Monomer zur Herstellung von Polycarbonat in Getränkeflaschen. Aus Polycarbonat werden unter anderem auch Babyfläschchen und Schnuller hergestellt. Werden Produkte mit Kontakt zu Bisphenol A sterilisiert, pasteurisiert oder zum Beispiel bei Babynahrung im Fläschchen erwärmt, kann der Stoff in das Lebensmittel übergehen. Die EU hat die Verwendung von Bisphenol A in Babyflaschen bereits verboten, in der Schweiz wird derzeit über eine Anpassung an die EU-Richtlinien diskutiert.

Auch in der Schweiz: Verweiblichung von Fischen

Hormonaktive Substanzen beeinflussen nachweisbar bereits Gewässer, die Anschluss an Kläranlagen haben. Durch erhöhte Konzentrationen hormonaktiver Substanzen steigt beispielsweise bei Rotaugen die Vitellogenin-Konzentration, die eine wichtige Rolle für die Entwicklung weiblicher Fische spielt. Dadurch verweiblichen männliche Fische, in ihren Hoden lassen sich einzelne oder mehrere, teilweise zusammen vorliegende Eizellen finden. Diese Intersex-Hoden mit vereinzelt reifen Spermien bezeichnet man als Ovotestes (Einzahl: Ovotestis). Betroffen waren in einer Studie 22 % der Rotaugen-Männchen im Rhein bei Basel, 16 % im Genfersee bei Versoix und vier Prozent bei Ouchy sowie neun Prozent im Bielersee.

Selber kochen!

Um die Aufnahme hormonaktiver Substanzen zu vermeiden, sollte darauf verzichtet werden, Konserven und fetthaltige Produkte aus Glasbehältern mit Schraubdeckeln zu kaufen. Babynahrung sollte vor dem Umfüllen in das Fläschchen trinkwarm erwärmt werden. In einer Studie liess sich der Spiegel hormonaktiver Substanzen im Urin auf unter die Hälfte absenken, indem eine strikte Ernährung mit unverpackten Frischprodukten eingehalten wurde.

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