Kind mit Lernschwäche bestmöglich unterstützen

Kind mit Lernschwäche bestmöglich unterstützen © fizkes / AdobeStock.com

Eine Lernschwäche bei Kindern ist keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, dass eine Lernschwäche frühzeitig erkannt wird, um das Kind bestmöglich in der Schule fördern zu können.
Kein Mensch kann alles - und das ist auch überhaupt nicht schlimm! Treten bei deinem Kind jedoch Lernschwächen hinsichtlich bestimmten Fächern in der Schule auf, so ist es wichtig, diese Lernschwächen möglichst auszugleichen, um dem Kind einen guten Schulabschluss zu ermöglichen. 

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Was ist eine Lernschwäche und welche Gründe stecken dahinter?

Von einer Lernschwäche wird gesprochen, wenn ein Kind trotz grosser Bemühungen und auch nach zahlreichen Wiederholungen Schwierigkeiten in bestimmten Bereichen aufweist. Die bekanntesten und häufigsten Lernschwächen sind die Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche) und die Dyskalkulie (Rechenschwäche). Wichtig ist hier zu erwähnen, dass der IQ dieser Kinder meist auf dem gleichen Niveau ihrer Mitschüler liegt. Kinder mit Lernschwäche sind daher nicht dumm!

Neben den genannten, sehr bekannten, Lernschwächen, kann eine Lernschwäche jedoch auch als Symptom einer anderen Ursache auftreten. Meist äussert sich diese Lernschwäche dann jedoch nicht in spezifischen Bereichen, sondern tritt allgemein im Kontext des Lernens auf. So kann bspw. ADHS oder sogar eine (unerkannte) Hochbegabung dafür sorgen, dass Kinder Probleme mit dem Lernen haben. In diesem Fall empfiehlt sich eine Therapie, um diese "Begleiterscheinungen" aufzulösen.

Wie erkenne ich als Elternteil eine Lernschwäche bei meinem Kind?

Die Legasthenie und die Dyskalkulie machen sich in aller Regel bereits in der Grundschule bemerkbar. Dein Kind hat trotz ausreichend Übungsmöglichkeiten auffallend grosse Probleme in den betreffenden Bereichen und erbringt nicht die Leistung, wie es die Mitschüler unter gleichen Voraussetzungen schaffen. Hängt der Verdacht auf eine Lernschwäche im Raum, so solltest du zuerst das Gespräch mit der für das Unterrichtsfach zuständigen Lehrperson suchen. Bestätigt die Lehrperson deine Beobachtungen, so bietet sich der Besuch beim Schulpsychologen an, der durch gezielte Tests herausfinden kann, ob bei deinem Kind eine Lernschwäche vorliegt. Auch ist er in der optimalen Lage, dein Kind gezielt zu fördern oder es an einen passenden Therapeuten zu verweisen.

Was können wir als Eltern tun, um unser Kind zu unterstützen?

Besonders wichtig ist es, dass du deinem Kind vermittelst, dass die Lernschwäche nur ein Teil von ihm ist und es nicht auf diese reduziert wird. Vermittle deinem Kind stets das Gefühl, dass es trotz der Schwäche gut ist, wie es ist und du zu 100% hinter ihm stehst. Regelmässiges, tägliches Üben wird dabei helfen, die Schwäche Stück für Stück auszugleichen. Allerdings nur dann, wenn das Kind auch wirklich motiviert ist. Übertreibe es daher nicht mit den Übungen und freue dich ehrlich über jeden noch so kleinen Fortschritt! Baue während der Übungsphase auch immer wieder leichte Aufgaben ein, die das Selbstwertgefühl des Kindes steigern, weil es diese Aufgaben sehr gut lösen kann. Die Kunst liegt hierbei darin, eine Übungseinheit zu schaffen, die dein Kind zwar fordert, aber nicht überfordert! Achte auch auf ausreichend Pausen zwischen den Lerneinheiten, die notwendig sind, um das Gelernte auch richtig verarbeiten zu können.

Lernschwächen sind zwar nicht schön, aber auch kein Weltuntergang. Wichtig ist es, die Ursachen schnellstmöglich ausfindig zu machen und dein Kind bestmöglich zu fördern - sowohl in der Schule als auch daheim. Natürlich bedeutet solch eine Schwäche einen Mehraufwand, jedoch stehen die Prognosen gut, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Lernschwächen können durch gezielte Nachhilfe, Lerneinheiten Zuhause und unterstützende Therapiesitzungen oftmals fast vollständig ausgeglichen werden. Ist die Ursache für die Lernschwäche in einer Hochbegabung begründet, so können anspruchsvollere Aufgaben einen Lösungsansatz darstellen. Bei ADHS empfehlen sich gezielte Übungen zur Steigerung der Konzentration und die Möglichkeit, sich körperlich auszupowern - besonders vor Übungen, die ein hohes Mass an Konzentration erfordern.

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