Warum Verwöhnung beim Kind schadet

Warum verwöhnen schadet © Stanislaw Mikulski - stocks.adobe.com

Es ist die Frage aller Fragen: Was macht eine gute Erziehung aus? Wie lässt sich eine Erziehung bewerkstelligen, ohne die Kinder zu sehr zu verwöhnen? Gewiss eine Herausforderung für die ganze Familie. Kinder und Jugendliche, welche überbehütet aufwachsen, zeigen wenig Frusttoleranz, Ausdauer und Sozialkompetenz. Sie sind abhängig von anderen und kommen schlecht mit Herausforderungen klar.

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Doch was heisst verwöhnen?

Jemanden mit einer Freude zu machen und zu „verwöhnen“, ist natürlich schön! Es bleibt aber nur dann etwas Spezielles, wenn es nicht zur Gewohnheit wird. Alles Andere wird zur Normalität und zuviel, weil eine Erwartungshaltung entsteht.

Potenziell mögliche Gefahren einer Verwöhnung

In Zeiten des Internets und der digitalen Revolution kommt es vermehrt zur Entziehung wichtiger Erfahrungswerte. Oftmals fühlen sich Eltern sicherer, wenn die Kinder zu Hause vor dem Tablet sitzen, als wenn sie sich draussen austoben...

Auch in Schulen macht sich die Digitalisierung bemerkbar, sodass seltener Erkundungstouren in den Wald unternommen werden. Häufig begrüssen dies die Eltern, weil die Kinder anderenfalls mit dreckigen Schuhen zurückkommen oder sich verletzen. An sich ist die Digitalisierung nicht schlecht, doch sollte diese nicht fundamentale Erfahrungen ersetzen, die beim klassischen Spielen gemacht werden können.

Langzeitfolgen der Verwöhnung

Was sind schliesslich die Langzeitfolgen? Kinder entwickeln eine unzureichende Resilienz, bzw. eine mangelnde psychische Widerstandsfähigkeit zur Bewältigung von Alltagsproblemen. Wenn du somit deinem Kind etwaige Widrigkeiten enthältst, indem du sie zu sehr behütest, bekommen diese später in Schule und Beruf immense Probleme. Gewiss ist es von prägsamer Bedeutung, der Aufsichtspflicht hinterherzukommen, doch es sollte in einem gesunden Masse geschehen.
Resilienz, innere Widerstandskraft des Kindes stärken

Liebe statt Verwöhnung

Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung viel bedingungslose Liebe und Nähe. Liebe heisst auch, dem Kind etwas zuzutrauen, ihm sein eigenes Tempo zu gewähren und liebevoll Grenzen zu setzen, wo es nötig ist.

Verwöhnung wird oft mit Liebe verwechselt. Kindern alles abzunehmen, alles sofort zu kaufen oder zu ermöglichen ist keine Liebe. Es fördert nicht nur Konsum- und Suchtverhalten, sondern hemmt die Entwicklung der Frusttoleranz und die Impulskontrolle). Diese Selbstregulierungsfunktionen müssen von Kindern erst im Alltag erlernt werden.  

Traue deinem Kind etwas zu und räume ihm nicht alle Steine aus dem Weg. Gehe behutsam mit deinen Kindern um, aber entziehe diesen nicht wichtige Erfahrungswerte beim Spielen.

Dazu gehört auch Geduld und Ermutigung, wenn das Kind etwas Neues erlernt! Kinder lernen durch solche Erfahrungen in herausfordernden Lebenssituationen nicht gleich aufzugeben, sondern an sich zu glauben und zu selbständig zu handeln.

Schwächung des Sozialverhaltens

Vor allem das Sozialleben wird Schaden nehmen, wenn das Kind überhütet ist. Verwöhnte Heranwachsende sind oftmals um ein Vielfaches reizbarer als nicht-verwöhnte Kinder. Dies wird schlimmstenfalls zu einer sozialen Ausgrenzung führen, weil das Kind nicht kritikfähig ist und auf Zurechtweisungen unreflektiert und aggressiv reagiert. Bei aller Liebe solltest du fähig sein, gewisse Dinge zu verbieten, damit es Grenzen erfährt und lernt zu entsagen. Denn im späteren Leben wird es lernen müssen, sich an Absprachen und geltende Regeln zu halten.
Grenzen setzen in der Kindererziehung

Dos and don'ts

Um den Überblick zu behalten folgt eine kleine Auflistung von möglichen Gefahren und den Ursachen einer überbehüteten Erziehung.

Formen der Verwöhnung:

  • fortwährend beim Essen helfen
  • zu viele Einschränkungen beim Spielen
  • inadäquates Bevormunden konträr zum Alter
  • Grenzenlosigkeit beim Essen oder materiellen Dingen

Gründe der Verwöhnung:

  • intrinsische Motivation der Eltern ist meistens Liebe
  • unbegründete Angst, dass das Kind hungrig bleibt
  • Eltern sind nachgiebig, weil das Kind ansonsten "meutert"
  • unverhältnismässige Angst vor Gefahren jeglicher Art

Traue deinem Kind etwas zu!

Folgende Erfahrungen helfen deinem Kind:

Fazit

Gib deinem Kind die nötige Freiheit, bei gleichzeitigem Aufzeigen von Grenzen, dort wo es die Situation erfordert. Dein Handeln sollte stets im Hinblick auf die Zukunft geschehen. Auch wenn einige Dinge belastend sind und mit Widrigkeiten behaftet sind, so wird es das Kind mit wichtigen Erfahrungen prägen. Schliesslich möchtest du als Elternteil, dass deine Liebsten einst selbst im Leben zurechtkommen werden. Die Erziehung soll die Heranwachsenden autonom machen und dazu befähigen mit dem sozialen Umfeld adäquat interagieren zu können.

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