Umgang mit kleinen Tyrannen

Umgang mit kleinen Tyrannen © Natasha Bolbot - adobe.stocks.com

Irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag entdeckt dein Kind, dass es einen eigenen Willen hat. Dadurch kann selbst das morgendliche Anziehen oder ein Einkauf im Supermarkt zu einem Drama werden. Doch ein Trotzanfall ist nicht nur für die Eltern anstrengend. Auch die Kinder sind von der Situation oft überfordert. Mit einigen einfachen Grundregeln lässt sich diese Zeit besser überstehen.

Anzeige

Trotzphase als Teil der normalen Entwicklung

Während es bis vor einigen Jahrzehnten eine sehr autoritäre Erziehung üblich war, versuchen heutzutage die meisten jungen Eltern, ihren Kindern eine harmonische Umgebung zu bieten, in der die Kleinen von allen Unbilden der modernen Welt geschützt sind. Dadurch lassen sich aber Konflikte, wie sie durch das wachsende Ich-Bewusstsein der Kleinen entstehen, aber keineswegs vermeiden. Schliesslich erreichen Kinder im Laufe ihrer Entwicklung irgendwann einen Punkt, an dem sie an Grenzen geraten, die ihrem eigenen Willen entgegenstehen. Wenn das der Fall ist, brauchen sie keine Eltern, die mit ihnen partnerschaftlich diskutieren, sondern die ihnen Halt und Orientierung geben.

Klare Regeln im Alltag sind hilfreich

Die moderne Welt ist so gross und komplex, dass selbst viele Erwachsene davon überfordert werden. Das gilt erst recht für kleine Kinder, die während der Trotzphase auf ein Übermass an Auswahl- und Entscheidungsmöglichkeiten oft mit Wut reagieren. Dabei weiss dein Kind meist gar nicht so genau, was es will, sondern nur, was es nicht will. Mit festen Regeln und guter Planung kannst du solche Situationen aber leicht entschärfen. Eine regelmässige Routine erleichtert es deinem kleinen Wirbelwind, durch den Tag zu kommen, da jederzeit klar ist, was als Nächstes passiert, ohne dass es Entscheidungen treffen muss.

Natürlich ist es wichtig, dass dein Kind lernt, eigene Wünsche zu erkennen und diese auch zu äussern. Dies gelingt aber am einfachsten, wenn es das zunächst mit einer kleinen Auswahl einüben kann. Wenn sich dein Kind beispielsweise am Morgen aussuchen kann, ob es die rote oder blaue Mütze anzieht, erübrigt sich von ganz alleine die Diskussion, warum eine Mütze überhaupt notwendig ist. Dabei empfiehlt es sich selbstverständlich, genügend zeitliche Puffer einzuplanen. Auf diese Weise bist du selbst nicht gestresst und kannst gelassener reagieren, was die Wahrscheinlichkeit eines Trotzanfalles deutlich verringert.

Kinder ernst nehmen

Viele Situationen kannst du auch entschärfen, wenn du die Wut und die Trauer deines Kindes ernst nimmst. Diese haben schliesslich ebenfalls ihre Berechtigung - es ist nun einmal ärgerlich, wenn die Eltern nach Hause gehen möchten, statt auf dem Spielplatz zu bleiben oder der geliebte Teddy zu Hause vergessen wurde.

Wenn du in einem solchen Moment zeigst, dass du verstehen kannst, warum dein Kind jetzt ärgerlich oder traurig ist, fühlt es sich angenommen, auch wenn du ihm in der Sache nicht nachgibst. Diese 10 Sätze helfen deinem Kind! Dabei kannst du ihm durchaus Brücken bauen, indem mit ihm zusammen für einen späteren Zeitpunkt eine gemeinsame schöne Aktivität planst. Und wenn es doch einmal zu einem dramatischen Trotzanfall kommen sollte? Den gilt es durchzustehen, auch wenn die Leute schon schauen. Nur so kann ein Kleinkind lernen, dass das kein angemessener Weg ist, um mit seiner Wut umzugehen. Hier gibt's hilfreiche Wut-weg Spiele.

Mit ebenso geduldiger wie geradliniger Erziehung kannst du dafür sorgen, dass dein Kind nicht für immer ein Tyrann wird.

Mehr zum Thema:

Autonome Kinder - wenn die Trotzphase nie endet

Tags:

Deine Bewertung:

4,5/5 (2 Stimmen)

KOMMENTARE (0)