Logische Konsequenzen in der Erziehung

Kinder benötigen ein stabiles Familienumfeld, um gesund und glücklich aufwachsen zu können. Das Wort Erziehung wird oftmals mit Strenge assoziiert, dabei gehören viel mehr Faktoren dazu. Ein Kind zu erziehen bedeutet, ihm bei den Anfängen seines Lebensweges zu unterstützen und ihm beizubringen, dass alle Handlungen mit Folgen, also Konsequenzen verbunden sind, positive sowie negative - und das ein Leben lang. Kinder müssen lernen, Grenzen zu akzeptieren. Und Eltern müssen auch mal aushalten können, in den Augen des Kindes der "Spielverderber" zu sein.

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Die Kindererziehung - eine tägliche Herausforderung

In der Kindererziehung werden von Eltern sehr verschiedene Wege angewendet, um das Kind zu einem erwünschten Verhalten zu bewegen oder unerwünschtes Verhalten zu unterbinden. Die Meinungen zur "richtigen" Kinderziehung gehen weit auseinander und lassen sich auch nicht auf jedes Kind gleich anwenden.

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Ganz ohne Strafen oder Konsequenzen kommen aber die wenigsten Eltern aus. Es lohnt sich aber darüber nachzudenken, wann du eine Strafe/Konsequenz erteilst und ob sie wirklich gerechtfertigt sind. Denn oft verhängen Eltern Strafen in Momenten, in denen sie gestresst, genervt und emotional geladen sind. In dieser Gefühlslage wird oft willkürlich und unangemessen reagiert. Dies ist dann für das Kind nur schwer nachvollziehbar.

Ein Kind kann sein Verhalten nur ändern, wenn es auch einsieht, dass sein Verhalten nicht richtig war. Überlegte und (auch für das Kind) logische Konsequenzen auf ein unerwünschtes Verhalten können dann eine mögliche Unterstützung sein und fordern das Kind auf, über sein Verhalten nachzudenken.

Was sind logische Konsequenzen?

Eine logische Konsequenz ist eine unmittelbare Erziehungsmassnahme, die sich aus der Situation ergibt oder eine konkrete Folge darstellt. Sie steht daher in einem direkten zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit dem Fehlverhalten des Kindes. Logische Konsequenzen als Erziehungsmassnahme sollten erst angewendet werden, wenn sie das Kind auch verstehen kann, ab etwa 2,5 Jahren.

Entwicklungsphasen von Kindern

Um zu verstehen, wann und warum der Lerneffekt durch eine Konsequenz wichtig ist, sollte man bestimmte Entwicklungsphasen von Kindern genauer betrachten. Ab einem Alter von drei bis vier Jahren zeigen sich die Stärken und Schwächen der individuellen Persönlichkeit sehr deutlich. Vor allem in dieser Zeit lernen Kinder, über den Tellerrand hinauszuschauen. Sie stellen nun fest, dass nach jedem Handeln eine logische Konsequenz folgt. Diese kann durch das Kind selbst hervorgerufen werden, aber auch durch andere, wie den Eltern erfolgen.

Im Alter zwischen vier und sechs Jahren sind Kinder sehr kreativ und versuchen die Welt auf eigene Faust zu entdecken. Die Eltern sollen nun nicht mehr überall dabei sein. Zu dieser Phase gehört auch, dass gut gemeinte Ratschläge der Eltern gerne ignoriert und selbstverständliche Dinge, wie das abendliche Zähne putzen oder Anziehen, boykottiert werden.

Wichtige Regeln für logische Konsequenzen:

  • Eine Konsequenz sollte immer unmittelbar nach dem Verhalten erfolgen. (Ein abendliches Fernsehverbot als Konsequenz für ein Negativverhalten am Morgen wird keine Früchte tragen, denn Kinder leben im Hier und Jetzt.)
  • Macht dein Kind etwas besonders gut, sollte es sofort gelobt werden.
  • Das Kind muss die logische Konsequenzen verstehen. (Dass das eigene Tun positive oder negative Konsequenzen hat, muss ein Kind aber erst lernen.)

Beispiele für logische Konsequenzen in der Erziehung

Wenn dein Kind aus eigenem Antrieb heraus etwas Richtiges gemacht hat, solltest du es loben und ihm so seine Wertschätzung zeigen. Dadurch fühlt es sich beachtet und geliebt. Es wird sich weiterhin bemühen, sich angemessen zu verhalten. Dies kann ein anerkennendes Lächeln sein, stärkende Worte, oder z.B. eine längere Gute-Nacht-Geschichte, weil es sich ohne Diskussionen fürs Bett bereit gemacht hat.

Beispiele für negative Konsequenzen:

  • Ein Kind kommt vom Spielen hinein und läuft mit seinen Schlammstiefeln durch das Haus. Konsequenz hieraus ist, dass dein Kind den Schmutz beseitigen muss, da klar gesagt wurde, es soll die Stiefel vorher ausziehen.
  • Wenn ein Kind am Tisch rumalbert und dabei sein Getränk verschüttet, muss es selber den Lappen holen und abwischen.
  • Wenn ein Kind trotz klar abgemachter Regeln mit dem Laufrad zu weit vorausfährt und nicht wartet, wird das Laufrad für den Rest des Nachmittags weggestellt und das Kind muss zu Fuss gehen.
  • Wenn ein Kind seine Jacke im Gang auf den Boden schmeisst, anstatt sie aufzuhängen, werden die Kleider vor die Zimmertüre gelegt. Da sind sie ihm selber im Weg und nicht der ganzen Familie. Bald wird es sich selbst über den Haufen auf der Schwelle nerven und die Kleider in der Garderobe aufhängen.

Das Suchen nach Kompromissen erfordert Einfühlungsvermögen und Kreativität - es gilt herauszufinden, wie man die Bedürfnisse von Eltern und Kind möglichst für beide gewinnbringend erfüllen kann. Das ist zwar nicht immer möglich - nicht für jedes fehlbare kindliche Verhalten lassen sich logische Konsequenzen finden!

Kinder übernehmen Verantwortung für ihr Tun

Oft entstehen Konfliktsituationen auch völlig unnötig, weil wir gestresst sind, wir es eilig haben oder die Bedürfnisse des Kindes gar nicht hinterfragen. Ständige Drohungen mit "Wenn...Dann"s" im Alltag sind nicht motivierend und verschlechtern die Kompromiss-Bereitschaft von Kindern. Je nach Situation kann es sich lohnen, als Eltern einfach mal abzuwarten und zu beobachten, was passiert! Kinder müssen auch selber Verantwortung übernehmen, was sie tun.


Positives Verhalten sollte natürlich immer eine stärkere Aufmerksamkeit bekommen, als negatives! Deshalb ist Bestärkung eines positiven Verhaltens durch richtiges Loben sehr wichtig.  Sie benötigen in der Erziehung Grenzen genauso wie Liebe, Zuneigung und Lob um ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen und auf das eigenständige Leben vorbereitet zu werden.

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