Kindern Mut machen

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Viele Dinge können Kindern Angst machen, die du vielleicht gar nicht nachvollziehen kannst. Besonders neue Herausforderungen während ihrer Entwicklung fordern den Kindern viel Mut und Überwindung ab, manche verziehen sich dann in ihr sogenanntes Schneckenhaus. Damit dies nicht passiert, gibt es einige Tipps in der Erziehung, wie du deinem Kind Mut machen kannst und sein Selbstvertrauen stärkst.

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Je enger die Eltern-Kind-Beziehung (oder auch jene der Partnerschaft) ist, desto emotionaler ist auch die Kommunikation untereinander. Bedürfnisse und Erwartungen von Eltern und Kindern sind oft unterschiedlich - leider wird viel zu rasch kritisiert und ermahnt. Doch Kritik kann sehr verletzend sein, das Kind fühlt sich durch dauerndes Nörgeln minderwertig und die Eltern-Kind-Beziehung leidet.

Der kleine aber feine Unterschied zwischen Lob und Ermutigung

Lob ist wertend und verlangt eine gute Leistung, bzw. ein korrektes Verhalten. Kinder, welche häufig gelobt werden, leisten praktisch nur für Anerkennung und verwechseln dies mit Liebe. Sie machen dies nicht aus Eigeninitiative, sondern auf die äussere Bestätigung hin. Diesen Kindern fehlt die innere Motivation etwas "gut machen zu wollen". Wenn sie scheitern, fühlt sich das Kind dann oft "nicht gut genug und ungeliebt".

Ermutigung hingegen ist weit mehr als ein "Das schaffst du"! Sehr viel passiert schon auf non-verbale Art, wie z.B. über aufmerksames Zuhören, die Mimik, über Gesten und am gezeigten, ehrlichen Interesse. Kinder fühlen sich ermutigt, wenn sie ernst genommen werden, sie in Lösungsfindungen mitdiskutieren und bei Entscheidungen mittragen dürfen. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt, indem Eltern ihren Kindern etwas zutrauen und ihnen Verantwortung übergeben.

Viele kleine Dinge sind eine grosse Herausforderung für Kinder

Für dich ist es ein einfacher Weg, zum Bäcker zu gehen und Brötli zu kaufen, für deine Kinder kann dies aber eine grosse Herausforderung sein. Auch das Vortragen vor der ganzen Klasse liegt nicht jedem. Die Angst vorm Scheitern bei solchen Herausforderungen liegt meist in der Angst, einen Fehler zu machen. Zeige deshalb Verständnis für die Gefühle deines Kindes und begleite es liebevoll.

Wichtig ist, dass du deinem Kind ein Vorbild bist und ihm deutlich machst, dass Fehler völlig in Ordnung sind und jeder Mensch, auch du Fehler machst oder Angst vor manchen Situationen hast.  

Über Gefühle mit den Kindern reden

Auch Eltern haben Gefühle. Bei manchen ist es sicherlich besser, diese vor den Kindern geheim zu halten. Doch gleichzeitig solltest du deinem Kind deine Gedanken und Gefühle auch mitteilen und somit auch beibringen, dass positive Gedanken auch zu positiven Gefühlen führen und somit die Angst vor bestimmten Situationen auch kleiner werden kann. Sind die Sorgen einmal ausgesprochen, sind sie gar nicht mehr so gross und unüberwindbar.

Loben zum richtigen Zeitpunkt

Auch wenn etwas, was dein Kind gemacht hat, nicht besonders gut gelungen ist, solltest du ihn das nicht spüren lassen. Zeigt dein Sohn oder deine Tochter dir voller Stolz ein selbst gemaltes Bild, dann solltest du immer loben (aber richtig!). Denn hier ist die Mühe sowie auch der Versuch das Entscheidende, was ein Lob verdient, nicht das, was dabei herausgekommen ist.

Machst du hingegen Vorschläge, wie es das Bild besser hätte malen können, dann kann es schnell zu Versagensängsten beim nächsten Mal kommen. Auch bei einer Sportveranstaltung oder einem Klaviervorspiel, die nicht ganz so gelungen sind, sollte das Kind positive Rückmeldung von dir bekommen, damit es nicht aufgibt. Denn sonst kommt es schnell zu Gedanken, wie "Das schaffe ich ja doch nicht, also lasse ich es".

Den Kindern die Wahl des Hobbys überlassen

Nicht jedes deiner Kinder interessiert sich für Fussball oder Ballett. Und auch nicht jedes deiner Kinder ist überhaupt sportlich. Wenn dein Kind ein Hobby beginnen soll, dann muss es ihm und nicht dir gefallen. Dennoch solltest du versuchen, einen Verein oder einen Chor, einen Malkurs oder sonstiges zu finden, in dem es in Gemeinschaft ist. Denn durch die Gruppe kann das Selbstvertrauen nochmals gestärkt werden. Auch wenn Mannschaftssport immer als positiv hingestellt wird, solltest du genau darauf achten, dass es hier nicht zu einem Mobbing deines Kindes vielleicht auch durch andere Eltern kommt. Dieses Phänomen wird vor allem im Fussball immer häufiger beobachtet.

Nein-Sager sind nicht schlechter als andere

Natürlich werden Kinder, die immer zu allem ja sagen, oftmals von den anderen bevorzugt. Doch auch mal "nein" sagen, wenn einem etwas nicht gefällt, sollte dein Kind von dir erlernen. Denn Ja-Sager werden oft mit unangenehmen Aufgaben belastet. Nein-Sager hingegen können besser erkennen, was sie selbst wollen und lassen sich auch nicht so stark beeinflussen. 

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