Humor: Worüber Kinder lachen und warum Eltern mitlachen sollten

Kinder lachen gerne und es ist wichtig, dass ihnen diese kindliche Fröhlichkeit nicht genommen wird. Wer mit einer gesunden Portion Humor durchs Leben geht, hat es oft leichter und letzten Endes werden Kinder auf vielfältige Art und Weise durch Humor gefördert. Doch wie entwickeln Kinder überhaupt ein Verständnis dafür und worüber lachen unsere Kinder gerne? Wozu sind Witze gut? Das alles und noch viel mehr erfährst du in diesem Beitrag.

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Warum Humor so wichtig ist

Wie die Wissenschaft herausfand, lacht ein Kind bis zu 400 Mal am Tag. Da kann man wohl von Glück reden, denn Lachen ist äusserst ansteckend und hat viele positive Effekte. Obwohl es lustig ist, zu Lachen, ist es ebenso anstrengend, denn es arbeiten rund 100 Muskeln im Körper mit. Auch die Lunge tankt frischen Sauerstoff während des Lachens, Schmerzen können verschwinden und das Blut bildet zahlreiche Zellen zur Abwehr. Rund 60 Sekunden Lachen kann ein 45 minütiges Entspannungstraining ersetzen und gleichzeitig die Abwehrkräfte stärken.

Allerdings kann Humor noch viel mehr: Wenn Kinder Witze erzählen möchten oder Wortspiele erfinden, wird die Sprachkompetenz sowie die kognitive Entwicklung gefördert. Erst ab dem Schulalter beginnen die meisten Kinder beispielsweise erst zu verstehen, dass es auch Worte gibt, die mehrere Bedeutungen haben können.

In der Entwicklung des Humors ist teilweise viel Übung erforderlich. Es erfordert Konzentration und will geübt sein, verschiedene Witze oder Wortspiele sinngemäss wiederzugeben, sodass die Zuhörer auch verstanden haben, worum es geht. Auch groteske Dinge werden von vielen Schulanfängern noch als sehr witzig empfunden. Viele Kinder lachen in diesem Alter über Unfälle oder entstandene Schäden. Für die Eltern ist dies meist ein Graus. Hier besteht aber kein Grund zur Sorge, denn Schadenfreude ist nun mal die älteste Humorform der Menschheit.

Was bringt Kinder sonst noch zum Lachen

Sicherlich lacht dein Kind längst nicht mehr über die Fingerpuppe, die sich zum wiederholten Male hinter deinem Rücken versteckt. Allerdings bekommen die meisten Kinder - egal in welchem Alter nicht genug vom Kitzeln. Meist kringeln sich die Kleinen dabei förmlich vor Lachen. Kindergartenkinder finden auch Ungewohntes in der Regel ungeheuer lustig. Sie lachen gerne über alles, was deutlich aus dem Rahmen fällt. Papa zieht Mamas Pumps an und die Schwester steckt mit dem Bein im Pulloverärmel? - zum Schreien komisch! Ab dem Schulalter gesellen sich dann die Witze hinzu.

Mädchen und Jungen: Gibt es Unterschiede beim Thema Humor?

Es wird behauptet, dass Mädchen in der Regel Witze deutlich verständlicher und besser wiedergeben können, als Jungen. Dies liegt daran, dass Mädels auch in Gesprächen meist kooperativer agieren und grossen Wert darauf legen, auch genau verstanden zu werden. Auch sind Mädchen eher darauf bedacht, den Gesprächspartner ausreden zu lassen. Buben fallen hingegen gerne direkt mit der Tür ins Haus, denn sie möchten gerne sofort das Wort ergreifen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Humor fördert das Selbstwertgefühl der Kinder

Es ist die soziale Komponente, die das Erzählen von Witzen für Kinder so sehr reizvoll macht. Sobald die Kleinen merken, dass sie bestimmte Witze verstehen und diese auch nacherzählen können, erwacht sofort der Ehrgeiz. Sie wollen es immer wieder tun und vor allem wollen sie es besser machen, als die anderen.

Obendrein ist das Witze erzählen gut für die intellektuelle Entwicklung: Um Witze oder Comics zu verstehen, müssen natürlich bestimmte geistige Fähigkeiten vorhanden sein. Hat ein Kind ein Erfolgserlebnis, wird es sofort dazu ermutigt, dieses noch weiter zu entwickeln.

Zunächst stehen meist Streiche und Quatsch machen von der 2. bis zur 4. Primarstufe auf dem humoristischen Programm und oft werden auch Tabuthemen durch den Humor bewältigt. Ab dem neunten bis zehnten Lebensjahr ändert sich oft der Humor der Kinder und er wird eher pantomimisch.

Spott, Neckereien sowie sprachliche und mimische Nachahmung haben plötzlich ein enorm lustiges Potential. Auch ein Verständnis für Ironie und Satire entwickelt sich bei dem Nachwuchs nun langsam. Schon mit elf bis zwölf Jahren erwarten die Kinder dann meist zunehmend geistreichen Humor. Aber Vorsicht bei Kindern mit Ironie: Den Kindern fehlt meist das Verständnis dafür. Sie gehen davon aus, man mache sich über sie lustig. Sie sind enttäuscht, verletzt und gekränkt, ohne dabei von einem positiven Effekt zu profitieren.

Lachen im Familienalltag

Wie die meisten Eigenschaften wird auch die Entwicklung des Humors von Gleichaltrigen beeinflusst. Du als Elternteil kannst grundsätzlich trotzdem was für das Humorverständnis deines Kindes tun. Du lebst deinem Kind vor, über wen und worüber es lachen darf. Daher solltest du öfter mal mit deinem Kind gemeinsam ausgiebig lachen.

Blödeleien und das Erzählen von Witzen sind gut für die Förderung der kindlichen Entwicklung. Es fördert nicht nur die geistigen Fähigkeiten, sondern macht die Kinder auch selbstbewusster und stärker im Umgang mit alltäglichen Problemen. Humor hilft dir und deinem Kind, das Leben nicht zu verbissen zu sehen und dies wirkt sich auf nahezu alle Lebensbereiche positiv aus. Humor hat was Befreiendes und Grossartiges. Schon der Neurologe Sigmund Freud wusste, dass Humor sich perfekt gegen die Ungunst der realen Verhältnisse behaupten kann.

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