Gewaltfreie Erziehung - so geht's!

Es gibt zahlreiche Tipps und Ratschläge, die eine Erziehung ohne Gewalt erklären. Der Alltag ist aber oftmals kompliziert und deshalb sind gut gemeinte Tipps manchmal nur sehr schwer umsetzbar. Allerdings solltest du als Mutter oder Vater bedenken, dass die ausgerutschte Hand innerhalb des Vertrauensverhältnisses zwischen dir und deinem Kind langfristige, grosse Probleme schafft. Probleme werden durch die Gewalt in der Erziehung nicht gelöst, sondern eher nur noch vergrössert, weil Ohnmacht und Erschrockenheit sowie Vertrauensverlust die Folge sind.

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Gewalt macht das Kind lebensuntüchtig

Wenn die Erziehung mit Gewalt abläuft, dann lernt das Kind, dass man sich im Leben mit körperlichem Einsatz am besten durchsetzen kann. Das ist sicher nicht das Erziehungsziel. Zudem wird das Kleinkind sowohl gedemütigt als auch in seiner persönlichen Würde verletzt. Das wiederum schafft langfristige Aggressionen, die auch mit ins Erwachsenenleben genommen werden. Das Kind lernt so früh, Gewalt im sozialen Umgang einzusetzen und das kann wiederum schnell eine Ablehnung durch Spielkameraden zur Folge haben - das Kind wird isoliert.

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Stress in der Erziehung erst überhaupt nicht aufkommen lassen

Wir alle sind nicht jeden Tag gleich geduldig und zudem spielen viele Faktoren in unsere psychische Verfassung ein. Stress ist ein Hauptgrund, der uns innerhalb der Erziehung auch einmal den Gewaltknopf drücken lässt und unerwünschte Reaktionen auf kindliches Verhalten nach sich zieht. Wer also merkt, dass ihm gerade alles über den Kopf wächst, sollte als Eltern einfach die Situation verlassen, in einen anderen Raum gehen und erst einmal der stressigen Situation mit dem Kleinkind entgehen. So vermeiden Eltern, dass sie im Affekt Gewalt anwenden. Langfristig ist für stark geforderte Mütter und Väter ein Anti-Stress-Training bestimmt sehr entlastend und hilfreich.

Klare Absprachen vermeiden Ärger mit dem Kind

Oftmals spielt gewaltsame Erziehung eine Rolle, wenn Eltern viele Dinge immer wieder sagen müssen. Klare Absprachen und klare Linien in Form von Ritualen sorgen für eine Entspannung des Alltags. Sind die Kinder es beispielsweise gewohnt, ohne Diskussion abends um 20 Uhr zu Bett zu gehen, fällt das leichter und verläuft entspannter für die Familie, als wenn täglich aufs Neue diskutiert wird.

Respekt braucht auch das Kind

Verständnis und Respekt sind die wichtigsten Stützsäulen, die ein Kind innerhalb der Familie benötigt. Dazu brauchen schon Kleinkinder viel Unterstützung und ein gutes Vorbild der Eltern. Lob für gutes Verhalten statt Kritik für Fehlverhalten, klare und überschaubare Grenzen und einhaltbare Regeln, kurze und wesentliche Ansagen sowie altersgemässe Anforderungen an die Kinder sind hier eine wichtige Basis, um eine Erziehung ohne Gewalt umsetzen zu können. Wichtig ist zudem, bei Absprachen den Blickkontakt mit dem Kind zu halten und altersgerechte Formulierungen zu nutzen.

Hilfe, mein Kind schreit beim Einkauf

Wer kennt das nicht? Im Supermarkt geht es in Richtung Kasse und dort sind die verführerischen Schokoriegel aufgebaut. Das Kind möchte einen Riegel, die Eltern möchten aber keinen kaufen. Schon geht das Geschrei los. Das beste Verhalten in diesen Situationen ist es, das Geschrei zu ignorieren. Ohne Reaktion der Eltern ist das Geschrei für das Kind schnell nicht mehr spannend.

Geht es den Eltern gut, spüren das auch die Kinder

Es ist wichtig, dass du dich als Mutter oder Vater ausgeglichen fühlst. Denn gerade überforderte Eltern neigen öfter zur Gewalt. Nimm dir also auch Zeit für dich. Es ist immer wieder guter Tipp, sich selber Gutes zu tun und sich ab und zu eine kinderfreie Stunde rauszunehmen. Freunde oder Grosseltern hüten dein Kind bestimmt gerne.

Mit viel Geduld und Selbstreflektion innerhalb des Familienlebens kannst bestimmt auch du eine gewaltfreie Erziehung umsetzen.

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