Kinder unter Druck

Stressanzeichen bei Kindern © Voyagerix - AdobeStock.com

Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn wir zu viele Dinge erledigen müssen und der Tag dafür zu wenig Stunden hat. Leider ist dieser Zustand nicht nur in der Erwachsenenwelt ein weitverbreitetes Problem - auch unsere Kinder stehen immer häufiger unter grossem Druck. Doch woher kommt dieser Stress eigentlich? Und was können Eltern in ihrem Alltag und der Erziehung verändern, um ihren Kindern das Leben wieder entspannter zu gestalten? All das und noch viele weitere Fragen werden dir in diesem Artikel beantwortet.

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Ursachen für Stress bei Kindern

Die Ursachen können bei dieser Thematik ganz unterschiedlicher Natur sind. Häufige Gründe sind jedoch zum einen die steigenden Anforderungen in der Schule, zum anderen aber auch der Leistungsdruck seitens der Eltern, Lehrer, Geschwister und Mitschüler. Vielleicht hat dein Kind auch einfach zu hohe Ansprüche an sich selbst?

Zusätzlich zu diesem Druck, der durch die Schule und alle damit verbundenen Tätigkeiten ausgelöst wird, kommen auch ausserschulische Aktivitäten als Stressoren hinzu. Montags Gitarrenunterricht, dienstags Handball und Schwimmen, mittwochs ist Lernen für die Schule angesagt, donnerstags kommt der Klavierlehrer und freitags... 

Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz stehen unter hohem Stress, wie eine schweizweite Erhebung von Pro Juventute bei der jungen Generation zeigt. Die gestressten Kinder und Jugendlichen sind deutlich ängstlicher und unsicherer als ihre nicht unter Stress stehenden Gleichaltrige und ihr subjektives Wohlbefinden ist deutlich geringer. (Die Stress-Studie von Pro Juventute im Detail)

Hobbys sind für die kindliche Entwicklung von enormer Wichtigkeit. Allerdings sollten Kinder auch immer die Möglichkeit bekommen, einfach nur Kind zu sein - und dazu gehört auch die Langeweile!

Warum ist Langeweile für Kinder so wichtig?

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder sind nahezu grenzenlos - da kommt so schnell keine Langeweile auf. Doch Langeweile fördert die Kreativität und bildet daher einen wichtigen Grundbaustein in der kindlichen Entwicklung.

Langweilt sich dein Kind, so wird es früher oder später Ideen entwickeln und eigene Dinge erschaffen, um sich die Zeit zu vertreiben. So lernt dein Kind spielerisch die Macht der Selbstwirksamkeit kennen und ist im späteren Leben besser dazu in der Lage, Herausforderung durch kreative Lösungswege zu meistern. Aus diesem Grund sollte der Umgang mit Langeweile ein gezielter Baustein in der elterlichen Erziehung sein.

Auch Langeweile innerhalb der ganzen Familie kann dafür sorgen, dass alle Beteiligten wieder näher zusammenrücken und sich wieder mehr miteinander beschäftigen. Frage dein Kind doch einfach mal, ob es seinen vollen Terminkalender gut findet, oder, ob es lieber wieder mehr Zeit für sich und die Familie haben möchte - du wirst vermutlich über die Antwort erstaunt sein! Denn viele Kinder möchten gar nicht so viele verschiedene Hobbys haben: Sie sagen nur nichts, weil sie ihren Eltern gefallen wollen.

Überdenke auch einmal deine Erziehung hinsichtlich deinen Anforderungen, die du an dein Kind stellst - auch gerne in Absprache mit der ganzen Familie - und frage dich, ob dein Kind im adäquaten Rahmen gefordert oder schon längst überfordert wird.

Weg mit dem Druck! Der Weg aus dem Dauerstress für Eltern und Kinder

Du hast bestimmt schon erkannt, worauf dieser Artikel hinauslaufen wird und welchen Tipp du nun lesen wirst, um deinem Kind den Druck zu nehmen. Richtig! Die Lösung zum Thema Dauerstress liegt darin, dass du deinem Kind verdeutlichst, dass es vollkommen okay ist, wie es ist. Es muss nicht immer herausragende Leistungen vollbringen, um geliebt zu werden. Der Wert eines Kindes ist - unabhängig von seiner Leistung - immer gleich! Weniger Zeit ausser Haus und mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können gibt Kindern Sicherheit und die Möglichkeit, sich zu entspannen.

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KOMMENTARE (3)



Das fängt doch schon bei den ganz Kleinen an.. kleine Kinder sollen doch einfach am Morgen von selbst aufwachen können und drauflos spielen drinnen und draussen was ihnen gefällt... meiner Meinung nach eine zu kurze Zeit und schon heisst es mit 4 Jahren ab in den Kindergarten.. das ist ja schön und gut aber warum müssen es gleich 4-5 halbe Tage sein? ..

Lis |

Lis spricht mir aus dem Herzen. Ich bin absolut der gleichen Meinung. Im ersten Kindergartenjahr würden 3 Morgen völlig ausreichen.
Die Kinder haben nicht mal recht Zeit, überhaupt aus den Windeln zu wachsen...

Alexa |

Leider ist man als Eltern aber auch oft auf ein zweites Gehalt angewiesen. Und wenn dann die Grosseltern nicht noch um die Ecke wohnen, die, in unserem Falle, beide Kinder nehmen können, dann ist ein ganztägiger Kitaplatz oft die einzige Alternative.
Ich finde es wichtig, den Kindern an den freien Tagen oder am Abend entsprechende Freiräume einzuräumen und man diese Zeit dann gemeinsam verbringt. Bei uns klappt das eigentlich recht gut!

Lore |