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Erste Hilfe leisten: Weisst du noch wie?

Erste Hilfe leisten: Auffrischungstest © BillionPhotos.com / AdobeStock.com

Ob zu Hause, auf der Strasse oder am Arbeitsplatz: Im Durchschnitt erleidet jeder 15. Schweizer jährlich einen Unfall, wie die Statistik der Unfallversicherung zeigt. Oft zählen die ersten Minuten der Hilfeleistung, das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermassen. Wenn aber dein letzter Kurs für Erste Hilfe schon Jahre zurückliegt, fällt dir die schnelle Reaktion möglicherweise schwer: Musst du jetzt zuerst beatmen und dann die Herz-Druck-Massage machen oder war es genau anders herum?

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Die wichtigsten Schritte bei einem lebensgefährlichen Notfall

Ruhe bewahren:

Für Eltern ist es sicherlich einer der schlimmsten Momente, wenn sie feststellen müssen, dass ihr Kind bewusstlos ist und nicht mehr atmet. Doch Panik hilft nicht: Jetzt ist es am Wichtigsten, wenn du die nötige Ruhe bewahren kannst. Atme ein paar Mal ganz tief durch, damit du wieder ruhiger wirst. Kontrolliere bitte als erstes, ob dein Kind ansprechbar ist. Auch wenn es bewusstlos sein sollte: Sprich es an, streichele es, beruhige es. Das beruhigt nicht nur dich selbst, sondern auch dein Kind. Es spürt genau, dass jemand da ist, der sich liebevoll um es kümmert.

Ist das Kind nicht ansprechbar und/oder bewegt sich nicht, muss nach dem BLS-AED-Schema vorgegangen werden.

Atemwege prüfen:

Prüfe, ob die Atemwege frei sind und eine Spontan-Atmung vorhanden ist. Dazu legst du einfach eine Hand auf den Bauch, dorthin, wo der Bauch ganz weich ist, gleich unterhalb der Rippen. Wenn sich deine Hand leicht hebt, dann atmet das Kind. Eine andere Möglichkeit ist, dein Ohr so dicht wie möglich an den Mund deines Kindes zu bringen. Jetzt kannst du es hören oder spüren, wenn Luft aus Nase oder Mund strömt.

Wenn keine Spontanatmung vorhanden ist, wird das Kind in Rückenlage auf dem Boden gelagert. Der Oberkörper des Kindes wird freigemacht. 

Bei einem Helfer werden zuerst 2 Minuten Thoraxkompressionen durchgeführt und dann alarmiert (144). Nach der Alarmierung werden die Thoraxkompressionen weitergeführt. Bei zwei Helfern beginnt der eine mit Thoraxkompressionen und der andere alarmiert. Zusätzlich zur Alarmierung sollte innerhalb nützlicher Frist ein AED-Gerät organisiert werden. (AED-Gerät = automatisierter externer Defibrillator, medizinisches Gerät zur Behandlung von defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstössen.)

Reanimations-Richtlinien:

Führe 30 Thoraxkompressionen aus gefolgt von 2 Beatmungsstössen oder mind. 100 Thoraxkompressionen pro Minute ohne Beatmung bis das AED eintrifft. Sobald das AED-Gerät eintrifft, setze dieses sofort ein und folge diesen Anweisungen.

Beatmung:

Bei Babys: Leg das Baby auf einen festen Untergrund. Das kann entweder der Fussboden, aber auch ein Tisch sein. Bei den ganz kleinen Kindern und Babys bleibt der Kopf während der Beatmung in der sogenannten Neutralposition, das heisst, er wird nicht nach hinten überstreckt. Mit zwei Fingern hebst du das Kinn deines Kindes leicht an und behältst das während der gesamten Beatmung bei: Diese Position sorgt dafür, dass die Atemwege frei sind. Da die Lunge bei Babys und ganz kleinen Kindern ebenfalls noch sehr klein ist, verfügt sie über wesentlich weniger Luftvolumen als die Lunge eines Erwachsenen. Deswegen musst du ganz besonders vorsichtig bei der Beatmung sein. Führe eine Mund-zu-Nase-Beatmung durch und gib dabei deine Atemluft gleichmässig und vorsichtig eine Sekunde lang ab. Du kannst dabei sehen, wie sich der Brustkorb deines Babys sichtbar hebt und anschliessend wieder senkt.

Bei grösseren Kindern: Ist das Kind bereits ein Jahr alt, kannst du es auch von Mund zu Mund beatmen.

Herzdruckmassage:

Nachdem du dein Kind fünf Mal beatmet hast, machst du eine kurze Pause und prüfst: Hustet es? Atmet es? Gibt es irgendein Lebenszeichen? Falls nicht, fängst du jetzt mit der Herzdruckmassage an:

  • Dafür werden zwei Fingerkuppen auf dem unteren Bereich des Brustbeins platziert, das ist etwa in der Mitte des Brustkorbes. 
  • Mit diesen beiden Fingerkuppen drückst du das Brustbein etwa vier Zentimeter tief nach unten.
  • Nach jeder Kompression behältst du zwar den Kontakt mit dem Brustkorb des Babys, entlastest jedoch das Brustbein vollständig. Die Dauer von Druck und Entlastung sollte etwa gleich lang sein. 
  • Während einer Herzdruckmassage drückst du das Brustbein 30-mal. Die Frequenz bei einem Säugling liegt bei 100 - 120 Herzschlägen in einer Minute, je grösser die Kinder sind, desto geringer ist die Frequenz.

Führe die Beatmung und Herzdruckmassage so lange weiter, bis der Notarzt kommt oder das Kind wieder bei Bewusstsein ist.

Regelmässig einen Auffrischungstest machen

Damit du schnell helfen kannst, solltest du deine Kenntnisse regelmässig auffrischen. Kinder können schnell verunglücken - da ist es gut, wenn du im Notfall weisst, was du machen musst. Für Babys und Kinder gibt es spezielle Kurse für Erste Hilfe: An den Übungspuppen kannst du lernen, wie du eine Beatmung und Herzdruckmassage durchführen musst.

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