Ab wann mit dem Baby Velo fahren?

Velo fahren mit Baby? © ARochau / AdobeStock.com

Du möchtest die kurzen Strecken mit deinem Baby mit dem Velo zurücklegen. Ab wann kannst du einen Velositz für dein Baby montieren? Dank Kindersitz und Anhänger könnte die Familie einen Ausflug machen. Aber welche Lösung ist eigentlich die sicherste? Ab wann darf das Baby mit aufs Velo? Und was solltest du dabei beachten, damit dein Baby die Fahrt geniessen kann?

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Natürlich gilt wie bei allen Aktivitäten mit deinem Kind: Eine langsame Gewöhnung und Sicherheit haben Vorrang. Nur mit einer passenden Sicherheitsausrüstung solltest du dein Kind mit aufs Velo nehmen. Die ersten Touren sollten optimaler Weise bei angenehmem Wetter stattfinden, eher kurz ausfallen und über möglichst ruhige Strecken führen, damit sich dein Kind in Ruhe an die neue Transportart gewöhnen kann. Kinder, die schreien oder weinen, können von Mutter oder Vater zunächst auch auf dem Velo geschoben werden, um sich an den ungewohnten Sitz zu gewöhnen.

Velositze – dein Baby muss sitzen können

Welche Sitze gibt es - und wie unterscheiden sie sich? Wie jeder Verkehrsteilnehmer müssen auch Babys, die auf einem Velo mitfahren, ausreichend gesichert werden: Nur mit einem passenden Sitz dürfen sie mitfahren. Grundsätzlich gilt: Dein Baby muss sicher und selbstständig sitzen (besser noch stehen) können, damit es mit dir aufs Velo kann. Die gängigen Sitze sind in der Regel ab einem Gewicht von 9 kg zugelassen - also für Kinder ab etwa 10-12 Monaten. Im Handel findest du zwei Arten von Velositzen: Varianten die vor dem Fahrer montiert werden und Varianten, die hinter dem Fahrer anzubringen sind. Kindersitze, die am Lenkrohr befestigt werden, eignen sich für kleine Mitfahrer bis ca. 15 kg Körpergewicht. Sie verfügen über einen Sicherheitsgurt und Fussstützen, Rücken und Kopf sind allerdings nicht gestützt. Da der Sitz am Lenkrohr befestigt wird, kann dich ein unruhiges Kind durchaus beim Fahren beeinträchtigen.

Eine andere Sitzvariante ist eher für ältere Kinder ab ca. 3-4 Jahren geeignet. Dabei handelt es sich im Grunde um einen zusätzlichen Sattel (ggf. mit zusätzlich montierbaren Fussstützen), der am Rahmen vor dem Fahrer befestigt wird. Das Kind muss dafür nicht nur sicher sitzen sondern auch Anweisungen verstehen und befolgen können. Geeignet ist dieser Sitz maximal auf Kurzstrecken, da er keinerlei Sicherheit bietet und das Kind den Lenker bewegen und den Fahrer beeinträchtigen kann.

Als sicherste Sitzvariante gilt der Velositz, der hinter dem Fahrer an der Sattelstange oder am Rahmen befestigt wird. Die meisten Produkte verfügen über ein Gurtsystem, Speichenschutz sowie verstellbare Fussstützen, die an die Körpergrösse des Kindes angepasst werden können. Besonders gut ausgestattete Modelle besitzen Extras wie einen Sicherheitsbügel oder verstellbare Rücklehnen, die es deinem Kind sogar erlauben, während der Fahrt zu schlafen. Zugelassen sind diese Sitze bis zu einem Körpergewicht von ca. 22 kg, also etwa einem Alter von 4-5 Jahren. Grundsätzlich beachten solltest du, dass jeder Sitz das Fahrverhalten und die Bremswege deines Velos verändert. Am besten drehst du mit deinem neuen Velositz also erst einmal eine Runde ohne Kind, um die Unterschiede kennen zu lernen. Gesetzlich erlaubt ist maximal ein Kindersitz pro Velo.

Alternative Veloanhänger

Alternativ zu Kindersitzen sind im Handel auch zahlreiche Veloanhänger und Lastenvelos zu finden. Und die versprechen nicht nur zusätzlichen Stauraum und Komfort selbst für ganz junge Mitfahrer - sie gelten auch als sicherste Transportmöglichkeit für Kinder mit dem Velo. Gesetzliche Vorschriften, ab wann der Anhänger zum Einsatz kommen kann, gibt es nicht. Theoretisch ist es also möglich, bereits Neugeborene damit herumzufahren. Praktisch ist allerdings davon abzuraten - bisher können weder Hersteller noch Wissenschaftler sagen, welche Auswirkungen die Erschütterungen beim Fahren auf die noch instabile Wirbelsäule von Säuglingen haben. Damit dein Kind wirklich sicher im Anhänger sitzen oder liegen kann, benötigst du eine extra Babyschale mit Gurtsystem, eine Baby-Hängematte oder einen kompatiblen Auto-Kindersitz. Ganz kleine Mitfahrer werden durch Sitzverkleinerungen zusätzlich geschützt. Der Anhänger verbindet eine ganze Reihe an Vorteilen wie etwa einen Schutz vor Wind und Wetter, eine bessere Sichtbarkeit im Strassenverkehr und (zumindest bei gut gefederten Modellen) ein hohes Mass an Komfort. Trotzdem sollten regelmässige Velotouren damit nicht länger als etwa 1-2 Stunden am Stück dauern, damit dein Baby keine Rückenschäden erleidet. . 

Wichtig: Ein Helm für das Baby und dich!

Zu ihrer Sicherheit müssen sie dabei immer angeschnallt werden und einen Helm tragen. Selbst für grössere Babys sind im Handel Helme zu finden, die sich mit einem einfach verstellbaren Ring optimal an ihren Kopf anpassen lassen. Im Falle eines Unfalls können diese Helme im schlimmsten Fall Leben retten. Ein guter Helm darf nicht zu locker sitzen und verfügt über eine gute Ventilation, was den Komfort für kleine Mitfahrer erhöht. 

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