Beikost-Einführung & Allergieprävention - was beachten?

Unsere medizinische Versorgung war noch nie so gut wie heute und trotzdem leiden über 3 Millionen Schweizer an Allergien. Laut der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz sind besonders häufig Kinder und Jugendliche betroffen. Dabei kann das Risiko durch eine durchdachte Beikost-Einführung um ein Vielfaches gesenkt werden.

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Während früher die Prävention noch darin bestand, den Allergiekontakt weitestgehend zu vermeiden, um eine Sensibilisierung zu verhindern, da - so glaubte man - keine Allergie entstehen würde, sehen die Empfehlungen heute anders aus.

Beikost-Einführung richtig angehen

Um das Allergierisiko zu senken, wird empfohlen, mit der Beikost-Einführung ab dem fünften Lebensmonat zu beginnen, damit das Baby rechtzeitig Toleranzen entwickeln kann. Mit der Einführung der Beikost zu warten, schützt nicht vor Allergien. Parallel ist das weitere Stillen sehr wichtig.

Wird dein Kind nicht gestillt, solltest du nach der Säuglingsanfangsnahrung mit der Folgenahrung ab dem sechsten Lebensmonat anfangen.

Kuhmilch, Milch von anderen Säugetieren und pflanzliche Drinks, etwa aus Soja oder Reis, eignen sich im ersten Lebensjahr nicht als Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsmilch.

Bis vor einigen Jahren wurde teilweise noch empfohlen, bestimmte Lebensmittel (z.B. Fisch oder glutenhaltige Lebensmittel) im ersten Lebensjahr zu meiden. Neuere Forschungsergebnisse haben jedoch gezeigt, dass dies keinen vorbeugenden Effekt auf die Allergieentwicklung hat. Im Gegenteil: Eine dem Alter angepasste, vielfältige Ernährung im ersten Lebensjahr scheint vor Allergien zu schützen. Insbesondere der Konsum von Fisch kann einen positiven Einfluss haben (kein Thun- oder Schwertfisch aufgrund der hohen Schadstoffbelastung). 

Lebensmittel, die für dein Baby neu sind, solltest du im Abstand von einigen Tagen einführen. So kannst du allfällige Unverträglichkeiten erkennen und abklären.

Geeignete nährstoffreiche Gemüsesorten sind zum Beispiel Karotten, Kürbis, Zucchini, Broccoli oder Blumenkohl. Wenn du den Brei fertig kaufst, teste die Gemüsesorten vorher einzeln aus oder wähle Gläschen mit nur einer Gemüseart.

Als Zugabe werden Rapsöl. Sojaöl, Sonnenblumenöl und Maiskeimöl empfohlen.

Wähle als Fleischsorten Schwein, Rindfleisch, Lamm oder Geflügel aus. Dabei enthält Rindfleisch besonders viel Eisen. Gluten und Milch kann in kleinen Mengen angeboten werden. Beschränke allerdings die Milchmenge auf 200 ml pro Tag - etwa die Portion zum Anrühren eines Abendbreis.

Forscher am Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) in Davos erklären zudem, dass kurzkettige Fettsäuren bestimmte Immunzellen produzieren, die vor Allergien schützen. Diese Fettsäuren sind in Milchprodukten, aber auch in Obst und Gemüse enthalten. Deshalb legen die Forscher auf basische Ernährung bei der Allergieprävention sehr grossen Wert.

Weitere Tipps, die Eltern beachten sollten

Hat dein Baby einen erhöhten BMI, solltest du das mit deinem Kinderarzt abklären, da Kinder, die an Übergewicht leiden, häufiger Allergien entwickeln. Vielleicht lohnt es sich auch, einen Ernährungsberater aufzusuchen. Neueste Daten ergaben, dass eine zu hohe Proteinzunahme im Säuglingsalter zu höherem Gewicht bei Kindern in den ersten zwei Jahren führen kann. Gegebenenfalls würde dann eine Umstellung der Ernährung auf proteinärmere Ernährung Sinn machen.
Verzichten sollten Babys auch auf zu viel Margarine und Sojaprodukte. Diese wirken entgegen der Allergieprävention.
Neue Lebensmittel sollten Eltern ihren Kindern mit einem Abstand von mehreren Tagen bis zu einer Woche anbieten. Sollten Unverträglichkeiten bestehen, können diese so zielsicher erkannt und die entsprechenden Lebensmittel ausgeschlossen werden. Produkte, die harmlose Allergien beispielsweise einen Ausschlag auszulösen scheinen, können dann einige Wochen später noch einmal angeboten werden. Findet erneut eine Reaktion statt oder das Kind zeigt generell starke allergische Symptome auf, sollte ein Arzt konfrontiert werden.

Aktiv gegen Allergien

Die richtige Beikost-Einführung kann das Allergierisiko deutlich senken. Trotzdem solltest du das Ziel der festen Nahrungsaufnahme nicht aus den Augen verlieren: die Freude des eigenen Sprösslings am selbstständigen Essen. Letztendlich wird er dir ganz genau zeigen, was er mag oder eben nicht. Wichtig ist, entspannt zu bleiben, wenn dein Baby die Beikost verweigert, welche für die Allergieprävention empfohlen wird. Biete es ihm immer wieder an und geniesst das gemeinsame Familienessen.

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