Wenn ich auf unsere Ausgaben schaue, fällt mir immer wieder dasselbe auf: Miete, Krankenkassenprämie und Betreuungskosten stehen fest, bevor der Monat überhaupt begonnen hat. Umso spannender finde ich die andere Hälfte. Lebensmittel, Drogerieartikel, Kleidung, Schulmaterial, Freizeit – das sind die variablen Kosten. Sie laufen am ehesten aus dem Ruder, und genau deshalb steckt in ihnen meiner Erfahrung nach das grösste Sparpotenzial.
Der Wocheneinkauf ist für mich der wichtigste Hebel. Er kommt jede Woche, er ist planbar, und er lässt sich verändern, ohne dass jemand in der Familie das Gefühl hat, verzichten zu müssen. Das ist für mich der entscheidende Punkt: Clever einkaufen heisst nicht, sich alles zu verbieten. Es heisst, für Dinge, die ohnehin gekauft werden, weniger zu bezahlen – und den Unterschied für etwas Schöneres oder für die Zukunft zu verwenden.
Was zwischen Einkaufszettel und Kasse passiert
Ich kenne dieses Gefühl gut. Wir leben in einer Umgebung, in der die Verlockungen des Einkaufens allgegenwärtig sind: Werbung, Aktionen, Rabattcodes, der einfache Zugang zu Online-Shops. Dazu kommen die kleinen Ausgaben, die ich schlicht nicht mehr wahrnehme – der schnelle Kaffee, das Extra an der Kasse, die dritte Lieferung in einer Woche. Am Monatsende schaue ich auf den Kontostand und denke: «So viel war das doch gar nicht.»
Die Stolpersteine sind bei mir fast immer dieselben:
- Einkaufen ohne Liste. Jeder Gang durch den Laden wird dann zur Entscheidungssituation.
- Einkaufen mit Hunger. Der Einkaufswagen füllt sich messbar schneller.
- Täglich «nur schnell etwas holen». Je öfter du im Laden stehst, desto mehr landet im Korb.
- Spontane Haushaltskäufe. Das neue Küchenutensil, das Technik-Gadget, die Deko – nett, aber selten nötig.
- Lieferservices und Takeaway sind praktisch und gehören zu den teuersten Varianten, sich zu verpflegen.
Dazu kommt ein Effekt, den ich lange unterschätzt habe: Preise verändern sich laufend, Packungsgrössen ebenfalls. Was letztes Jahr ein guter Deal war, ist es heute womöglich nicht mehr. Ohne Vergleich fällt mir das schlicht nicht auf.
Das Gute daran: Sobald ich diese Muster einmal gesehen hatte, liessen sie sich gezielt entschärfen. Und zwar nicht mit Disziplin, sondern mit Struktur.
Planung ist die halbe Miete
Der wirksamste Spartipp beim Einkaufen kostet nichts und dauert bei mir 15 Minuten pro Woche: planen, bevor es losgeht.
- Erstelle einen Essensplan für die Woche. Überlege dir, welche Mahlzeiten auf den Tisch kommen sollen, und schreibe erst danach die Zutaten auf. Das reduziert Spontankäufe, spart Nerven im hektischen Alltag und führt nebenbei zu ausgewogenerem Essen.
- Geh nie ohne Einkaufsliste einkaufen. Eine gut durchdachte Liste sorgt dafür, dass wirklich nur das im Wagen landet, was gebraucht wird.
- Werfe vorher einen Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank. Was schon da ist, muss nicht doppelt gekauft werden.
- Bündle den Einkauf auf einen, maximal 2 Tage pro Woche. Ein geplanter Grosseinkauf hält den Überblick – und die Zahl der Gelegenheiten für Impulskäufe tief.
- Plane Reste gleich mit ein. Wer ohnehin kocht, kann die doppelte Menge zubereiten und einfrieren. Der Mehraufwand ist klein, der Effekt nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich spürbar.
- Kreative Resteverwertung ist der Schlüssel gegen Foodwaste im Haushalt – und Foodwaste ist immer auch weggeworfenes Geld.
Im Laden clever entscheiden
Ist die Planung gemacht, entscheidet sich für mich der Rest an 3 bis 4 Stellen im Regal.
- Vergleiche Preise – am besten pro Kilo oder Liter. Der Vergleich kostet Zeit, doch diese Zeit ist gut investiert. Prospekte, Apps und die Preisangaben am Regal machen die Unterschiede sichtbar.
- Probiere Eigenmarken aus. Sie sind in der Regel deutlich günstiger als Markenprodukte, oft von vergleichbarer Qualität, und es gibt sie inzwischen auch in Bio-Qualität. Nicht selten steckt derselbe Hersteller dahinter, nur mit einem anderen Etikett.
- Kaufe saisonal und regional. Saisonale Produkte sind häufig günstiger und frischer als importierte Ware. Erdbeeren im Januar müssen nicht sein.
- Lege haltbare Produkte im Angebot auf Vorrat an. Teigwaren, Reis, Konserven, Tiefkühlware, Wasch- und Pflegemittel: Das lohnt sich im Bündel. Achte aber auf das Haltbarkeitsdatum und kaufe nur, was ihr tatsächlich verbraucht – sonst kippt der Spareffekt ins Gegenteil.
- Nutze Treueprogramme und Rückvergütungen bewusst. Sie sind dann sinnvoll, wenn sie Einkäufe begleiten, die du sowieso machst. Ein Rabatt auf etwas, das du ohne den Rabatt nie gekauft hättest, ist kein Sparen.
- Schau dir Plattformen an, die überschüssige Lebensmittel vergünstigt weitergeben. Läden, Bäckereien und Restaurants verkaufen kurz vor Ladenschluss Überraschungspakete zu einem Bruchteil des Preises.
Über den Wocheneinkauf hinaus
Der Einkauf endet nicht beim Supermarkt. Schulsachen im August, Winterjacken im Oktober, das Velo zum Geburtstag, die Drogerie-Einkäufe zwischendurch: Unser Familienbudget ist ständig in Bewegung. Auch hier helfen mir ein paar einfache Prinzipien.
- Nutze das 24-Stunden-Prinzip. Lege Online-Einkäufe zuerst in den Warenkorb und warte einen Tag. Impulskäufe reduzieren sich dadurch drastisch.
- Kaufe antizyklisch. Sportartikel, Schuhe und Winterkleidung sind am Ende der Saison am günstigsten – eine Nummer grösser gekauft, passen sie im nächsten Jahr.
- Prüfe, ob gebraucht eine Option ist. Kinderkleidung, Schlittschuhe, Skis oder Spielsachen werden oft kaum benutzt. Second-Hand-Börsen, Tauschgruppen und Bibliotheken für Spielzeug sind in vielen Gemeinden gut etabliert.
- Behalte wiederkehrende Zahlungen im Blick. Abonnements für Streaming, Magazine oder Apps fallen selten auf, summieren sich aber zuverlässig.
- Vergiss das Geniessen nicht. Ein Budget, das jede Freude streicht, hält keine 2 Monate. Der gemeinsame Restaurantbesuch darf drin sein – bewusst geplant statt spontan und nebenbei.
Digitale Helfer, wenn sie zum Alltag passen
Hilfreich finde ich Werkzeuge, die den Aufwand senken statt erhöhen: eine geteilte Einkaufsliste, auf die beide Elternteile Zugriff haben, eine App oder eine simple Tabelle für die Ausgaben, und eine Banking-App, die den Kontostand nach jedem Einkauf anzeigt. Entscheidend ist für mich nicht, welches Tool im Einsatz ist, sondern dass es tatsächlich genutzt wird. Ein Haushaltsbuch, das nach 3 Wochen in meiner Schublade liegt, bringt weniger als eine Notiz auf dem Handy, die bleibt.
Was das im Familienbudget tatsächlich ausmacht
Genau hier wird es für mich interessant, denn einzeln wirken all diese Tipps klein. Zusammen verändern sie eine Budgetposition, die jeden Monat wiederkehrt.
Ein Rechenbeispiel, wie ich es gerne mache: Angenommen, eine Familie gibt rund 1’000 CHF pro Monat für Lebensmittel, Drogerie und Haushalt aus. Gelingt es, diesen Posten mit Planung, Eigenmarken und weniger Foodwaste um 10 % zu senken, sind das 100 CHF im Monat – und 1’200 CHF im Jahr. Ohne dass jemand am Tisch merkt, dass gespart wurde.
Cashback: der Spareffekt, der nebenbei passiert
Ein zweiter Hebel wirkt genau dort, wo ich ohnehin Geld ausgebe: bei den Rückvergütungen. Beim Cashback fliesst ein prozentualer Anteil des bezahlten Betrags als echtes Geld zurück – nicht als Punkte und nicht als Prämie im Sammelalbum. Mit unserer Clanq Debitkarte sind es zwischen 1 und 25 %: 1 % auf jeden Einkauf, deutlich mehr bei ausgewählten Cashback-Partnern. Im Letsfamily Shop zum Beispiel sind es 10 %.
Der Unterschied zum klassischen Rabatt ist für mich entscheidend: Cashback verlangt keine zusätzliche Kaufentscheidung. Es fällt bei Einkäufen an, die ich sowieso mache – vom Wocheneinkauf über die Drogerie bis zum Familienausflug. Und weil der Betrag automatisch in der Spardose des Kindes landet, gebe ich ihn nicht gleich wieder aus.
Zurück zum Rechenbeispiel: Bei 1’000 CHF Monatsausgaben ergibt allein das Grundcashback von 1 % rund 10 CHF pro Monat, also 120 CHF im Jahr – ohne jede Verhaltensänderung. Wer bei grösseren Anschaffungen gezielt auf Partnerangebote achtet, kommt schnell auf ein Mehrfaches davon. Dabei gilt für mich die Regel von vorhin weiter: Cashback lohnt sich bei dem, was du ohnehin kaufst, und ist kein Grund, mehr zu kaufen.
Noch deutlicher wird es, wenn das gesparte Geld nicht einfach im nächsten Einkauf versickert. 50 CHF pro Monat ergeben nach 18 Jahren über 10’000 CHF – und mit Zinsen oder Investitionen deutlich mehr. Der entscheidende Schritt ist deshalb, das Ersparte sichtbar zu machen: ein fixer Betrag, der am Monatsanfang automatisch auf ein Sparkonto oder in das Sparschwein des Kindes fliesst.
Damit das funktioniert, braucht es meiner Erfahrung nach kein kompliziertes System, aber einen groben Rahmen:
- Trenne im Budget Fixkosten und variable Kosten. Nur bei den variablen Kosten lohnt sich die Suche nach Sparpotenzial.
- Setze für den Einkauf ein Wochenbudget statt eines Monatsbudgets. Abweichungen fallen so nach ein paar Tagen auf, nicht erst am 28.
- Verfolge deine Ausgaben eine Zeit lang bewusst. Notiere, wofür du Geld ausgibst – und wenn möglich, warum. War es ein Bedürfnis oder ein Impuls?
- Nutze als Orientierung die 50/30/20-Regel: 50 % des Einkommens für Grundbedürfnisse und Fixkosten, 30 % für persönliche Ausgaben, 20 % zum Sparen.
- Plane einen Puffer ein. Unvorhergesehene Ausgaben kommen, das gehört zum Familienalltag.
Dass dieser Rahmen nicht selbstverständlich ist, zeigt eine qualitative Umfrage, die wir im Sommer 2025 unter Schweizer Eltern gemacht haben: Rund die Hälfte der Befragten arbeitete gar nicht mit einem Familienbudget. Die Gründe reichten von fehlender Zeit bis zur Unsicherheit, wie man so ein Budget überhaupt aufstellt. Von jenen mit Budget nutzten 54 % eine selbst erstellte Excel-Tabelle, 46 % aktualisierten es nur bei Bedarf. Die Botschaft daraus finde ich beruhigend: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Hauptsache, es passt in den Alltag – auf Papier, in Excel oder in einer App.
Kinder einbeziehen – der Effekt, der bleibt
Der Wocheneinkauf ist für mich eine der besten Gelegenheiten für Finanzerziehung, die der Familienalltag zu bieten hat. Hier wird abstraktes Geld konkret: Etwas kostet etwas, das Budget ist begrenzt, und eine Entscheidung für das eine ist eine Entscheidung gegen das andere.
Je nach Alter gibt es passende Aufgaben. Kleinere Kinder suchen Produkte von der Liste und vergleichen 2 Preise am Regal. Ältere übernehmen ein eigenes Teilbudget, etwa für das Znüni der Woche, und dürfen selbst entscheiden, wie sie es einteilen. Wieder andere planen ein ganzes Abendessen inklusive Einkauf und Kosten. Dabei lernen Kinder ganz nebenbei, dass Lebensmittel Geld kosten, dass Werbung Wirkung hat und dass sich Vergleichen lohnt.
Genauso lohnt sich das Gespräch unter Erwachsenen. Die Ferienplanung, der Schulanfang oder der Jahreswechsel sind gute Anlässe, um gemeinsam durchzugehen, wo gespart werden kann und wo bewusst mehr investiert werden soll. Sparen an einer Stelle macht an einer anderen etwas möglich – dieser Zusammenhang ist auch für Kinder gut nachvollziehbar.
Wichtig ist dabei die Konsequenz: Wenn das Znüni-Budget am Donnerstag aufgebraucht ist, ist es aufgebraucht. Ein «ausnahmsweise» nimmt der Erfahrung ihren Lerneffekt. Und wer früh lernt, mit Geld umzugehen, trifft später souveränere Entscheidungen – das ist mir als Mutter besonders wichtig.
Fazit: kleine Entscheidungen, grosse Wirkung
Beim Einkaufen zu sparen ist für mich keine Frage von Verzicht, sondern von Struktur. Ein Essensplan, eine Liste, ein bewusster Blick aufs Preisschild und ein Budget, das zur Familie passt: Mehr braucht es nicht, damit ein spürbarer Betrag im Monat übrig bleibt. Wer diesen Betrag dann nicht dem Zufall überlässt, sondern automatisch beiseitelegt, macht aus vielen kleinen Alltagsentscheidungen mit der Zeit etwas Grosses.
Und der schönste Nebeneffekt kostet gar nichts: Kinder, die beim Planen und Einkaufen dabei sind, nehmen ein Gefühl für den Wert von Geld mit – und das bleibt länger als jedes Sonderangebot.
Autorin:
Christina Hammer, Co-Founder und CEO von Clanq, der App für Familienfinanzen. Cashback sammeln, sparen und investieren für die Zukunft und Finanzerziehung für dein Kind: Mit der Clanq App wird der clevere Umgang mit Geld Teil deines Alltags.