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Autorin: Elisabeth Theissen, Mutter der Gründer von Schulduell

Zwei Schüler zeigen zum Schulstart: Schule ist wie ein Spiel

Ein Schulwechsel, eine neue Klasse oder der erste Schultag können sich für Kinder ganz schön überwältigend anfühlen. Zwei Brüder fanden dafür eine besondere Lösung: Sie erklärten die Schule kurzerhand zum Spiel. Aus ihrer Idee entstand nicht nur eine neue Perspektive auf Herausforderungen, sondern sogar ein eigenes Kartenspiel. Eine Geschichte darüber, wie aus Unsicherheit Mut, Neugier und SCHULDUELL wurden.

Autorin: Elisabeth Theissen, Mutter der Gründer von Schulduell

Der erste Schultag. Eine neue Klasse. Eine neue Lehrperson. Vielleicht sogar eine ganz neue Schule.

Was für uns Erwachsene nach einem Neuanfang klingt, kann sich für Kinder zunächst ziemlich gross und unübersichtlich anfühlen. Werde ich Freunde finden? Ist meine Lehrerin nett? Was, wenn ich etwas nicht kann? Werde ich mich wohlfühlen?

Genau vor diesen Fragen standen meine beiden Söhne Theodor und Frederik im vergangenen Sommer. Was damals mit einem einzigen Satz begann, entwickelte sich später zu einem Kartenspiel, das heute von Familien und Schulen gespielt wird. Doch zuerst war da einfach ein grosser Bruder, der seinem kleinen Bruder (und vielleicht auch sich selbst) Mut machen wollte.

Ein neues Land, eine neue Schule und ganz viele Fragen

Wir waren als Familie gerade von der Schweiz nach Bratislava in die Slowakei gezogen. Für unsere drei Kinder war plötzlich vieles neu: das Land, die Sprache, die Umgebung und der Alltag. Für unsere beiden älteren Söhne bedeutete der Umzug zusätzlich einen grossen schulischen Neustart. Theodor kam mit acht Jahren in die 3. Klasse, Frederik wurde mit sechs Jahren eingeschult. Beide besuchen heute die Deutsche Schule Bratislava.

In den Wochen vor dem Schulstart sprachen wir immer wieder darüber, was sie erwarten würde. Offensichtlich beschäftigte sie sehr, was auf sie zukommen würde, und sie hatten grossen Respekt vor diesem neuen Lebensabschnitt.

Wie sind die anderen Kinder? Finden wir Freunde? Sind die Lehrpersonen nett? Wie sieht der Schulalltag aus?

Es waren keine grossen Ängste. Vielmehr diese vielen kleinen Fragezeichen, die entstehen, wenn man etwas noch nicht kennt.

Vielleicht kennst du das von deinem eigenen Kind – vor der Einschulung, nach einem Umzug, bei einem Schulwechsel oder auch an einem ganz normalen Sonntagabend, wenn dein Kind sagt: «Ich möchte morgen nicht in die Schule.»

«Frederik, Schule ist wie ein Spiel.»

Eines Abends sprachen wir beim Abendessen wieder über die neue Schule. Plötzlich sagte Theodor zu seinem kleinen Bruder:

«Frederik, Schule ist wie ein Spiel.»

Wir schauten ihn überrascht an und fragten nach.

«Ganz einfach», erklärte er. «In der Schule gibt es Dinge, für die man Pluspunkte sammeln kann. Zum Beispiel, wenn man seine Hausaufgaben macht, die Lehrperson freundlich grüsst oder einem anderen Kind hilft.

Und es gibt Dinge, für die man Minuspunkte bekommt. Wenn man andere auslacht oder im Unterricht nur Quatsch macht.

Und dann passieren natürlich immer wieder völlig unvorhersehbare Dinge – zum Beispiel, wenn man zum Schuldirektor muss, eine Klasse überspringen darf oder an einem Wettbewerb teilnimmt. Auch dafür könnte man Punkte gewinnen oder verlieren.»

Ich weiss noch genau, wie sich in diesem Moment die Stimmung am Esstisch verändert hat. Zum ersten Mal seit Wochen sprachen wir nicht mehr darüber, was alles schiefgehen könnte. Stattdessen überlegten wir gemeinsam, wie man in diesem «Spiel Schule» möglichst viele Pluspunkte sammeln könnte.

Die Schule war plötzlich nicht mehr nur dieses grosse Unbekannte. Sie wurde zu etwas, das die beiden selbst mitgestalten konnten.

Manchmal verändert eine neue Perspektive alles

Wir Eltern wünschen uns oft, unseren Kindern ihre Sorgen einfach nehmen zu können.

«Du brauchst keine Angst zu haben.»

«Das wird bestimmt toll.»

«Du findest ganz sicher schnell Freunde.»

Wir meinen es gut. Aber wir können unseren Kindern nicht versprechen, wie etwas wird.

Was Theodor damals intuitiv gemacht hat, war etwas anderes.

Er hat die Situation nicht verändert. Die neue Schule war immer noch neu. Die Lehrpersonen waren immer noch unbekannt. Niemand wusste, wie schnell sie Freunde finden würden.

Aber er hat die Perspektive verändert.

Aus der Frage «Was passiert mit mir?» wurde plötzlich die Frage: «Wie kann ich dieses Spiel beeinflussen, damit es gut läuft?»

Genau das war der eigentliche Wendepunkt. Die Schule hatte sich nicht verändert – aber der Blick der beiden darauf. Aus Unsicherheit wurde Neugier. Und aus dem Gefühl, der Situation ausgeliefert zu sein, entstand das Gefühl, selbst etwas mitgestalten zu können.

Aus einer Kinderidee wird SCHULDUELL

Noch am selben Abend begannen Theodor und Frederik, ihre Idee aufzuschreiben. Aus Pluspunkten wurden Pluskarten, aus Minuspunkten Minuskarten und aus den unvorhersehbaren Situationen lustige Aktionskarten.

In den folgenden Wochen wurde gebastelt, ausprobiert und immer wieder verändert. Die ersten Spielkarten bestanden aus Papier. Gespielt wurde am Küchentisch, später mit den ersten neuen Freunden in Bratislava. Spielregeln wurden angepasst, Karten ergänzt und Ideen wieder verworfen.

So entstand Schritt für Schritt das Kartenspiel SCHULDUELL.

Heute gibt es das Spiel als professionell produziertes Kartenspiel für Kinder, Familien und Schulen.

Wenn ich den beiden heute beim Spielen zuschaue, denke ich oft daran zurück, wie alles begonnen hat. Nicht mit dem Wunsch, ein Spiel zu entwickeln oder Unternehmer zu werden, sondern mit zwei Kindern, die einen Weg suchten, mit einem grossen Neuanfang umzugehen.

Was wir Eltern daraus lernen können

Nicht jedes Kind wird aus seinen Sorgen ein Kartenspiel entwickeln. Und das muss es natürlich auch nicht.

Aber vielleicht können wir unseren Kindern häufiger helfen, eine neue Perspektive auf Situationen zu finden, vor denen sie Respekt haben oder auf die sie gerade keine Lust haben.

Was wäre, wenn der erste Schultag einfach das nächste Level wäre?

Wenn eine schwierige Aufgabe eine Challenge wäre?

Wenn Fehler nicht bedeuten würden, dass man etwas nicht kann, sondern dass man gerade noch mitten im Spiel ist?

Als Mutter hat mich damals vor allem eines beeindruckt: Ich konnte meinen Kindern ihre Unsicherheit nicht nehmen. Aber ich durfte erleben, wie Theodor selbst einen Weg fand, anders auf die Situation zu schauen. Manchmal ist genau das das grösste Geschenk, das wir unseren Kindern machen können – ihnen zuzutrauen, eigene Lösungen zu entwickeln.

Vor Kurzem wurde Theodor in einem Interview gefragt, welchen Tipp er Kindern geben würde, die Respekt vor einer Einschulung, einem Schulwechsel oder einer anderen neuen Situation haben.

Seine Antwort hat mich tief berührt:

«Weisst du, es ist normal, Angst zu haben. Das ist gar nicht schlimm. Es fühlt sich einfach nicht gut an. Mir hilft dann immer, dass ich mir eine andere Geschichte erzähle – eine, die sich besser anfühlt.»

Vielleicht beginnt auch bei euch eine neue Geschichte

Vielleicht wird dein Kind nach den Sommerferien eingeschult. Vielleicht wechselt es die Klasse oder die Schule. Vielleicht geht es schon länger nicht besonders gerne zur Schule oder hat eine ganz andere Herausforderung.

Dann erzähl ihm doch einmal von Theodor und Frederik und wie sie das gemacht haben oder fangt an euch eine neue Geschichte zu erzählen, die sich für euch besser anfühlt.

Mehr über Theodor und Frederik, die Geschichte hinter SCHULDUELL sowie den direkten Link zum Spiel findest du unter www.schulduell.de.

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