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Tränen beim Abschied

Trennungsangst bei Kindern © Firma V - AdobeStock.com

Vielleicht kommt dir die Situation vertraut vor: dein Kind freut sich auf den Kindergarten oder die KiTa, aber sobald du Anstalten machst, dich zu verabschieden, fängt es herzzerreissend an zu weinen.

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Fast alle Eltern haben bereits diese Erfahrung gemacht und können bestätigen, wie schwierig es ist, sein Kind in der Obhut von Erzieherinnen oder Tagesmüttern zurückzulassen, während die Tränchen kullern. Dennoch solltest du dir keine Sorgen darüber machen: Zur Entwicklung eines jeden Kindes gehört es dazu, seinen Erfahrungshorizont zu erweitern und die Welt nach und nach auch ohne die Eltern zu erkunden.

Eltern müssen signalisieren: Wir schaffen das!

Das Wichtigste vorab: Kinder spüren sehr genau, wie es in ihren Eltern aussieht und ob sie ängstlich, verunsichert und voller Zweifel sind, ob die Trennung gut verlaufen wird. Je angespannter du selbst also angesichts der bevorstehenden Trennung bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich deine Ängste auf dein Kind übertragen. Um für dich selbst die nötige Ruhe zu erlangen, solltest du dir selbst zunächst sicher sein, dass DU bereit bist, einen Teil der Erziehung deines Kindes anderen Personen anzuvertrauen und es loszulassen. 

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Zeit nehmen für die Eingewöhnung

Viele Eltern haben gute Erfahrungen damit gemacht, ihr Kind in den ersten Wochen täglich in die Einrichtung zu begleiten und sich dann schrittweise zurückzuziehen, bis es die Erzieher, die anderen Kinder und die Räume gut kennt und sich sicher und geborgen fühlt. Wahrscheinlich wird das Kind noch Wochen nach der Eingewöhnungszeit beim morgendlichen Abschied trotzdem erstmal weinen und nicht wollen, dass Mama oder Papa geht. Viele Kinder können den Abschiedsschmerz besser bewältigen, wenn sie ihren Emotionen durch Tränen für einige Minuten freien Lauf lassen. Du kannst sicher sein, dass das morgendliche Weinen beim Abschied die Entwicklung deines Kindes nicht negativ beeinträchtigen wird.

Ihr könnt euch auch gemeinsam mit dem Kind überlegen: Was würde dir helfen? Was könnten wir machen?“ Vielleicht gibt es eine einfache Ablenkung durch die Betreuungsperson oder ein Abschiedsritual, das deinem Kind helfen kann, den Trennungsschmerz zu überwinden.

Tipps, wie der Abschied besser klappt:

  • Evt. fällt es dem Kind leichter, wenn mal Papa oder eine andere Betreuungsperson das Kind hinbringt?
  • Versuche, selber zu lachen und das Kind abzulenken
  • Vielleicht mag es dein Kind ruhiger? Achte darauf, dass das Reingehen und Umziehen ruhig abläuft und dein Kind so ruhig ankommen kann. 
  • Lege ein Foto von dir in den Rucksack
  • Bastle einen Wochenplan, an dem dein Kind morgens oder abends den Tag anstreichen kann.
  • Plane fürs Wochenende was Schönes, auf das es sich freuen kann.

Sollte das Weinen jedoch auch für mehr als zwei Monate anhalten und das Kind nur aufhören, weil es zu erschöpft vor lauter Weinen ist, dann sollte den Problemen auf den Grund gegangen werden oder den Besuch der Einrichtung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, bis das Kind reif dafür ist.

Rituale sind wichtig

Bewährt hat es sich, den täglichen Gang in den Kindergarten nach sich wiederholenden Abläufen zu gestalten, die dem Kind die nötige Sicherheit geben. Zusätzlich hilft es, wenn Kinder das geliebte Kuscheltier mitnehmen dürfen oder eventuell einen Schal, der nach Mama oder Papa riecht. Wichtig ist es, nach dem Abschied nicht mehrmals reflexartig zum Kind zurückzugehen, um es zu trösten oder in den Arm zu nehmen - dies zögert den Abschiedsschmerz nur unnötig hinaus. Vertraue darauf, dass es gut aufgehoben ist und dass die Erzieher bestens darin geschult sind, zu trösten und die Erziehung in deinem Sinne zu übernehmen.

Du kannst mit den Erziehern verabreden, dass sie dich in den ersten Tagen anrufen, sobald dein Kind aufgehört hat zu weinen. Viele Eltern sind überrascht und erleichtert, wenn sie feststellen, dass es bereits nach Schliessen der Tür fröhlich spielt, obwohl es doch vor wenigen Augenblicken noch markerschütternd geweint hat.

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