Sommerhitze? So bleibt das Kinderzimmer kühl – tagsüber und nachts

Angenehmes Raumklima im Kinderzimmer schaffen © New Africa - AdobeStock.com

Die Sommer werden immer heisser und vor allem Kinder leiden unter den hohen Temperaturen. Denn ihre noch kleinen Körper sind weniger gut in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren als die der Erwachsenen, wodurch Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen drohen. Das Kinderzimmer sollte in solchen Zeiten einen kühlen Rückzugsort darstellen, in dem dein Kind unbeschwert spielen und schlafen kann. Doch je nachdem, wo sich dieses befindet, kann es sich übermässig aufheizen. Folgende Tipps helfen dir dabei, die Sommerhitze auszusperren und das Kinderzimmer selbst im Hochsommer angenehm zu halten.

In den vergangenen Jahren jagt eine Hitzewelle die nächste und immer wieder werden neue Rekordtemperaturen erreicht – im Sommer wie im Winter. Schnell steigen die Temperaturen im Hochsommer weit über die 30-Grad-Marke, erreichen mancherorts sogar 40 oder mehr Grad Celsius. Für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind solche Temperaturen eine echte Herausforderung, was für Kinder in besonderem Ausmass gilt.

Es liegt somit in deiner Verantwortung als Mutter oder Vater, dein Kind vor solchen Temperaturextremen zu schützen und ihm einen sicheren Rückzugsort zu bieten. Das Kinderzimmer ist dafür eine hervorragende Möglichkeit und bleibt mit einigen simplen Tipps selbst an den heissesten Tagen erträglich:


1. Ein Thermometer anbringen.

Ein erster Schritt, um die Temperatur im Kinderzimmer zuverlässig zu kontrollieren, ist das Anbringen eines Thermometers. Dadurch bekommst du ein Gespür dafür, ob das Zimmer zu warm oder im Winter zu kalt ist. Besser noch ist die Kombination mit einem Hygrometer, denn auch die Luftfeuchtigkeit spielt für ein gutes Raumklima eine zentrale Rolle.

Mit einem Thermometer die Temperatur im Kinderzimmer kontrollieren © Marymash - AdobeStock.com

2. Elektronische Geräte entfernen.

Elektronische Geräte geben Wärme ab und können die Umgebung im Sommer zusätzlich aufheizen. Zudem sind Elektrogeräte im Kinderzimmer ohnehin umstritten. Die beste Lösung besteht deshalb darin, sie aus dem Kinderzimmer zu entfernen oder – falls dies nicht möglich ist – sie zumindest auszuschalten und den Stecker zu ziehen.

3. Regelmässig und richtig lüften.

Das richtige Lüften ist ganzjährig wichtig, um ein angenehmes Raumklima herzustellen und eine Schimmelbildung zu verhindern. Zudem ist frische Luft essenziell für die Gesundheit und somit für die kindliche Entwicklung.

Prinzipiell ist es daher gut, im Sommer die Fenster zu öffnen und viel frische Luft in die Innenräume zu lassen. Liegen die Aussentemperaturen jedoch weit über der optimalen Raumtemperatur, dringen sie nach innen und sorgen dafür, dass sich das Kinderzimmer aufheizt. Es lohnt sich deshalb, einen Blick in den Wettbericht zu werfen und an sehr heissen Tagen morgens zu lüften, wenn es noch angenehm kühl ist.

Ein weiterer hervorragender Zeitpunkt zum Querlüften ist der Abend, wenn die Sonne langsam verschwindet und die Luft abkühlt. Doch Vorsicht: Zur typischen Schlafenszeit jüngerer Kinder ist es draussen noch zu warm. Denn ihren Höhepunkt erreicht die Aussentemperatur an heissen Sommertagen oft erst gegen 18 Uhr.

4. Tagsüber die Fenster schliessen.

Wichtig ist, dass du nach dem Lüften am Morgen die Fenster schliesst. So verhinderst du, dass die heisse Luft von aussen nach innen dringen und das Kinderzimmer erwärmen kann. Denn selbst, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung stattfindet, kann die Luft im Kinderzimmer dadurch schnell 30 Grad oder mehr erreichen – und damit zu hohe Werte für sorgenfreies Spielen oder einen guten Schlaf. Schliesst du die Fenster hingegen, solange die Temperaturen noch angenehm sind, bleiben sie das auch den ganzen Tag über.

5. Einen Sonnenschutz anbringen.

An heissen Tagen darf keine direkte Sonneneinstrahlung in das Kinderzimmer gelangen. Ansonsten erwärmt sich die Luft auch durch das geschlossene Fenster. Ein Sonnenschutz ist deshalb essenziell, um das Kinderzimmer trotz Sommerhitze kühl zu halten – und um einen Sonnenbrand oder Sonnenstich beim Spielen im Kinderzimmer zu verhindern. Ein solcher Sonnenschutz kann verschiedene Formen annehmen. Gardinen bringen den Nachteil mit sich, dass sie das Zimmer stark verdunkeln, sodass es zum Spielen tagsüber beleuchtet werden muss.

Rollos halten die Sonnenstrahlen draussen © Africa Studio - AdobeStock.com

Besser sind daher Plissees oder Rollos, um die Sonnenstrahlen draussen zu halten, aber das Licht zumindest teilweise hereinzulassen. Letztere bergen jedoch einige Gefahren, die du beachten musst, wenn dein Kind noch sehr jung ist. Der optimale Sonnenschutz am Fenster ist somit auch vom Alter des Kindes abhängig.

6. Mit einem Luftbefeuchter oder -entfeuchter arbeiten.

Falls sich nach all diesen Massnahmen die Luft im Kinderzimmer immer noch zu warm anfühlt oder wenn diese laut Hygrometer zu trocken ist, kann sich die Investition in einen Luftbefeuchter lohnen. Denn je feuchter die Luft, desto kühler fühlt sie sich an. Ein Luftbefeuchter hilft also auf natürliche Weise dabei, die Raumtemperatur zu senken. Wie bereits erwähnt, sollten aber die 60 Prozent nicht überschritten werden, um kein unangenehmes, feuchtwarmes sowie schimmelförderndes Klima zu kreieren. Ansonsten tritt der gegenteilige Effekt ein, denn bei Schwüle fühlt sich die Luft noch wärmer an. Ist die Luftfeuchtigkeit also zu hoch, kann ein Luftentfeuchter das Problem lösen, ohne dass du die Fenster zum Lüften öffnen und die warme Luft hereinlassen musst.

7. Feuchte Wäsche aufhängen.

Dieselbe Funktionsweise bringt nasse Wäsche mit sich, die du im Kinderzimmer aufhängen kannst. Häufig wird von einer natürlichen Klimaanlage gesprochen und viele Eltern hängen dafür zum Beispiel nasse Bettlaken neben das Fenster. Durch die warme Luft trocknen sie schnell und geben ihre Feuchtigkeit in den Raum ab. In diesem Zuge entsteht Verdunstungskälte und die Raumtemperatur sinkt. Steigt die Luftfeuchtigkeit jedoch zu sehr, entsteht eine schwüle Luft, die als unangenehm und wärmer empfunden wird. Hierbei gehen die Meinungen also auseinander und in jedem Fall ist es wichtig, das Hygrometer im Blick zu behalten. Schlussendlich musst du einfach ausprobieren, was für dein Kind und seinen Raum am besten funktioniert.

8. Luft aktiv kühlen.

Das Spiel mit der Luftfeuchtigkeit erfordert also Fingerspitzengefühl und ist für das Kinderzimmer nicht immer optimal. Schliesslich ist manchmal kein Platz für die nasse Wäsche und diese darf nicht zur Gefahr werden. Ebenso wenig möchtest du Schimmel im Kinderzimmer riskieren. Falls also diese Massnahmen nicht infrage kommen oder nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist die Investition in eine aktive Kühlung des Kinderzimmers eine Überlegung wert. Ein Luftkühler oder eine Klimaanlage ist dafür eine gute Option, jedoch darf der Temperaturunterschied zur Aussenluft nicht zu gross sein, um keine Erkältung zu riskieren. Auch Ventilatoren können eingesetzt werden, fordern sie kindersicher sind und nicht direkt auf das Kind gerichtet werden. Wenn solche Geräte also keine Zugluft in Kindernähe verursachen und so stehen, dass keine Verletzungen durch Herunterfallen, lose Kabel & Co drohen, können sie bei rekordverdächtiger Sommerhitze willkommene Helfer sein. Das gilt vor allem bei einem Kinderzimmer im Dachgeschoss, denn die heissen Temperaturen dort auf natürliche Weise fernzuhalten, gestaltet sich trotz all der genannten Massnahmen oft schwierig. Schlussendlich musst du im Einzelfall entscheiden, was im jeweiligen Kinderzimmer möglich und sinnvoll ist.

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