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Schwimmen lernen

Benjamin Soland für Swiss Swimming Federation

Der Schwimmsport gilt als eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Im Wasser werden alle Muskeln gelenkschonend trainiert, zusätzlich werden Ausdauer und Koordination gefördert. Schwimmen gehört aber auch zu den beliebtesten und meist betriebenen Sportarten. Gemäss der Studie „Sport Schweiz 2014“ (Bundesamt für Sport, 2014) geben rund 300‘000 Menschen in der Schweiz Schwimmen als Hauptsportart an und weitere 3 Millionen Menschen schwimmen regelmässig.

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Leider gibt es trotzdem zahlreiche Personen, die nie richtig schwimmen gelernt haben. In Familien wird eine frühe Grundausbildung im Wasser – Wassersicherheit bereits im frühen Kindesalter – als extrem wichtig angesehen. Denn nur wer schwimmen kann, darf sich im und am Wasser sicher fühlen. Tatsächlich gibt es immer noch zahlreiche Ertrinkungsunfälle in der Schweiz. Um präventiv gegen solche dramatischen Geschehnisse vorzugehen, wird eine frühe Selbstrettungskompetenz bei Kindern angestrebt. So lernen die Sprösslinge bereits sehr früh, bei einem unvorhergesehenen Sturz ins Wasser, selbständig an das Ufer oder an den Beckenrand zurückzuschwimmen. Das Thema Sicherheit im und am Wasser ist ein zentrales Anliegen.

Wegen akuten Schwimmbadmangels können leider längst nicht alle Schulkinder von regelmässigem und qualitativ gutem Schwimmunterricht profitieren. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich die Eltern aktiv mit dem Thema „Schwimmen lernen“ befassen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Kinder, schwimmen zu lernen?

Je früher desto besser. Der richtige Zeitpunkt ist jedoch auch von der Entwicklung des Kindes abhängig. Der Schweizerische Schwimmverband, Swiss Aquatics, empfiehlt den Eltern, bereits Babys und Kleinkinder regelmässig mit Wasser in Kontakt zu bringen und sie so mit dem fremden Element vertraut zu machen. Somit kann anschliessend eine angstfreie und natürliche Sicherheit im Wasser vermittelt werden. Gefahren werden frühzeitig erkannt und das richtige Verhalten im und rund ums Wasser erlernt. Die Basisausbildung in einer Schwimmschule oder auch Privat sollte mit zirka 4 Jahren begonnen werden.

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Weshalb ist es so wichtig, dass Kinder möglichst früh schwimmen lernen?

Der Umgang mit Wasser birgt Gefahren und verzeiht dadurch kein Fehlverhalten. Kinder sollten deshalb möglichst früh eine minimale „Selbstrettungskompetenz“ erlangen, um sich selbst aus Gefahrensituationen befreien zu können. Sobald sich Kinder im Wasser zum Beispiel auf den Rücken drehen können, sind sie in der Lage, sich über Wasser zu halten. Dies kann manchmal entscheidend sein.

Im frühen Kindesalter ist zudem die Fähigkeit, Neues zu erlernen noch sehr hoch. So können neue Bewegungsmuster schneller und besser umgesetzt und verinnerlicht werden.

Wie ist die Basisausbildung aufgebaut?

In den Schweizer Hallenbädern gibt es zahlreiche Schwimmschulen, welche unterschiedliche Kurse anbieten. Grundsätzlich beginnt aber jedes Kind mit der ersten Wassergewöhnung, wo die Kids die wichtigsten Basiskompetenzen des Schwimmens lernen: schweben, gleiten und unter Wasser ausatmen. Darauf werden Wechselbeinschlagbewegungen aufgebaut, beginnend mit dem Wechselbeinschlag in Rücken- und Bauchlage. Anschliessend werden nach und nach die Teilbewegungen für die Lagen Rücken und Kraul zusammengesetzt, bis die Koordination der Arme, Beine und der Atmung ausgeführt werden kann. Die Wechselschlagbewegungen sind für die Kinder einfacher auszuführen, da sie einem natürlichen Bewegungsmuster folgen. Beim Schwimmen auf dem Rücken fällt ausserdem die Ausatmung unter Wasser weg, was eine weitere Vereinfachung darstellt. Anschliessend folgen die Gleichschlagbewegungen mit den Schwimmlagen Brust und Delfin. Das Brustschwimmen ist von der Bewegungsausführung her sehr komplex und erfordert gut ausgebildete Koordinationsfähigkeiten. Die Kinder sind erst ab etwa sechs Jahren koordinativ weit genug entwickelt, um die Bewegungen des Brustschwimmens sauber ausführen zu können. Das Delfinschwimmen erfordert zusätzlich zu den koordinativen Anforderungen eine erhöhte Kraftfähigkeit, die sehr junge Kinder noch nicht haben.


Bildquelle Diego Balli - diegoballi.ch

Das Swiss Aquatic Ausbildungssystem

Der nationale Sportverband Swiss Aquatic hat ein eigenes System entwickelt, das den Kindern motivierend, aber ohne Leistungsdruck, das Schwimmen beibringt und sie auch in spezifischen Disziplinen schult. Zum Lernerfolg nutzt die Ausbildung natürliche Ressourcen – den kindlichen Ehrgeiz und die Freude an der Bewegung. Angefeuert werden die Kids durch attraktive Klebermedaillen als Auszeichnungen für neu erlernte Fähigkeiten, die sie in ihrem persönlichen Kids Pass sammeln können.

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