37. Schwangerschaftswoche © Sebastian Kaulitzki - adobe.stocks.com

37. Schwangerschaftswoche (37. SSW) - dein Baby, dein Bauch

Mit dem Eintritt in die 37. Schwangerschaftswoche beginnt der zehnte Monat deiner Schwangerschaft. Selbst Schwangere mit einer komplikationslosen Schwangerschaft haben nun häufig keine Lust mehr, schwanger zu sein. Der dicke Bauch ist überall im Weg und schwer zu tragen. Hinzu kommt ein richtiger Gefühlscocktail: Auf der einen Seite die Angst vor der Geburt, auf der anderen die brennende Neugier auf das Baby.

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Wie entwickelt sich dein Baby in der 37. SSW?

97 Prozent aller Babys haben nun ihre endgültige Geburtsposition eingenommen und liegen mit dem Kopf nach unten. Idealerweise liegt er im Becken und das Gesäss mit gekreuzten Beinen oben in der Gebärmutter.

Dein Baby ist nun etwa so gross wie ein Butternut-Kürbis, also ca. 48 cm lang und wiegt ungefähr 2'900 Gramm. Noch immer nimmt es rund 30 Gramm pro Tag zu. Ein Grossteildavon ist braunes Fettgewebe, das besonders wichtig ist für die Temperaturregulierung. Hat dein Arzt, deine Ärztin bereits die Körpergrösse und das Gewicht gemessen? Mach dir keine allzu grossen Gedanken, wenn dein Baby etwas leichter oder schwerer ist als der Durchschnitt. Es ist schwierig, in der 37. SSW das genaue Gewicht festzustellen und häufig liegen die Messungen daneben. Schon manch Schwangere hatte Angst vor einem viel zu schweren Baby bei der Geburt und hielt nachher ein deutlich leichteres Kind als erwartet im Arm.

Die Lanugo-Haare, die in den letzten Monaten die Haut deines Babys geschützt haben, sind jetzt zum grossen Teil wieder ausgefallen. Auf dem Kopf wachsen neue feine Härchen, und es kann sein, dass dein Baby schon einen richtigen kleinen Haarschopf hat. Der Farbton kann sich jedoch noch verändern. Viele Kinder, die mit blonden Haaren zur Welt kommen oder als Kleinkind strohblond sind, dunkeln mit der Zeit nach bis hin zu einer ganz dunkelbraunen Kopfbehaarung.

Kinder, die in der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten gerade noch als (späte) Frühchen. Aber bereits diese benötigen im Normalfall keine künstliche Beatmung mehr. Es besteht also weder für dich noch für dein Baby ein erhöhtes, gesundheitliches Risiko.

Was passiert mit deinem Körper in der 37. SSW?

In der 37. Schwangerschaftswoche treten häufig Juckbeschwerden auf. Sie werden ausgelöst durch die straff gespannte Haut am Bauch. Abhilfe schafft hier regelmässiges Eincremen mit Lotions oder Ölen. Hier findest du Tipps für deine Hautpflege.

Zum jetzigen Zeitpunkt deiner Schwangerschaft wirst du von Hormonen gelenkt, die einen grossen Einfluss darauf haben, wie du dich fühlst. Viele Schwangere verspüren in der 37. SSW eine gewisse Traurigkeit. Du hast dein Baby nun neun Monate lang ganz nah bei dir getragen. Die Geburt ist der erste Schritt der Abnabelung, das erste Loslassen. Bis dein Kind sich jedoch vollständig von dir gelöst hat, werden noch viele Jahre vergehen und du kannst dich auf zahlreiche gemeinsame Erlebnisse freuen. Wenn dich deine Gefühle überwältigen, such dir jemanden, mit dem du darüber sprechen kannst. Sollte die Traurigkeit auch nach der Geburt bleiben, hole dir Hilfe.

Den einen Frauen kann eine Geburt nicht natürlich genug sein, andere Frauen wünschen von Anfang an einen Kaiserschnitt – auch ohne medizinischen Gründe. Beide Extreme können problematisch sein. (Wunschkaiserschnitt: Pro und Contra). 

Die Anzahl der geplanten Kaiserschnitte nimmt jährlich zu. Es wird zwischen einem geplanten Kaiserschnitt und einer Notoperation unterschieden. Ein Notkaiserschnitt wird dann durchgeführt, wenn es Mutter und Kind nicht gut geht und die Gesundheit der beiden gefährdet ist. In der Regel erhältst du in diesem Fall eine Vollnarkose.

Bei einem geplanten Kaiserschnitt bekommst du im Normalfall eine Rückenmarksnarkose und kannst den Geburtsvorgang bewusst miterleben. Viele Frauen entscheiden sich für diese Art der Geburt, weil sie denken, dass das die schonendste und für das Kind sicherste Art ist. Auch die Angst vor den Wehen spielt häufig eine Rolle. 

Interessantes für den Vater:

Deine Partnerin wird per Kaiserschnitt entbinden? Wenn du es möchtest, kannst du auch als werdender Vater eine Geburt per Kaiserschnitt miterleben. Bevor es losgeht, wird der Bauch mit einem Tuch verhängt, so dass du den eigentlichen Schnitt nicht siehst. Die Operation selbst dauert nur wenige Minuten und das Baby wird direkt seiner Mutter auf die Brust gelegt. Passiert die Operation in Vollnarkose, bist du der erste, der deinem Kind Wärme und Nähe schenkt. In diesem Fall wird deine Brust der erste Ort sein, an dem es landet. Deine Partnerin hat zwar bei der eigentlichen Geburt keine Schmerzen gehabt, wird jedoch nach der Geburt noch Schmerzen an der Wunde verspüren und zunächst auch nicht aufstehen oder das Baby tragen können. Hier ist deine Unterstützung gefragt. Wenn alles normal verläuft, könnt ihr das Spital nach vier bis sechs Tagen wieder verlassen.

In der ersten Zeit nach der Geburt müsst ihr euch als Eltern in eurer neuen Rolle erst mal zurechtfinden. Die Versorgung des Babys steht im Mittelpunkt, umfasst Tag und Nacht, kann sehr stressig sein und Streit in der Beziehung verursachen. Während Frauen neun Monate Zeit hatten, sich gedanklich an die Rolle als Mutter zu gewöhnen, überkommt es viele Väter ganz plötzlich. Selbstzweifel und Ernüchterung können ganz normal sein. Hier findest du dein Survival Kit für diese aufregende Zeit.

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