Hausgeburt - wichtig zu wissen

Hausgeburt © Alena Ozerova - AdobeStock.com

Den Ort der Entbindung zu wählen, fällt nicht allen leicht. Wenn auch du an eine Hausgeburt denkst, solltest du vorab ein paar wichtige Dinge abklären. Denn nur wenn die Schwangerschaft frei von Komplikationen war und du vollkommen gesund bist, kannst du an eine Entbindung Zuhause denken.

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Wie läuft eine Hausgeburt ab?

Sobald die Wehen einsetzen, kontaktierst du deine Hebamme. Sie ist rund um die Uhr für dich erreichbar und bringt alle notwendigen Utensilien mit. Dazu gehören neben Desinfektionsmittel auch medizinische Geräte, um eine Abnabelung zu vollziehen. Darüber hinaus wird nach der Entbindung dein Baby sofort untersucht, ob es gesund ist.

Du erlebst die Entbindung in deiner vertrauten Umgebung und im Beisein deiner engsten Familienmitglieder, so denn du das möchtest.

Wie finde ich eine Hebamme?

Bereits während deiner Schwangerschaft musst du dich um eine Hebamme kümmern, die dich durch die letzten Wochen und während der Geburt begleiten wird. Du findest auf den Seiten des Schweizerischen Hebammenverbandes eine entsprechende Auflistung. Es ist wichtig, dass du dich rechtzeitig darum kümmerst.

Für wen eignet sich die Hausgeburt und für wen nicht?

Leider können nicht alle werdende Mütter eine Entbindung in den eigenen vier Wänden verwirklichen. Es spielen sehr viele Faktoren eine entscheidende Rolle. Du kannst in jedem Fall eine solche Entbindung als Schwangere in Erwägung ziehen, wenn:

  • Es nicht dein erstes Kind ist.
  • Du keine Mehrlinge erwartest.
  • Deine Schwangerschaft frei von Komplikationen war.
  • Es deine örtlichen Gegebenheiten ermöglichen.
  • Wenn einer natürlichen Entbindung nichts im Wege steht.

Sprich dich darüber gern mit deiner Hebamme im Detail ab und nimm dir deren Ratschläge zu Herzen. Die jahrelange Erfahrung in dem Beruf spricht für eine kompetente und zuverlässige Einschätzung der Lage und Möglichkeiten.

Eine Entbindung Zuhause ist nicht möglich, wenn folgende Umstände vorliegen:

  • Du dein erstes Kind zur Welt bringst.
  • Du Mehrlinge erwartest.
  • Der Geburtstermin bereits überschritten ist.
  • Eine Schwangerschaft mit Komplikationen vorliegt.
  • Du aufgrund deines Alters (über 35 Jahre) zur Risikogruppe zählst.
  • Du an einer Vorerkrankung leidest.
  • Dein Wohnsitz (beispielsweise im zehnten Stock ohne Fahrstuhl) einen raschen Nottransport in ein Spital nicht möglich macht.

Ist die Geburt zu Hause sicherer in Zeiten von Corona?

Das Risiko einer Infektion minimiert sich selbstverständlich. In einem öffentlichen Spital bist du schliesslich nicht allein. Dennoch gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften in diesen besonderen Zeiten, so dass du dir keine Sorgen machen musst, wenn du dein Baby in einem Spital zur Welt bringen möchtest oder musst.

Welche Vor- und Nachteile gilt es zu berücksichtigen?

Natürlich gibt es Vor- und Nachteile zu bedenken. Es hilft dir, eine gute Entscheidung zu treffen, wenn du dir nicht sicher bist. Ist deine Schwangerschaft positiv verlaufen und spricht nichts gegen eine Geburt Zuhause, dann wäge diese Faktoren zum Schluss noch einmal ab:

Vorteile:

+ ruhige und intime Atmosphäre
+ vertraute Umgebung
+ professionelle Beistand durch die Hebamme
+ natürliche Geburt

Nachteile:

- bei unverhofften Komplikationen muss dennoch ins Spital gefahren werden
- schnelles Eingreifen bei Problemen nur bedingt möglich

Letztendlich ist es eine Entscheidung der werdenden Eltern, wie das Baby das Licht der Welt erblicken wird. Erfahrene Eltern sind stets beeindruckt und zuversichtlich, wenn bereits eine Hausgeburt erfolgte. Vielleicht macht dir dieser Aspekt noch einmal Mut.

Eine Hausgeburt ist intim und sehr persönlich. Es ist nicht dein erstes Kind und du hast eine problemlose Schwangerschaft hinter dir? Dann nimm die Möglichkeit wahr, eine wirklich einzigartige Geburt zu erleben.

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