Handys im Gebärsaal und im Wochenbett

Das Smartphone dient dem Nachrichten checken, Fotografieren, als mobiler Terminplaner oder um im Internet zu surfen. Neuigkeiten werden auch regelmässig im Wochenbett oder während des Stillens kontrolliert. Doch Hebammen warnen vor negativen Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung.

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Handy allzeit mit dabei – auch zur Geburt?!

Das Handy im Gebärsaal ist keine Seltenheit. Oft zückt es schon der Papa während der Geburt. Ist das Baby auf der Welt, wird ein Erinnerungsfoto vom Säugling gemacht. Fotos vom Neugeborenen gab es auch schon früher, aber etwas hat sich verändert: So kritisierte die stellvertrende Chefärztin der Frauenklinik des Triemlispitals im Tagesanzeiger Zürich, dass viele Eltern ihr Baby fotografieren, ehe sie es sich überhaupt selbst angeschaut haben.

Auch während des Ausruhens oder des Stillens hängen Mütter häufig am Smartphone. Das kann verheerende Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.

Die Gefahren des ständigen Smartphone-Konsums

In der ersten Zeit ist es für die Entwicklung des Kindes das Kennenlernen der Eltern immens wichtig. Dies fördert die Eltern-Kind-Bindung und sensibilisiert Eltern dafür, welche Signale das Kind gibt und was sie bedeuten. Das Kind sollte dazu den Klang der Stimme seiner Eltern hören. Beschäftigt sich die Mutter im Wochenbett stattdessen mehr mit ihrem Handy, kann das negative Auswirkungen auf die Entwicklung haben.

Ein weiterer Aspekt ist die Strahlung des Smartphones. Wie sich diese auf die Gesundheit der Menschen auswirkt, ist weitestgehend noch sehr unerforscht. Die Schädlichkeit gegenüber Neugeborenen dürfte aber höher sein. Laut dem Epidemiologie-Professor Martin Röösli von der Universität Basel dringt die Strahlenbelastung aufgrund des kleineren Kopfes vom Baby in tiefere Hirnregionen.

Spitäler reagieren unterschiedlich auf die neuartigen Zustände. Zum einen wird auf Aufklärung mit Hilfe von Broschüren gesetzt oder sogar ein reguläres Handyverbot in der Gebärabteilung verhängt.

Wie viel Handy ist okay?

Es wird empfohlen schon während der Schwangerschaft die Benutzung des Smartphones einzuschränken. Zum Schlafen, während eines Spazierganges oder zu Entspannungszeiten und während des Essens empfehlen sich handyfreie Zeiten. Diese Regelungen dämmen das Konsumverhalten des Smartphones bereits im Vorfeld ein. Aufgrund der bisher unbekannten Strahlenwirkung darf das Smartphone während der Schwangerschaft nie auf den Bauch gelegt werden.

Nach der Geburt ist nichts gegen ein Erinnerungsfoto einzuwenden. Das Smartphone sollte danach im Idealfall gar nicht oder so selten wie möglich im Wochenbett benutzt werden, um den Beziehungsaufbau nicht zu stören. Aufgrund der Strahlung darf nicht telefoniert werden, wenn das Baby auf dem Schoss liegt. Auch der Bildschirm selbst ist ungeeignet für Kinder unter 3 Jahren.

Die heutige Zeit stellt Eltern vor neue Herausforderungen. Vielleicht ertappst auch du dich ab und zu dabei, sehr viel am Smartphone zu hängen. Die Bedenken der Hebammen müssen jedoch ernst genommen werden. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt braucht dein Baby deine volle Aufmerksamkeit. Beschäftigst du dich mehr mit deinem Smartphone als mit deinem Kind, kann ihm das schaden und es in seiner Entwicklung beeinträchtigen. Du musst auch nicht komplett auf dein Handy verzichten, sofern du die Empfehlungen befolgst und ein gesundes Mass einhältst.

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