Übertragen des Babys

40 Schwangerschaftswochen sind verstrichen, der Geburtstermin überschritten und das Baby macht weiterhin keine Anstalten, das Licht der Welt erblicken zu wollen. Für viele Eltern ist dies eine Geduldsprobe. Einige Frauen nutzen die zusätzliche Zeit der Geburtsvorbereitung, um Kraft zu tanken, andere quälen sich ungeduldig und werden unruhig. Was bedeutet die Terminüberschreitung oder das Übertragen des Babys medizinisch?

Geburtstermin überschritten

Du hast fest damit gerechnet, dass dein Baby rund um den errechneten Termin zur Welt kommt. Nun ist der Zeitpunkt verstrichen und du bist noch immer schwanger? Nur wenige Babys kommen „pünktlich“ zur Welt. Einige werdende Mütter sehen das als Chance, noch etwas Kraft zu tanken, andere quälen sich mit der Ungeduld. Verstreicht der errechnete Geburtstermin, so baut sich bei den meisten werdenden Müttern einiges an innerem Druck auf. Ängste werden spürbarer, der Arzt beginnt vielleicht schon bald von Einleitung zu sprechen, alle Bekannten fragen ständig nach.

Vielleicht geniesst du diese Zuwendung und das Interesse der Umgebung, vielleicht macht es dich aber nur zusätzlich nervös und du hältst bald die Spannung fast nicht mehr aus. Dabei ist es gut zu wissen, dass nur etwa vier bis sechs Prozent der Kinder am vorausgesagten Tag zur Welt kommen.

Ablenkung vor der Geburt

Wenn der Gefühlsmix aus Vorfreude und Nervosität zu anstrengend wird, sorge für Ablenkung. Vielleicht möchtest du dich für die Zeit nach der Geburt weiter vorbereiten? Gestalte schon einmal einen ersten Entwurf des Geburtskärtchens, spiele mit deinem Partner Scrabble oder sortiere die Ferienfotos, um auf andere Gedanken zu kommen. Vielleicht wurde ja einfach der Termin nicht ganz richtig berechnet. Oder es hat alles seinen tieferen Sinn und dein Kind braucht noch etwas Zeit, um auf die Welt zu kommen. Vielleicht möchtest du selbst aber auch noch etwas erledigen oder klären, bevor es losgeht. Versuche loszulassen. Und wenn du spürst, dass noch etwas anliegt, kann es hilfreich sein, diese Themen mit deinem Partner, Arzt oder der Hebamme zu besprechen.

Rede mit Freundinnen, Familie oder deinem Partner und versuche, die Zeit zu geniessen. Telefoniere ausgiebig und lange mit deiner besten Freundin, lasse dich von deinem Partner bekochen oder gehe noch einmal in trauter Zweisamkeit ins Kino, sofern es dir gut geht.

Terminüberschreitung / Übertragen des Babys aus medizinischer Sicht

In den ersten 14 Tagen nach dem errechneten Termin spricht man von einer Terminüberschreitung, nach 14 Tagen (also nach 42 abgeschlossenen Wochen) von einer Übertragung.

Medizinisch gesehen ist dein Kind ausgewachsen und wächst, auch wenn die Terminüberschreitung bis zu 10 oder 14 Tage dauern sollte, nicht mehr bedeutend. Dein Arzt wird nun häufiger Kontrollen durchführen, um sicherzugehen, dass weiterhin genug Fruchtwasser vorhanden und die Plazenta gut durchblutet ist. Auch die Herztöne des Kleinen werden regelmässig überwacht, um sein Wohlbefinden und seine Reserven zu testen.

Einige Babys kommen einige Tage nach dem Termin ganz von selber, wenn man ihnen die nötige Zeit und Ruhe gibt. Manche kommen erst, wenn mit verschiedenen natürlichen Hilfsmitteln nachgeholfen wird. Und andere erst, wenn die Geburt medizinisch eingeleitet wird.

Wenn Ungeduld und Anspannung zu gross werden, sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt und finde gemeinsam zu einer für dich stimmigen Handlungsweise. Wenn eine Einleitung aus gesundheitlichen oder medizinischen Gründen angebracht ist, solltest du dem Rat der Experten folgen.

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KOMMENTARE



Es ist falsch von Übertragung zu reden bei bis zu 10 Tagen vor- oder nachher ist völlig im Bereich des Geburtsternines. Besser ist es nämlich erst gar nicht vom Termin zu reden sondern von der Geburtsspanne.

Ramona Kim |