Piercing & Schwangerschaft, Schmuck bei der Geburt

Was sollte eine werdende Mutter beachten, wenn sie schwanger und gepierct ist? Welche Vorschriften gelten bei einem Kaiserschnitt und wann sollte ein Intimpiercing herausgenommen werden?

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Schmuck bei der Geburt - Kaiserschnitt

Steht ein Kaiserschnitt an, muss jeglicher Schmuck entfernt werden. Was für Ohrringe und Ketten gilt, gilt erst recht für ein Piercing, egal an welcher Stelle. Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, die das höchste Mass an Sterilität und Keimfreiheit einfordert. Daher muss im Vorfeld jeglicher Körperschmuck abgelegt werden.

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Piercing bei der normalen Schwangerschaft und Geburt

Gerade Intimpiercings können bei einer spontanen vaginalen Geburt stören und zu grösseren Geburtsverletzungen führen. Der behandelnde Frauenarzt kann ausserdem dazu raten, ein Intimpiercing bereits in der Schwangerschaft zu entfernen. Gründe hierfür ist unter anderem ein erhöhtes Infektionsrisiko, das leider bereits in der Schwangerschaft besteht. Eine Infektion im Genitalbereich, ganz gleich ob sonst harmloser Pilz oder eine Blasenentzündung können im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Daher sollte die werdende Mutter besser kein Risiko eingehen.

Auch können Intimpiercings bereits bei gewissen Vorsorgeuntersuchungen stören. Ist das Piercing noch nicht ganz abgeheilt, ist es umso wichtiger, es bereits mehrere Monate vor der Geburt herauszunehmen, damit das Gewebe am Tag der Tage elastisch und komplett verheilt ist.

Auch schon vorgekommen: Durch die hormonelle Veränderung, die jede Schwangerschaft mit sich bringt, kann es zu allergischen Reaktionen auf Stoffe und Metalle kommen, die vorher keinerlei Probleme gemacht haben. Die werdende Mutter sollte sich also gut überlegen, ob eine unkomplizierte Schwangerschaft nicht dem Wunsch, das Piercing weiterzutragen, vorzuziehen ist.

Piercings im Bauchnabel und Brustwarzen

Ein gepiercter Bauchnabel hingegen ist normalerweise kein Problem. Es sei denn, das Piercing ist jünger als ein Jahr: Dann kann es durch die starke Dehnung des Bauchnabels zu einem Riss kommen. Gleichwohl sollten Schwangere ihr Bauchnabelpiercing stets im Auge behalten: Treten Rötungen oder Schmerzen auf ist es besser, das Piercing zu entfernen. Keine Sorge, nur weil ein Piercing ein paar Monate nicht getragen wurde, wächst es nicht gleich zu. Falls doch, kann nach ein paar Monaten nach der Geburt das zu kleine Loch vorsichtig von einem Fachmann gedehnt werden, damit der Körperschmuck wieder passt.

Gepiercte Brustwarzen können bereits in der Frühschwangerschaft sehr unangenehm werden, da die Brustwarzen selbst sehr empfindlich werden. Auch kann es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen, wenn durch das Piercing die Milchgänge verletzt und vernarbt sind. Beim Milcheinschuss kann es so schneller zu einem Milchstau und in der Folge zu einer sehr unangenehmen Brustentzündung kommen. Doch auch wenn all diese Probleme nicht auftreten, für stillende Mütter gilt: Metall gehört nicht in Babys Mund. Die Gefahr der Verletzung oder das Verschlucken von Einzelteilen ist gross und kann im Ernstfall für das Baby lebensgefährlich werden. 

Generell sollten Frauen mit einem oder mehreren Piercings ihren Frauenarzt, die Hebamme oder den Piercer um Rat fragen. Sicherlich hat die werdende Mutter bereits das richtige "Bauchgefühl".

 

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