Was ist Kryo, Insemination, IVF, ICSI?

Was ist Kryo, Insemination, IVF, ICSI?

Kryokonservierung bezeichnet die Lagerung von Zellen und Geweben bei Minustemperaturen, zumeist in flüssigem Stickstoff. Damit die Zellen den Vorgang des Einfrierens und Auftauens überstehen, müssen bestimmte Protokolle genau eingehalten werden.

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Die Kryokonservierung von Eizellen wird auch als "social freezing" bezeichnet und soll Frauen ermöglichen, zunächst Karriere zu machen und in späteren Jahren erst Kinder zu kriegen. Unbefruchtete und befruchtete Eizellen können  eingefroren werden, allerdings sind die Erfolge bei der Befruchtung und dem Einpflanzen nach dem Auftauen deutlich geringer. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass vor einer Eizell-Entnahme eine hochdosierte Hormontherapie mit Nebenwirkungen und Risiken durchgeführt werden muss. 

Spermien einzufrieren ist im Vergleich dazu wesentlich einfacher. Im Falle einer Azoospermie (keine Spermien im Ejakulat) kann Hodengewebe kryokonserviert werden. Eine Kryokonservierung ist beispielsweise vor einer Chemo- oder Strahlentherapie, die den Hoden schädigen kann, sinnvoll.

Wann ist eine Insemination sinnvoll und wie wird sie durchgeführt?

Bei einer intrauterinen Insemination (IUI) werden Spermien des Partners (homologe Insemination) oder eines Samenspenders (heterologe Insemination) direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Diese Methode der künstlichen Befruchtung wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Gründe der Kinderlosigkeit im Gebärmutterhals liegen. Beispielsweise kann das Sekret (Cervix-Schleim) für die Spermien schlecht durchdringbar sein oder Antikörper gegen Spermien enthalten, sodass diese zerstört werden. Ausserdem können so Spermien besser zum Ziel gelangen, da der Weg deutlich verkürzt ist und das Hindernis des Cervix-Schleims umgangen wird.

Wofür steht IVF und wann wird auf diese Methode zurückgegriffen?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) bezeichnet die Befruchtung in einer Glasschale. Sie kann bei tubarer Sterilität (Ursache liegt in den Eileitern, beispielsweise nach Infektion mit Chlamydien oder Gonokokken) oder bei mangelhafter Spermienqualität eingesetzt werden. Zunächst werden die Eierstöcke der Frau mittels hochdosierter Hormontherapie stimuliert, sodass etliche Eizellen heranwachsen. Durch die Scheide werden unter Ultraschall-Kontrolle diese reifen Eizellen entnommen. In einer Glasschale werden aufbereitete Spermien des Partners oder eines Samenspenders zu den Eizellen hinzugegeben. Im Inkubator findet die Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium statt. Da mehrere Eizellen befruchtet werden, können mehrere Versuche unternommen werden, die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnisten zu lassen. Pro Versuch werden maximal drei Embryonen im Achtzellstadium (aus acht Zellen bestehend) transferiert. Die Erfolgsrate der IVF liegt etwa bei 30 Prozent. Allerdings ist die Prozentzahl der Kinder, die nach IVF geboren werden ("baby-take-home-Rate"), mit 20 Prozent noch ein wenig geringer. Das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften ist erhöht: Bei einem Transfer von zwei Embryonen liegt das Risiko bei 20 Prozent, bei drei Embryonen bei 30 Prozent.

Was bedeutet ICSI und wann wird diese Methode eingesetzt?

Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ähnelt der IVF. Allerdings unterscheidet sich das Verfahren ab dem Zugeben der Spermien zu den Eizellen: Bei der ICSI wird ein einzelnes Spermium mit einer hauchdünnen Punktionsnadel unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle gespritzt. Die auf diese Weise befruchtete Eizelle wird dann in die Gebärmutter eingebracht. 

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