Was ist eine In-Vitro-Fertilisation (IVF)?

Die In-Vitro-Fertilisation kann am einfachsten mit dem Begriff «künstliche Befruchtung im Reagenzglas» umschrieben werden. Im Unterschied zur natürlichen Befruchtung findet die Zeugung hier ausserhalb des Mutterleibs statt - ein mittlerweile häufig angewandtes und wirkungsvolles Verfahren, wie die Statistik zeigt. Allein in der Schweiz werden heute täglich zwei Kinder geboren, die durch IVF gezeugt wurden.

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Unter dem Stichwort "Retortenbaby" ging 1978 eine medizinische Sensation rund um den Globus. Künstlich gezeugt im Reagenzglas, wurde in England das Baby Luise Brown geboren. Diese neue Entwicklung auf dem Sektor der Reproduktionsmedizin war bahnbrechend und weckte berechtigte Hoffnungen bei Paaren, bei denen es bis dahin nicht mit der Erfüllung des Kinderwunsches geklappt hat. Was damals beinahe futuristisch anmutete, ist heute Normalität. Experten schätzen, dass die Anzahl der Kinder, die nach künstlicher Befruchtung im Labor gezeugt wurden, mehrere Millionen beträgt.

Ursachenhäufigkeit und Diagnoseverfahren

Die Untersuchung der Spermien ist bei ungewollter Kinderlosigkeit unverzichtbarer Standard. Dazu solltest du wissen, dass die Sterilität des Mannes weitaus häufiger für unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, als medizinische Probleme bei der Frau. Statistiken aus der Schweiz haben 2014 ergeben, dass in 40,6 Prozent der Fälle, bei denen sich das Paar für eine IVF entschieden hat, der Mann für die Kinderlosigkeit verantwortlich war. Dem gegenüber stehen nur 17,3 % körperlich bedingte Ursachen, die eindeutig der Frau zuzuordnen sind. Gilt der Mann als praktisch zeugungsunfähig kann die intrazytoplasmatische Spermainjektion (ICSI) als Weiterentwicklung der In-Vitro-Fertilisation zum gewünschten Erfolg führen. In jedem Fall gilt: Eine künstliche Befruchtung kommt immer dann erst in Frage, wenn weniger aufwändige Verfahren nicht zum Erfolg geführt haben.

Nach Abschluss der wichtigsten Ursachenforschung - wie Untersuchung der Spermien - steht die Durchführung.

Wie geht das vor sich, eine In-Vitro-Fertilisation?

Bei der IVF werden Samenzelle und Ei unter Beachtung der günstigsten Lebensbedingungen in einer kleinen Glasschale zusammengebracht. Dort findet die Befruchtung statt und nur wenige Stunden danach erfolgt das Einsetzen über einen Katheter direkt in die Gebärmutter. Keine Angst vor dem relativ engen und optimal abgestimmten Zeitrahmen - die perfekte Zeitplanung für die extrakorporale Befruchtung (ausserhalb des Körpers) erfolgt unter genauer Berücksichtigung auf deine individuellen Lebensumstände.

Wichtige Infos zu Kosten und Voraussetzungen für eine In-Vitro-Fertilisation

In der Schweiz gilt: Als Voraussetzung für eine IVF müssen beide Partner mit der künstlichen Befruchtung einverstanden sein. Auch muss eine ausführliche Beratung durch einen Arzt, der die Behandlung nicht selbst durchführt, dokumentiert sein. Ein negativer HIV-Status beider Partner ist ebenso erforderlich, wie eine Immunität gegenüber der Viruserkrankung Röteln bei der Frau. Die IVF muss von einem dazu zugelassenen Arzt durchgeführt werden und die Frau sollte jünger als 44 Jahre sein.

Pro Behandlungszyklus dürfen maximal drei Eizellen befruchtet werden und Eingriffe am Embryo, die nicht der Lebenserhaltung dienen, sind verboten. Die Kosten für die Abklärung der Ursachen für Kinderlosigkeit werden von den Krankenkassen übernommen, nicht jedoch die IVF. Hier musst du pro Behandlungszyklus mit rund 3500 bis 5000 Franken rechnen.

Gerade beim Thema ungewollte Kinderlosigkeit ist der Leidensdruck der betroffenen Personen besonders hoch. Hier ist es wichtig, dass du nicht die Hoffnung verlierst, wenn es mit der künstlichen Befruchtung nicht gleich auf Anhieb klappt. Im Durchschnitt gilt: Jeder vierte Versuch ist erfolgreich. Eine sorgfältige Planung, mit Abwägung aller Kosten und Belastungen ist sinnvoll, um die Situation so realistisch wie möglich einzuschätzen.

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