Eizellen - gut zu wissen

Die Eizelle ist mit ihrer Grösse zwischen 0,11 und 0,14 mm gerade noch mit dem blossen Auge zu erkennen. Ihr Volumen ist hundertmal grösser als das eines Spermiums! Der gesamte Vorrat an Eizellen ist bereits nach der Geburt angelegt. Das bedeutet auch, dass die Eizellen den Alterungsprozess der Frau ebenfalls durchmachen und sich auch allen möglichen Einflüssen, zum Beispiel durch Strahlen, auf die Eizellen auswirken.

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Woher kommen die Eizellen?

In der vierten Embryonalwoche entstehen an der Wand des Dottersacks die Urkeimzellen, die in die Gonaden-Anlage einwandern. Aus den Gonaden entstehen bei der Frau die Eierstöcke und beim Mann die Hoden. Die Ovarialfollikel, die zu Eizellen heranreifen können, befinden sich in der Rinde des Eierstocks (Cortex ovarii). Sowohl der Follikel-Vorrat als auch die weiteren Entwicklungsstadien lassen sich dort auffinden. Umgeben werden die Follikel von spezialisierten Zellen und Bindegewebe.

Die erste Reifeteilung beginnt bereits etwa vier Wochen vor der Geburt. Allerdings verharrt der Follikel vor Abschluss der Reifeteilung. Erst mit dem Einsetzen der Pubertät können die Follikel sich weiterentwickeln. Das bedeutet, dass mit der Geburt der Vorrat an Eizellen vollständig ist. Nach der Geburt werden keine Eizellen mehr gebildet.

Unter Steuerung von Hormonen, vornehmlich FSH und LH, wird die erste Reifeteilung vollendet und die zweite begonnen. Etwa eintausend Follikel wachsen in jedem Zyklus heran, von denen aber nur einer dominant wird und als sogenannter Graaf-Follikel "springt". Die restlichen Follikel verkümmern.

Während der Reifeteilungen entsteht eine Eizelle (Oozyte) und zwei bis drei sogenannte Polkörperchen. Die Literatur ist bei der Anzahl der Polkörperchen uneinheitlich, denn entweder teilt sich das erste Polkörperchen während der zweiten Reifeteilung ebenfalls noch einmal oder es lässt diese Teilung aus.

Wie läuft die Befruchtung einer Eizelle ab?

Die gesprungene Eizelle ist umgeben von der Zona pellucida (Glashaut) und der Corona radiata ("Strahlen-Krone"). Die Zona pellucida hat die Funktion einer Schutzhülle. Beide Hüllen müssen von einem Spermium für die Befruchtung durchdrungen werden. Sobald dies einem Spermium geglückt ist, bewirkt die Eizelle einen sogenannte Polyspermieblock: Die Eizellmembran verändert sich und die Zona pellucida wird undurchdringlich für alle anderen Spermien. Ausserdem beendet die Eizelle nach dem Eindringen des Spermiums die zweite Reifeteilung. Anschliessend verschmelzen Eizelle und Spermium. Während der weiteren Wanderung durch den Eileiter beginnen bereits die Teilungen der befruchteten Eizelle. Sobald sie in der Gebärmutter angelangt ist, nistet die Eizelle sich zumeist im Bereich der Hinterwand in die Schleimhaut ein.

Wie viele Eizellen hat eine Frau?

In der zwanzigsten Schwangerschaftswoche hat ein weiblicher Fetus (Fötus) etwa sieben Millionen Eizellen pro Eierstock. Diese Anzahl sinkt bis zur Geburt auf etwa eine Million ab und vermindert sich danach noch weiter. Sobald die erste Regelblutung stattfindet, hat ein Mädchen noch ungefähr 400‘000 Eizellen. Da pro Zyklus etwa tausend Follikel heranreifen, bleiben auf das gesamte Leben einer Frau berechnet etwa 400 befruchtungsfähige Eizellen.

Der weibliche Körper stellt keine neuen Eizellen her

Allerdings ist es Forschern des Massachusetts General Hospitals in Boston gelungen, Stammzellen dazu zu bringen, Eizellen herzustellen.

Wie lange überlebt eine Eizelle?

Sobald eine Eizelle gesprungen ist, bleibt sie für 24 Stunden befruchtungsfähig. Darum sollte der Geschlechtsverkehr zur Kindszeugung nach dem Eisprung abgepasst werden. Spermien bleiben doppelt so lange, nämlich 48 Stunden lang, in der Lage, die Eizelle zu befruchten. Der beste Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr ist zwei Tage vor bis einen Tag nach dem vermutlichen Eisprung.

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