Ängste und Blockaden loswerden

Bereits Fragen anderer, wann denn Kinder geplant seien, können Paare unter Druck setzen, gerade wenn sich der Kinderwunsch nicht so leicht erfüllen lässt wie erhofft. Die eigene Psyche kann Paaren, die versuchen, schwanger zu werden, ordentlich zusetzen. Die Angst, dass es nie klappen könnte, kann zu Blockaden führen.

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Können psychische Aspekte eine Schwangerschaft blockieren?

Die meisten Menschen glauben, dass psychische Aspekte eine Schwangerschaft verhindern oder erschweren können. In der Literatur ist die Fragestellung nicht eindeutig geklärt, ob die Psyche Einfluss auf das Entstehen einer Schwangerschaft nehmen kann. Sicher ist allerdings, dass die Psyche nicht übermächtig sein kann, ansonsten käme es nicht zu ungewollten Schwangerschaften. Einer Hypothese nach könnte Unfruchtbarkeit jedoch eine Form einer somatoformen Störung sein. Eine somatoforme Störung äussert sich als körperliches Beschwerdebild, das sich jedoch nicht ausreichend mit einer körperlichen Ursache erklären lässt. Falls Unfruchtbarkeit eine somatoforme Störung ist, könnte die Auflösung psychischer (Denk-)Muster die Fruchtbarkeit wiederherstellen.

Wie löse ich mich von negativen Gedanken?

Der gut gemeinte Ratschlag, «sich nicht auf den Kinderwunsch zu fixieren, damit es von alleine klappt», ist mehr hinderlich, denn hilfreich. Hast du schon einmal versucht, nicht daran zu denken, was dich am meisten beschäftigt? Die Wissenschaft bestätigt ausserdem, dass Paare, denen es unwichtig ist, ob sie ein weiteres Kind bekommen oder nicht, nicht häufiger schwanger werden als Paare, die mitunter verzweifelt versuchen, schwanger zu werden.

Zunächst ist es wichtig, konkret zu formulieren, welche Ängste, Gedanken oder Überzeugungen vorliegen. Beispiele sind: Ich werde nicht schwanger, weil... «Ich eine schlechte Mutter sein werde». Oder: «Ich verdiene kein Kind». Diese falschen Überzeugungen solltest du mit neuen positiven Bekräftigungen überschreiben: «Ich verdiene es, schwanger zu werden!», «Ich darf ein Kind bekommen!», «Ich werde eine fürsorgliche Mutter für mein Kind sein», usw.

Wie kann ich meine Gedanken verändern?

Negativ kreisende Gedanken lösen Ängste aus, von denen man sich kaum lösen kann. Es ist wichtig, diese Gedanken zügig zu erkennen. Dann lässt sich die Übung des «Gedankenstopps» einsetzen: Sage laut «Stopp», wenn sich wieder Ängste und falsche Überzeugungen aufdrängen. Ausserdem solltest du mit deinen Ängsten nicht allein sein, vertraue dich darum deinem Partner an. Eventuell kann es auch helfen, mit der eigenen Mutter oder einer Freundin zu reden - womöglich hat sie eine ähnliche Situation erlebt.

Eine Schwangerschaft lässt sich nicht erzwingen und somit solltest du auch den Sex nicht erzwingen sowie dich von Gedanken wie «Diesmal muss es klappen!» befreien. Yoga, Akupunktur und Entspannungsmethoden garantieren keinen Erfolg, können aber einen Versuch wert sein. Falls Ängste und Sorgen ein belastendes Ausmass annehmen, kann professionelle Hilfe beispielsweise von einem Psychotherapeuten oder einem professionellem Kinderwunsch-Coach angezeigt sein.

Hilfreich scheinen ausserdem Hypnose und Selbsthypnose zu sein. Dabei geht es primär darum, sich so sehr auf etwas zu konzentrieren, dass darüber die Welt vergessen wird. Bestimmt hast du so ein Gefühl schon einmal beim Lesen eines Buches oder während eines guten Films erlebt. Hypnose und Entspannungsübungen sind bestens geeignet, dich von negativen Gedanken zu lösen, Vertrauen aufzuzeigen und wieder mit mehr Freude und Gelassenheit durch den Alltag zu gehen, auch wenn der Kinderwunsch im Moment noch nicht erfüllt ist.

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