Was ist Legasthenie und was tut man dagegen?

Was ist Legasthenie und was tut man dagegen? © Elena / AdobeStock.com

Bei der Legasthenie handelt es sich um eine verminderte Fähigkeit, die Schriftsprache zu erlernen. Es handelt sich somit um eine Störung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit. Die Legasthenie bei einem Kind ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Entwicklungsstörung in der Schule anerkannt.

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Definition von Legasthenie

Bei einer Legasthenie handelt es sich nicht um eine generelle Beeinträchtigung des Kindes. Geistige Beeinträchtigungen oder ein Einfluss des familiären Hintergrundes (Milieu) können bei diesem Erkrankungsbild ausgeschlossen werden.

In der Regel handelt es sich um Störungen in der Sprachwahrnehmung und Sprachverarbeitung. Es kann jedoch zu weiteren Entwicklungsstörungen kommen, wenn das Kind aufgrund der Legasthenie Ausgrenzung erfährt. Dies kann wiederum zu neuen Symptomen führen, welche die Situation verschlimmern. Häufig entwickeln Betroffene - sofern keine Intervention erfolgt - Depressionen und Ängste. Deshalb ist es wichtig, das Krankheitsbild frühzeitig diagnostisch zu erfassen, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuteilen. Auf diese Weise ist eine Integration in das Schulsystem meist problemlos möglich, einschließlich in das soziale Umfeld des Kindes.

Abgrenzung zur Dyslexie

Häufig wird die Legasthenie mit dem Begriff Dyslexie gleichgesetzt, was jedoch fachlich nicht korrekt ist. Bei der Dyslexie handelt es sich um einen pädagogischen Begriff, der sich auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bezieht (LRS). Der signifikante Unterschied ist, dass die Dyslexie als Schwäche gedeutet wird, während Legasthenie als klinische Störung behandelt wird. Eine Dyslexie ist mit pädagogischen mitteln behandelbar und kann zu einer Verbesserung der Schwäche führen. Die Symptome einer Dyslexie können mit Zusatzunterricht und anderen Maßnahmen komplett beseitigt werden. Oftmals liegt eine Dyslexie vor, wenn das Kind zum Beispiel den Stoff in der Schule verpasst hat. Folglich ist es wichtig, die Begriffe auseinanderzuhalten, um die passenden Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Behandlung der Legasthenie

Eine Behandlung sollte symptomspezifisch erfolgen. Es kommt stets auf die Ausprägung und den Schweregrad der Legasthenie an. Deshalb sollte die Diagnostizierung von einem Facharzt erfolgen, um entsprechende Therapiemaßnahmen einzuleiten. Wird die Störung bei einem Kind diagnostiziert und von der Leseschwäche abgegrenzt, so gilt es den Förderbedarf des Kindes zu ermitteln. Dabei werden nicht nur die Schwächen ausfindig gemacht, sondern vor allen Dingen die Stärken, um das Kind in der Schule positiv zu unterstützen. Betroffene leiden nicht selten an Versagensängsten und haben ein negatives Selbstbild. Deshalb ist es wichtig, konstruktive und positive Therapiemaßnahmen einzuleiten.

Haben sich im Zuge der Legasthenie weitere Störungen entwickelt, so gilt es auch diese mit Therapiemaßnahmen zu behandeln. Liegt eine Angststörung oder eine Depression vor, so ist eine begleitende Psychotherapie unerlässlich, um den Therapieerfolg bei Legasthenie zu gewährleisten. Je früher die Symptome erkannt und behandelt werden, desto besser sind die Aussichten auf eine Besserung und Integration.

Allerdings ist eine Legasthenie im Gegensatz zu Dyslexie nicht heilbar. Dennoch ist dies kein Grund zur Sorge, denn mit den richtigen Therapieansätzen lernen Kinder den Umgang mit ihrer Störung und können ein weitgehend normales Leben führen. Die Störung ist schließlich als solche anerkannt, sodass die Schulen hierfür Verständnis aufbringen. Eine Therapie kann bei einem positiven Verlauf die Symptome auf ein Minimum reduzieren, sodass unter Umständen die Störung als solche nicht mehr wahrgenommen wird.

Was tun, wenn ich Legasthenie bei meinem Kind vermute?

Wenn du bemerkst, dass deinem Kind das Lesen und Schreiben auffällig viel Mühe bereitet, suchst du am besten zuerst das Gespräch mit der Lehrperson. Es ist von elementarer Bedeutung, möglichst frühzeitig dem Kind Hilfe zukommen zu lassen. Anderenfalls kann dies zu weiteren Problemen führen, wie zum Beispiel zur Ausgrenzung und zu Depressionen. Mit einer Therapie lernt das Kind einen konstruktiven und reflektierten Umgang mit der Störung oder Schwäche. Es lernt Akzeptanz und den richtigen Umgang mit Legasthenie und wird auf diese Weise den schulischen Alltag meistern.

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