Versteckter Zucker in Lebensmitteln

Zucker ist ein wichtiger Energielieferant für Kinder, da er nicht nur die Leistungsfähigkeit steigert, sondern auch das Wohlbefinden. Allerdings kann er sich in zu grossen Mengen schädlich auf die Gesundheit auswirken. Trotzdem ist Zucker eine beliebte Zutat in der Lebensmittelindustrie, der in vielen Fertigprodukten verarbeitet wird. In der Babynahrung soll Zucker noch gar nicht enthalten sein.

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Versteckter Zucker

Auch bereits bei der Babykost ist gut auf die Etikette der Packungen zu achten: In vielen Fällen sind Produkte stark überzuckert. Aufgrund des hohen Zuckergehalts könnten diese Waren zu Überfütterung und Kariesentwicklung führen.

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Dass sich in Schokoriegeln, Bonbons und anderen Süssigkeiten besonders viel Zucker verbirgt, ist keine Überraschung. Dass aber auch Joghurts, Säfte, Müsli, Milchprodukte, Konserven, Fertigsuppen und sogar Wurst zu einem Grossteil aus Zucker bestehen, verwundert schon mehr. Meist lauert er an Stellen, die auf den ersten Blick unverdächtig wirken. Das führt dazu, dass viele Familien mehr Zucker konsumieren, als sie ahnen.

Zucker wird in der Lebensmittelindustrie vielen Produkten als Geschmacksverstärker beigemischt, da er als günstiger Füllstoff viel Wasser bindet und so zu mehr Gewicht führt. Ausserdem ist er ein gutes Konservierungsmittel. Zucker zu identifizieren, ist oft schwierig, obwohl alle Bestandteile eines Produkts auf der Verpackung abgedruckt sind. Doch die Hersteller wissen um den schlechten Ruf des weissen Süssstoffs und verschleiern ihn gern hinter den unterschiedlichsten Bezeichnungen. Bei Begriffen, die auf "-ose" enden (Glukose, Dextrose, Saccharose, usw.), solltest du aufpassen. Diese kennzeichnen Zucker. Das gilt auch für alle Arten von Sirup und Malzen. Ebenso verhält es sich bei Milcherzeugnissen (Laktose, Magermilchpulver, usw.), Fruchtzuckern oder Bestandteilen wie Honig, Kandis und Dicksaft.

Zuckermengen

Die empfohlene Tagesmenge an Zucker für Kinder bis 12 Jahre gibt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung mit maximal einer kleinen Süssigkeit pro Tag an. Das entspricht zum Beispiel einer Reihe Schokolade, einem kleinen Stück Kuchen oder einem Glas Süssgetränk. 

Eine genaue Grammzahl für Süsses nennt die American Heart Association. Demnach sollte dein Kind weniger als sechs Zuckerwürfel (also 25 Gramm) verzehren. Dies beinhaltet nicht nur Zucker in Reinform, sondern auch den versteckten Zucker.

Die meisten Fertigprodukte enthalten aber deutlich mehr Zucker, als die empfohlene Menge. Hier eine kleine Auswahl:

  • 100 ml Cola enthält ca. 4 Zuckerwürfel
  • 100 g Fruchtjoghurt enthält ca. 4 Zuckerwürfel
  • 1 Fertigpizza enthält ca. 3 - 8 Zuckerwürfel
  • 100 g Ketchup enthält ca. 7 Zuckerwürfel
  • 100 g gesüsste Cornflakes enthalten ca. 10 - 14 Zuckerwürfel

Geringe Mengen Fertigprodukte decken bzw. übersteigen demnach den Tagesbedarf an Zucker. Trotzdem vermarktet die Lebensmittelindustrie diese Produkte als vitaminreiche Nahrungsmittel, die die Gesundheit fördern. Fruchtbonbons werben gerne mit der "Extraportion Vitaminen" und gesüsste Joghurts sind angeblich voll mit "Kalzium und Proteinen", die das Wachstum deines Kindes unterstützen. Mit gesunder Ernährung haben diese Werbeslogans jedoch nichts zu tun.

Gesunde Ernährung für Eltern und Kinder

Ein komplettes Süssigkeitsverbot ist aber der falsche Weg. Vielmehr solltest du deinem Kind frühzeitig die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung vermitteln. Koche mit frischen Zutaten, führe Wasser als Familiengetränk ein und finde regelmässige Essenszeiten, zu denen du abwechslungsreiche Lebensmittel zubereitest. Untermale die gemeinsamen Mahlzeiten mit einer freundlichen Gesprächsatmosphäre, in die du dein Kind aktiv einbindest. Essen sollte keine Pflicht sein, sondern Teil des Miteinanders. Zwinge dein Kind auch nicht dazu, Lebensmittel zu essen, die es strikt ablehnt. Erarbeitet stattdessen gemeinsame Menüpläne, die der ganzen Familie zusagen.

 

Umgang mit Süssigkeiten

Vermeidet Zucker nicht, sondern plant ihn bewusst ein. Am besten essen Kinder Süsses direkt nach dem Essen, so sind sie eigentlich schon satt und lernen, dass Süsses nur als Genuss gegessen wird. So quengeln sie zwischendurch auch weniger und die Zähne werden geschont, als wenn ständig zwischendurch genascht wird.

So kannst du innerhalb der Familie einen spielerischen Umgang mit Lebensmitteln etablieren, der Kindern und Eltern ein Leben lang zugutekommt.

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