Wenn kleine Kinder grosse Geschwister werden

Das erste eigene Kind ist eine riesige Herausforderung, die das ganze bisherige Leben auf den Kopf stellt. Gerade wenn du dich auf deine neue Rolle als Elternteil eingestellt hast, steht oft schon der zweite Nachwuchs ins Haus. Damit ändert sich die familiäre Rolle des ersten Kindes. Dabei ist Hilfe von euch als Eltern besonders wichtig.

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Auf einmal ist da weniger Aufmerksamkeit

Es lohnt sich, dein Erstgeborenes bereits in der Schwangerschaft aktiv auf die Ankunft des Babys vorzubereiten.

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Der Umgang mit der Tatsache, dann plötzlich ein Geschwisterchen zu haben, fällt je nach Alter des ersten Kindes unterschiedlich aus. Die grundsätzliche Erfahrung aber ist immer die gleiche: Die elterliche Liebe ist plötzlich geteilt. Da das kleinere Geschwister noch rund um die Uhr versorgt werden muss, erhält es entsprechend viel Aufmerksamkeit.

Kindern, die schon sprechen können, lässt sich dieser Umstand leichter vermitteln als noch sehr jungen Erstgeborenen. Für das spätere Leben ist dieser Schock eine wichtige Erfahrung, weil gegenseitige Rücksichtnahme einen entscheidenden Pfeiler in der Erziehung darstellt. Trotzdem ist die neue Situation zunächst ungewohnt.

Wie kann man das Kennenlernen zwischen erstem Kind und Baby gestalten?

Planen lässt sich die erste Begegnung kaum, denn jedes Kind reagiert anders auf sein kleines Geschwisterchen. Warte einfach gespannt ab, wie sich die Begegnung entwickelt. Dein Erstgeborenes wird vielleicht schüchtern sein, wenn es dich im Spital besuchen kommt. Lass es unter deine Bettdecke schlüpfen, damit es sein Geschwisterchen wahrlich beschnuppern kann. 

Wie meistert man den Alltag mit 2 kleinen Kindern?

Bleibe möglichst gelassen, wenn der Alltag wieder beginnt und setze dich nicht unter Druck. Der Tagesrhythmus wird anfangs durcheinander gebracht - dabei geht die Welt nicht unter, wenn du morgens um 10 noch nicht geduscht bist. Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit und erfordern viele Handgriffe. Da darf auch die Wohnung mal chaotisch aussehen, wenn sich Besuch ankündigt. Mit der Zeit spielt sich alles ein und ihr habt eure Rituale und neue Tagesabläufe. Es muss nicht immer alles perfekt sein! Auch wenn du es dir gewohnt warst und es manchmal schwer fällt.

Wenn es zu Eifersucht kommt

Das empfundene Defizit an Aufmerksamkeit kann zu Eifersucht zwischen den Geschwistern führen. Die oder der Ältere wird dann häufig besonders ungehalten und bockig, um auch wieder beachtet zu werden.

Insofern kann es hilfreich sein, wenn du bereits vor der Geburt des zweiten Kindes in einzelnen Fällen nicht sofort reagierst, wenn dein Kind etwas möchte. Dabei geht es nicht um Zurückweisung, sondern darum zu lernen, dass man auch einmal etwas warten kann. Wenn die Eifersucht überhand nimmt und es zu Gewalt kommt, setze ein unmissverständliches Zeichen.

Deinem ersten Kind wird am wichtigsten sein, dass es euch, Mami und Papi, genauso oft und intensiv um sich hat wie bsiher. Es möchte einfach bei allem mit dabei sein! Und sind es nur kleine Gesten, es wird stolz sein, dir die Windeln zu reichen, dem Baby den Nuggi zu geben oder mit ihm zusammen zu baden. 

Dem Erstgeborenen seinen Raum lassen

Sehr entscheidend ist es, die Beschäftigung mit dem älteren Geschwister nicht zu vernachlässigen. Gerade im ersten Lebensjahr gibt es auch tagsüber oft längere Schlafphasen. Auch wenn die Erschöpfung dann oft gross ist, hilft es sehr, in diesen Phasen voll für das Erstgeborene da zu sein.

Damit das ältere Kind wegen des Babys nicht auf bisherige Aktivitäten verzichten muss, hole dir Hilfe! Frage deine Mutter oder eine Freundin, ob sie dein Kind z.B. zum Kinderturnen begleiten können.

Einen weiteren wichtigen Punkt bilden Aktionen, die nur mit dem Älteren unternommen werden. Zeitinseln allein mit Mami oder Papi sind gold wert! Auf diese Weise macht das Erstgeborene die Erfahrung, dass es zwar auf der einen Seite zurückstecken muss, auf der anderen Seite aber auch schon deutlich mehr darf als das kleine Geschwister.

Toll sind auch Ausflüge allein mit dem Gotti oder ein Wochenende mit den Grosseltern. So hat das Kind Spass und du Zeit und Ruhe für das Baby. Wenn dein älteres Kind dann nach Hause kommt und viel Spannendes zu erzählen hat, muss niemand ein schlechtes Gewissen haben.

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