Wege aus der Brüllfalle - warum muss ich immer erst laut werden?

Ist es dir auch schon so ergangen, dass du in stressigen Alltagssituationen als Mutter oder Vater die Geduld verloren hast und dein Kind angeschrien hast, obwohl du dir vorgenommen hast, ruhig und gelassen zu reagieren? Wie kann es Eltern gelingen, sich ohne Brüllen und Gewaltandrohungen durchzusetzen? Wie kann man dem Kind in der Erziehung respektvoll begegnen - auch bei Konflikten? Wie kann die Erziehungskompetenz der Eltern gestärkt werden?

Weniger schreien: Erziehung, ohne auszurasten

Wahrscheinlich kennst du als Elternteil die Situation nur allzu gut: Du hast zehn mal freundlich und mit Respekt versucht, dein Kind zum aufräumen des Zimmers zu bewegen, doch leider schaltet dein Sprössling auf Durchzug und bellt womöglich noch ein harsches "Mach ich doch gleich" hinterher. Langsam wirst du ungeduldig und deine Stimme wird nun deutlich bestimmter. Irgendwann schiebt du noch eine kleine Drohung hinterher: "Sonst gibt es heute kein Fernsehen". Dein Kind: Null Reaktion! Und plötzlich spürst du die Wut in dir aufsteigen, fängst an zu schimpfen und wirst laut, obwohl du dir vorgenommen hattest, niemals dein Kind anzuschreien. Du bist enttäuscht von deiner eigenen Reaktion und fragst dich, ob es nicht auch einen anderen Weg hätte geben müssen.

5 Tipps, was du tun kannst, anstatt zu schreien

  • Fragen, anstatt brüllen!

    Anstatt loszubrüllen, solltest du deinem Kind Fragen stellen: "Was ist los mit dir?", "Hast du dir weh getan?", "Ist dir Langweilig?". Schau besser hinter das Verhalten deines Kindes und kümmere dich dann direkt um die Ursache des
    Problems. Das ist nicht nur wesentlich effektiver, sondern darüber hinaus für dich auch wesentlich stressfreier.

  • Den Frust heraussingen

    Singe die negativen Einflüsse einfach weg. Lass deine Gefühle in einem Lied heraus. Ein kleines Liedchen wird dir ausserdem den Überraschungseffekt bieten, dass dein Kind dir plötzlich zuhört und dich selbst bringt es wieder runter.

  • Tief durchatmen

    Atme etwa fünfmal tief durch. Konzentriere dich dabei auf die Luft, die in deine Lungen strömt und anschliessend den Körper wieder verlässt. Spiele dabei ggf. in Gedanken die Szene durch, wie du dein Kind anschreist Schau in das Gesicht deiner Kinder und versuche, dich in sie einzufühlen. Wie würdest du fühlen, wenn du angeschrien werden würdest?

  • Verschwinde mal kurz

    Lass nach Möglichkeit alles so, wie es gerade ist und verschwinde einen kurzen Moment. Stell dir eine Uhr und erkläre die nächsten 5 Minuten zur "Extra-Zeit für mich".

  • Der Schrei in die Kloschüssel

    Wenn dich die Wut so stark überkommt, dass alle anderen Tipps wertlos werden, lass die Kloschüssel oder den Kleiderschrank zu deinem Prellball werden. Schrei so laut du kannst und lass deinen ganzen Frust raus, denn Klamotten und Klosteine haben im Gegensatz zu Kindern keine Gefühle.


Die oben genannten Tipps stärken die Bindung zwischen dir und deinen Kindern. Vielleicht lässt sich auch die ein oder andere Meckerei nicht vollkommen vermeiden - aber trotzdem tretet ihr euch in der Familie so respektvoll entgegen.

Was hilft dir in stressigen Situationen, ruhig und gelassen zu bleiben? Wir freuen uns über deinen Kommentar im untenstehenden Feld.

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Verschwinden ins Schlafzimmer, den Nachtvorhang ziehen, die Einschlaf-Schildkröte meiner Kleineren auf Meergeräusche stellen und kurz "Strandauszeit" machen...

GG |