Verzichtet auf diese Sprüche, liebe Eltern...

"Wenn du deinen Teller nicht auf isst, dann gibt es kein Dessert für dich". Na, ertappt? Fast jede Mutter oder jeder Vater hat - trotz aller guten Vorsätze in der Kindererziehung - schon dem einen oder anderen Satz gesagt, der einfach nicht weiterhilft. Kinder brauchen Ermutigung, klare Absprachen und vor allem Verständnis. Wer versucht, seine Kinder mit Floskeln zu erziehen, wird nicht weit kommen.

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"Schau mal, deine kleine Schwester kann das schon"

Mit diesem Satz kann man dem Kind gar eine seelische Demütigung zufügen. Der Vergleich mit Geschwistern, insbesondere kleineren, führt nur dazu, dass sich die Rivalität verschärft und das Selbstwertgefühl beim Kleinkind sinkt. Eltern sind sich im Alltag oft nicht bewusst, was sie mit manchen Sätzen in der Kindererziehung anrichten können, die sie vielleicht noch aus ihrer eigenen Kindheit mitbringen.

"Entschuldige dich mal bei deinem Freund"

Wenn Kinder wütend oder enttäuscht sind, dann finden sie meist nur schwer den Weg aus diesen Emotionen. Mit gutem Benehmen oder gar Ermahnungen ist ihnen gar nicht geholfen. Oft sind Eltern gefangen in konventionellem Muster, der Vater ebenso wie die Mutter. Dinge, die sich gehören oder nicht gehören, werden da bei einigen Eltern plötzlich zum Statusexempel für die gute Kindererziehung. Doch es geht vielmehr um Verständnis für das Kleinkind, um Empathie und Einfühlungsvermögen, nicht um richtiges oder falsches Verhalten.

"Die anderen Leute gucken schon alle!"

Dieser Satz ist ein Druckmittel, mit dem man sich und das Kind von der Aussenwelt abhängig macht. Die Entwicklung Kleinkind vollzieht sich jedoch anhand von ganz anderen Kriterien, nicht anhand von dem Massstab anderer Leute. Arbeitet der Vater mehr und ist er vermeintliche Wutausbrüche seines Kindes in der Öffentlichkeit nicht gewöhnt, neigt er vielleicht noch stärker dazu, sich daran zu orientieren. Doch auch die Mutter bleibt nicht immer davor verschont. Bleibt cool und bewahrt die Ruhe! Dieses Credo soll auch für die Kinder gelten, denn sie brauchen Raum für ihre Entwicklung.

"Sprich niemals mit Fremden!"

Dem Kind Angst zu machen, ist keine kluge Entscheidung. Ein verängstigtes oder verunsichertes Kleinkind ist die Folge - und das Gegenteil von einem selbstsicheren kleinen Wesen, das genau weiss, wo es steht. Vielmehr geht es darum, das Kind zu stärken und ihm das nötige Selbstvertrauen zu schenken. Das Thema muss kind- und altersgerecht angesprochen werden, doch bitte ohne dass unnötig Angst geschürt wird. Es gibt auch viele tolle Bücher zu diesem Thema.

"Verschütte das bloss nicht"

Es hilft dem Kind nicht, wenn man es vorab ermahnt oder gar verunsichert. Es ist völlig normal, dass Dinge kaputt gehen, verschüttet werden oder zu Boden fallen. Wichtig ist hier Gelassenheit im Umgang mit diesen kleinen Missgeschicken.

Sei nicht zu streng mit deinen Kindern. Gib auf sie acht und wechsle öfter mal die Perspektive um zu sehen, wie die Entwicklung Kleinkind abläuft. Zu viel Reden, zu viele Ermahnungen oder gar Drohungen kommen bei Kindern nicht an. Es ist wichtig, sie zu stärken und zu ermutigen, das schenkt Kraft und beschert uns spannende kleine Personen, die wacker durchs Leben marschieren.

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KOMMENTARE (3)



Zum punkt "sprich nicht mit fremden": Diese warnung finde ich sehr wohl sinnvoll und wichtig für kinder. kinder können nicht abschätzen, wer "verdächtig" ist und wem sie vertrauen können. Das können ja nicht mal erwachsene mit sicherheit sagen!

M.s. |

Vielen Dank für deine Nachricht. Wir vom Redaktionsteam finden auch, dass das Thema sehr ernst mit dem Kind besprochen werden sollte. Aber es sollte auch durch die Welt gehen dürfen, ohne gleich hinter jedem Gesicht eine Gefahr zu sehen.

Wichtig ist doch, nicht übertriebene Ängste zu schüren, sondern das Kind stark zu machen und Situationen realistisch zu besprechen. Um ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln, ist es innerhalb des Familienrahmens wichtig, dass Kinder körperliche Zuwendung, Zärtlichkeit und Wärme erleben. So können sie positive Körpererfahrungen sammeln, die ihren kindlichen Bedürfnissen entsprechen. Dies könnte ihnen Schutz bieten, so dass sie nicht auf Versprechungen und Verlockungen einer Vertrauensperson (Verein, Sport und Freizeit) oder einer fremden Person reagieren. Dies sind auch Empfehlungen des Eltern-Notrufs.

Es gibt auch viele tolle Bilderbücher, die solche Gefahren erläutern und mit dem Kind zusammen angeschaut werden können.

Höre auf dein Bauchgefühl, es muss für dich und dein Kind stimmen!

Liebe Grüsse & alles Gute
Sandrine vom LetsFamily-Team

Sandrine vom LetsFamily-Team

Zum gleichen Punkt "Sprich nicht mit Fremden" : Das Problem ist ja nicht das Sprechen sondern das Geschenkeannehmen und vorallem das Mitgehen. Besser wäre also: "Sprich mit mir bevor du dir etwas schenken lässt." "Zeig mir Geschenke bevor du sie annimmst." und "Geh nie mit jemandem mit den du nicht kennst." MIt älteren Kindern ist es sehr sinnvoll, einen Code auszumachen, den die Eltern denjenigem sagen, der ihre Kinder abholt wenn z.B. jemand von ihnen tatsächlich im Spital ist. So weiss dann das Kind auch, dass es wirklich die Eltern waren die diese Person geschickt haben.

Buchmann Sonja |

Zum Thema "Sprich nicht mit Fremden": Danke für den Hinweis, verstehe Ihre Ansicht. Wenn sie schreiben "es gibt auch gute Bücher zu diesem Thema", könnten Sie diese erwähnen? Das wäre super!

Lisa |

Ich kann dir das Bilderbuch von Veronica Ferres empfehlen: "Nein, mit Fremden geh' ich nicht!". Oder das Sachbuch "Starke Kinder: Gezielt und fantasievoll: Methoden für selbstbewusste und ausgeglichene Kinder". Das Buch enthält symphatische Ideen für den Alltag, wie Kinder gestärkt werden können.

 

Sandrine vom LetsFamily-Team