Typisches im 6. Lebensjahr

Entwicklung im 6. Lebensjahr © Maksim Šmeljov - stocks.adobe.com

Kinder entwickeln sich unentwegt - einige Entwicklungsschritte nehmen Eltern deutlich wahr, andere wiederum kaum. Im 6. Lebensjahr durchschreitet ein Kind einen wichtigen Lebensabschnitt, der von zahlreichen Veränderungen geprägt ist. Was ist typisch im 6. Lebensjahr und worauf sollten Eltern bei der Erziehung in diesen Monaten achten?

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Vom Kindergartenkind zum Vorschulkind

Inzwischen ist aus dem unbeholfenem Kleinkind ein selbstbewusstes Vorschulkind geworden. Die Sprache hat sich gefestigt, ein hohes Mass an Selbstständigkeit hat sich entwickelt und neue Fähigkeiten wurden erlernt. Der Nachwuchs zieht sich alleine an und aus, kann vielleicht schon die Schuhe binden und übernimmt zunehmend kleine Aufgaben im Haushalt.

Nicht nur die geistige Entwicklung hat einen regelrechten Sprung gemacht. Ein Blick auf das Aussehen zeigt, dass sich das niedliche Kindchenschema verabschiedet hat. Der Nachwuchs wirkt reifer und zeigt nun auch äusserlich, dass ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht.

Die ersten Milchzähne fallen aus und machen Platz für die Schulzähne. 

Was die Kindererziehung in dieser Zeit betrifft, so sollten Eltern sich in Geduld, aber auch in Zuversicht üben. Vergleichbar mit der Trotzphase aus dem dritten Lebensjahr, beginnen die Kinder erneut ihre Grenzen zu testen. So bekommst du Widerständler in den Griff!

Willkommen in der Leistungsgesellschaft

Um das 6. Lebensjahr herum machen Kinder erstmals Bekanntschaft mit der Leistungsgesellschaft und all dem, was auf sie in den nächsten Jahren zukommen wird. Oft bauen sowohl Eltern, als auch der nähere Bekanntenkreis unbewusst einen indirekten Druck auf. Viele Sorgen beschäftigen einen in dieser Zeit, denn niemand kann vorausahnen, wie sich das Kind in der Schule entwickeln wird:

Wird mein Kind Lesen lernen ohne Schwierigkeiten?
Kommt es in Mathe gut mit?
Findet es Freunde?
Wie werden die Lehrer sein?
Fühlt es sich in der Schule überhaupt wohl?

Keine Sorge! Diese Fragen quälen gewiss viele Eltern. Jetzt ist jedoch die Zeit, diese Gedanken einmal aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Sicherlich wird dein Kind noch keine Sorgen haben, ob es mit dem Lesen und Rechnen klappt. Dafür aber ist der Tochter und dem Sohn bewusst, dass es den Kindergarten verlassen muss. Einige der Freunde werden auf anderen Schulen sein. Neue Kinder, neue Umgebung und ein vollkommen anderer Alltag steht bevor.

Diese massive Veränderung bereiten dem Kind Sorgen und das macht sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar. Während einige Kinder unglaublich viel Aufmerksamkeit suchen, die Nähe der Eltern und zahlreiche Umarmungen wünschen, gehen andere auf Konfrontation.

In der Kindererziehung ist es jetzt wichtig zu bedenken, dass hinter all dem Verhalten weder eine böse Arglist, noch mutwillige Verärgerung steckt. Vielmehr ist es ein Hilferuf. Es gilt nun die Kinder zu stärken und sie auf dem Weg zu begleiten.

Neue Fähigkeiten, Sport und viele neue Interessen

Die Feinmotorik verbessert sich in diesen Tagen weiterhin und auch der Wortschatz wird umfangreicher. Ein perfekter Zeitpunkt, um neue Spiele auszuprobieren. Vor allem Spiele, die das Zahlenverständnis fördern und den Wortschatz erweitern, helfen dem Kind bei seiner Entwicklung.

Was die sportlichen Ambitionen betrifft, so prägen sich jetzt gezielte Interessen aus. Kinder suchen sich bewusst eine für sie spannende Sportart aus.

In Puncto Freizeitgestaltung rücken nun andere Aktivitäten in den Fokus. YouTube, Spielkonsole und Co dürfen kein Tabu sein, sondern sollten in einem bewussten Rahmen verfügbar sein. Je früher das Kind lernt mit der Technik zu arbeiten und verantwortungsbewusst umzugehen, desto einfacher wird es in den kommenden Jahren. Wichtig sind hier natürlich klare Grenzen und Richtlinien, um einen übermässigen Konsum zu unterbinden. Hier findest du Tipps für Eltern rund ums "gamen".

Erziehungstipps für Eltern:

  1. Jedes Kind entwickelt sich individuell und das ist gut so!
  2. Routine und Regeln schaffen Sicherheit und Geborgenheit.
  3. Regeln dürfen in Ausnahmefällen erweitert werden.
  4. Ein Kind lernt täglich dazu, gebt ihm Zeit es zu verarbeiten!
  5. Dein Kind muss sich neu orientieren und die Eltern stehen ihm dabei zur Seite.
  6. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto.

 

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