So tröstest du dein Kind richtig

Kinder richtig trösten © Christin Lola - AdobeStock.com

Wenn Kinder weinen, versetzt das die Eltern in Alarmbereitschaft. Vater und Mutter stehen bereits früh vor der Entscheidung, ob und wann sie ihr Kind trösten sollen. Bei der Entwicklung eines Kleinkindes ist Trost spenden von enormer Bedeutung. Wie du dies bei der Kindererziehung berücksichtigst, erfährst du in diesem Artikel.

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Fürsorge für die Kinder

Seit einigen Jahren ist durch die Pädagogen bekannt geworden, dass es enorm wichtig ist, Kinder immer zu trösten. Dachte man früher noch, dass man Kinder durchaus eine Weile schreien lassen sollte, damit sie früh genug lernen, mit ihren Problemen alleine fertig zu werden und sich damit auseinander zu setzen. So ist heutzutage sonnenklar, dass dies der falsche Weg ist.

Irrtümer vergangener Jahre

In der Erziehung hat sich in den vergangenen Jahrhunderten viel verändert, denn durch die Pädagogik und die Forschung in der Entwicklung Kleinkind haben viele Erkenntnisse eingebracht. Vor einigen Jahrzehnten galt es als richtig, Babys eine Weile schreien zu lassen, bevor man sie schliesslich tröstet. Mittlerweile weiss man jedoch, dass dies schwerwiegende Folgen noch im Erwachsenenalter nach sich ziehen kann. So führt das Schreienlassen zu Verlustängsten, die im Alter nur noch schwer beseitigt werden können. Ebenso dachte man, dass das Schreien die Lungen der Kleinkinder stärkt und es somit gesund sei. Alles Unsinn, wie heutzutage bekannt ist. Kinder brauchen die Fürsorge der Eltern. Sie sind völlig neu auf dieser Welt und die Zuneigung gibt ihnen Halt und Sicherheit.

So tröstest du richtig: Beruhigen und Sicherheit vermitteln

Kindern Trost spenden heisst in erster Linie, dass man ihnen Sicherheit und Geborgenheit gibt. Ein enger Körperkontakt, eine Umarmung oder ein Kuss auf die Wange können dabei Gold wert sein. Das Kind fühlt sich dadurch geliebt und spürt die Zuneigung von Vater und Mutter. 

Auch kleine Rituale wie ein fröhliches Pflaster, eine Zaubersalbe oder Notfallkügelchen können Kinder schnell wieder zum Lachen bringen und ablenken. Auch ein kleines Lied oder ein kurzer Spruch lenkt die Kinder ab und vertreibt die Schmerzen schnell.

Zu trösten heisst nicht, dass immer nachgegeben werden soll. Im Gegenteil. Es bedeutet viel mehr, dass man in manchen Situationen nicht nachgibt, aber dennoch für das Kind da ist und ihm die Liebe zeigt. Dein Kind lernt so, mit ihren eigenen Gefühlen selbst klar zu kommen, aber im Mantel der Geborgenheit. Sätze wie "stell dich nicht so an" oder "so schlimm ist das nicht" sollten daher vermieden werden.

Cool bleiben und nicht übertreiben

Wenn dein Kind beim Springen stürzt, schreie nicht gleich panisch auf. Lass dir deinen Schreck nicht anmerken, sondern frage mit ruhiger Stimme, ob du ihm helfen kannst. Denn vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm - und wenn die Eltern gelassen bleiben, ist das Drama oft viel geringer.

Ablenkung hilft bei Kleinkindern oft ganz gut. Nachdem es sich ausgeweint hat, kannst du auf etwas Interessantes zeigen oder mit ihm zusammen etwas spielen. 

Trösten fällt oft schwer

Vater und Mutter lieben ihre Kinder natürlich, doch trotzdem fällt es vielen Eltern schwer, ihre Kinder angemessen zu trösten. Dies liegt daran, dass sie häufig Trost spenden müssen, wenn es zuvor zu einem Konflikt kam. Die Eltern reagieren dann gereizt, anstatt auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. In der Kindererziehung ist es aber völlig normal, dass Kinder ab und zu weinen und die Zuneigung der Eltern benötigen. Natürlich sind die Gründe für die Tränen häufig sehr banal, aber für das weinende Kind eben gerade nicht. Es geht um das Prinzip und darum, den eigenen Willen durchzusetzen

Kinder brauchen Zuwendung

Tröste bei Tränen dein Kind und berühre es, um so Stresshormone abzubauen und um Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Nicht selten ist der Schmerz schnell verflogen, die Verletzung harmlos und der Schreck grösser als der Unfall selbst.

Lasse dein Kind ausweinen. Wenn du einfühlsam auf dein Kind eingehst, wird dein Kind die Sicherheit spüren und lernen, mit den aufkommenden Gefühlen in Zukunft besser umzugehen. Lässt man das Kind mit der Trauer oder dem Trotz alleine, so gelingt dies nur schwerlich. Einmal mehr heisst das Zauberwort Liebe.

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