Wenn Kinder provozieren und frech sind

Wenn Kinder provozieren © markcarper - AdobeStock.com

Wenn Kinder und ihre Eltern aneinandergeraten, schaukelt sich die Situation oft hoch. Auf freche Äusserungen wird mit Drohungen reagiert. Aber ist das der richtige Weg?

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Viele Eltern kennen die Reaktion. Sie tun einfach alles, um ihre Kinder glücklich zu machen. Der Haushalt ist erledigt, das Lieblingsessen gekocht. Hast den ganzen Tag DAS EINE Lieblingsspiel gespielt, dass du selbst gar nicht leiden kannst und dann kommt der Hammer: "Mach das doch selber" oder "Mir doch egal, was du sagst." Schimpfen und Drohungen sind oft die Reaktionen, die auf solches Verhalten folgen.

Der ewige Teufelskreis der Emotionen

Wenn Kinder frech werden, kochen in den meisten Fällen früher oder später die Emotionen über. Freche oder provokante Aussagen seitens des Kindes wecken in den Erwachsenen negative Emotionen. Du fühlst dich verletzt, ungeliebt und nicht wertgeschätzt und regierst dementsprechend mit Drohungen und Schimpfen. Das "wenn... dann"-Gefüge lässt die Gefühle hochsprudeln.

Deine Wut ist verständlich. Du hast dir Mühe gegeben, schenkst deinem Kind ein schönes Leben und verstehst die Reaktion oft nicht. Oft resultieren in der Kindererziehung dann Aussagen, die das Kind in seiner Person abwerten und nicht sein Verhalten. Diese Reaktionen rufen weitere Trotzreaktionen des Kindes hervor und der Teufelskreis geht von vorne los. Um ihn zu durchbrechen ist es wichtig, sich eine wichtige Frage zu stellen:

Warum ist mein Kind frech, warum provoziert es mich?

Kinder nutzen das frech sein als Strategie. Sie drücken aus, dass sie mit einer bestimmten Sache überhaupt nicht einverstanden sind oder geben ihrer Unzufriedenheit Ausdruck. Kinder wollen uns Eltern damit etwas mitteilen. So bekommst du Widerständler in den Griff!

"Bla Bla Bla, ich höre nicht zu" beispielsweise könnte die einzige Möglichkeit deines Kindes sein, um auszudrücken, dass es zu vielen Forderungen, Drohungen, Befehlen ausgesetzt und schlichtweg überfordert ist. Es hat nicht die Reife bzw. Möglichkeit, seine eigenen Gefühle ganz klar zu analysieren und dann auch noch so in Worte umzusetzen.

Die elterliche Reaktion auf einen solchen Spruch ist dann oft kontraproduktiv. Nicht selten folgt das bereits erwähnte "wenn... dann"-Gefüge: "Wenn du das nicht machst, dann darfst du heute nicht fernsehen." Solche Massnahmen kommen in der Kindererziehung oft zum Einsatz - doch Strafen - muss das sein?

Statt dieser negativen Reaktion solltest du auf dein Kind eingehen und das Gespräch suchen. Erkläre deine eigenen Gefühle, die in dir aufkommen, wenn du schon wieder dazu auffordern musst, Spielzeug wegzuräumen oder die Zahnbürste zurück in ihren Becher zu stellen. Erkläre deinem Kind, dass du es verstehst, wenn es sich mit den immer gleichen Aufforderungen und Anweisungen unwohl fühlt, aber dass du dir eben wünschst, dass sie erledigt werden und findet dafür gemeinsam eine Lösung, bei der auch dein Kind nach seinen Ideen gefragt wird.

Oft lohnt es sich, mal still zu sein, sich seinen Kommentar zu verkneifen und später das Gespräch zu suchen. So kann jeder ruhig seine Wünsche und Ansichten vorbringen und gemeinsam eine Lösung finden. Vielleicht auch bei einem Familienrat?

"Mir doch egal, das mach ich nicht." Was im ersten Moment frech klingt, kann bei genauerem Hinsehen mehr bedeuten. Wenn du von deinem Kind verlangst, den Tisch zu decken und es so reagiert, wäre es falsch, ihm mit einer Drohung zu begegnen. Denn die provokante Antwort des Kindes kann auch einen anderen Grund, als Unlust haben. „Ich will dich nicht zwingen, das kann ich auch gar nicht. Mir ist es aber wichtig dass…., weil…. Was schlägst du vor?" Vielleicht spielt es gerade oder malt ein Bild. Vielleicht arbeitet es sogar an einer Überraschung für dich. Frage doch einfach mal nach und biete Kompromisse an.

Ständiges Drohen und Schimpfen führt zu Trotzreaktionen und verschlechtert die Eltern-Kind-Beziehung enorm. Schau GENAU hin - oft spiegeln Kinder auch nur das Verhalten der Eltern. Überlege dir zuerst, ob es jetzt wirklich sooooo schlimm war und du jetzt wirklich etwas sagen musst? Weniger ist oft mehr!

Kindererziehung ist nicht einfach...

Die Emotionen vieler verschiedener Menschen kommen zusammen und manchmal kocht der Topf über. Lass dich von solchen Situationen nicht verunsichern. Kinder und Erwachsene haben manchmal einen schlechten Tag. Achte nur darauf, nicht dauerhaft in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und reagiere so oft es geht auf Augenhöhe, um Konflikte in Ruhe zu klären. Und am besten so, dass alle Beteiligten zufrieden sind.

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