Erziehungstipps für Jungs

Mädchen gelten als brav und Buben als kleine Raufbolde. Aber stimmt das? Unterschiede zwischen den Geschlechtern selbst in der Kindheit sind wissenschaftlich belegt. Aber inzwischen gelten diese Vorstellungen vom typisch weiblichen oder typisch männlichen Verhalten nicht mehr. Dennoch ist bei Buben das männliche Rollenvorbild besonders wichtig.

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Abenteurer und Raufbolde - was Buben auszeichnet

Im Allgemeinen sind Buben etwas lauter und fordernder, haben einen höheren Bewegungsdrang und lieben es, ihre Kräfte unter Beweis zu stellen. Schon vor der Geburt entwickeln sich die Gehirne der Kleinen anders. Dies liegt an der Konzentration des Testosterons im Blut. Buben kommunizieren auch direkter und genau diese direkte Form der Kommunikation sollten Eltern bei der Erziehung der Kleinen beachten.

Im vierten Lebensjahr erleben Buben einen regelrechten Hormonschub. Der Testosteronspiegel kann sich dann verdoppeln und die Kleinen sind besonders wild und brauchen mehr Bewegung. Dies konnte etwa eine Untersuchung an der Universität in Wien zeigen.

Männliche Rollenvorbilder

Gerade in den ersten Lebensjahren haben Buben vorwiegend Kontakt zu Frauen - Erzieherinnen, Lehrerinnen und natürlich die Mutter. Als Ausgleich ist gemeinsame Zeit mit dem Papa oder mit anderen männlichen Familienmitgliedern oder mit Kollegen oder Freunden (Götti) sehr wichtig. Väter spielen anders als Mütter und daher sollte das Spiel mit Papa unbedingt dazugehören. Buben helfen ihren Vätern auch gern und wollen einbezogen werden.

Wenn sich dein Kleiner die grössten Draufgänger als Freunde im Kindergarten ausgesucht hat, dann solltest du das erst einmal akzeptieren und zulassen. Sie können für ihn gerade deswegen typisch männlich wirken.

Die Sprache trainieren und Konflikte friedlich lösen

Obwohl Buben gerne raufen, sollten die Kleinen auch lernen, Konflikte friedlich zu lösen. Bringe deinem Sohn daher bei, wie er aufmerksam zuhört, dass er andere Kinder und auch Erwachsene ausreden lässt und dass er bei Problemen um Hilfe bitten oder nachfragen soll.

Das Sprachvermögen deines Kleinen kannst du gezielt fördern. Sprich viel mit ihm, lies ihm vor und nutze Wortspiele oder Reime. Trainiere auch seine Handgeschicklichkeit. Mädchen sind mit den Händen oft viel geschickter und malen daher gern. Auch bei Buben kannst du die Geschicklichkeit anregen, etwa durch Basteln und das Stapeln von Bausteinen. Bastelspiele trainieren die Geduld und Feinmotorik, denn hier ist eine ruhige Hand gefragt. Das kann später helfen, anderen gegenüber Geduld zu zeigen.

Mit Gefühlen umgehen lernen

Buben können die Gefühle anderer schwerer einordnen. Mit etwas Übung schaffen das die Kleinen aber genauso gut wie Mädchen. Spiele mit Plüschtieren Situationen nach, in denen dein Kleiner erkennen kann, dass das Plüschtier gerade fröhlich oder traurig ist. Ermutige dein Kind, herauszufinden, warum das Tier traurig ist und wie man es trösten kann! Oft bekommen Buben zu hören, dass Indianer doch keine Schmerzen haben. Vermittle deinem Sohn stattdessen, dass Buben die gleichen Gefühle wie Mädchen haben, sie aber häufig anders zeigen. Indianer kennen Schmerzen also genauso, aber sie zeigen sie nur bestimmten Menschen.

Fazit - sich beweisen und Gefühle erlernen

Buben können genauso schüchtern oder verspielt wie Mädchen sein. Häufig stellen sich die Kleinen aber gern unter Beweis. Hier sind männliche Rollenvorbilder wichtig. Das Spielen mit Papa oder anderen männlichen Familienmitgliedern und das spielerische Aufgreifen von Gefühlen tun Buben besonders gut.

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