Diese Sätze sind wichtig für dein Kind

Manchmal kommt es vor, dass Eltern regelrecht auf ihre Kinder einreden. Wäre es da nicht deutlich zielführender und praktischer, wenn es einige spezielle Worte gäbe, durch die dein Kind positiv beeinflusst wird, so dass ihr füreinander deutlich mehr Verständnis entwickeln könnt? Probiere bei deinem Kind doch einfach mal die folgenden Sätze aus, denn die paar wenigen Worte werden garantiert viel bewirken.

Kindererziehung: Wichtige Sätze für dein Kind

1. Ich werde immer für dich da sein!

Für dein Kind ist es wichtig, dass es in eurer Familie einen sicheren Hafen findet, eine Art Zufluchtsort vor der „bösen“ Welt da draussen. Kinder brauchen Geborgenheit und Eltern müssen auf dieses wichtige Gefühl auch unbedingt reagieren. Hunger? Angst? Langeweile? Oder Trauer? - "Papa und Mama stehen immer an deiner Seite." Sei deinem Kind gegenüber immer wachsam, aber gib ihm gleichzeitig auch genügend Freiraum, damit es selbstständig altersgerechte Entscheidungen treffen kann.

2. Was du auch tust: Ich hab dich lieb!

Bevor unsere Kinder selbst sprechen können, verstehen sie schon ganz genau, was wir sagen. Der Blickkontakt, die körperliche Nähe sowie die Tonlage helfen den Kleinen dabei. Schon für Kleinkinder ist der Satz "Ich hab dich lieb" die unmittelbare Beantwortung der Bedürfnisse. Die Kleinen merken, dass sie uns was bedeuten und dieses vertraute Gefühl bildet eine sichere Basis, aus der sie auf ihre eigene Art und Weise vertrauensvoll die Welt entdecken können.

Es ist nicht immer einfach, auf nervende Situationen ruhig und sachlich zu reagieren und die Fassung zu behalten. Besonders auch nach einer Auseinandersetzung ist ein "Ich hab dich lieb, auch wenn du mich ärgerst" wichtig und zeigt deinem Kind, dass es geliebt und geschätzt wird - auch mit Fehlern.

3. "Nein" heisst auch "Nein"

Verbote führen in den allermeisten Fällen zu Konflikten und leider auch häufig zu Inkonsequenz. Ein „nein“ sollte ein "nein" bleiben. Eine nachträgliche Änderung der Meinung führt im Grunde nur dazu, dass das Kind die Lektion später irgendwann lernen muss - und dann wird es unter Umständen deutlich schmerzvoller. Ein sachliches und konsequentes "Nein" macht dein Kind also schon mal für spätere Konfliktsituationen stark.

4. Jeder Mensch darf Fehler haben

Nur wenn wir Fehler machen, können wir auch lernen, unsere Probleme in den Griff zu kriegen. Die Fehler deiner Kinder sind stets nur eine reine Information für dich - nicht mehr und nicht weniger. Ermahne dich zwischendurch immer mal wieder zu mehr Gelassenheit, wenn es dein Kind einfach nicht schafft, den Ball zu fangen. Es ist nicht wichtig, wie perfekt etwas getan werden kann, sondern eher wie gross der Wille deines Kindes ist, etwas Neues auszuprobieren - ohne Angst vor Misserfolgen.

5. Du machst das gut

Aussagen wie "Das Bild ist schön, aber an dieser Stelle hättest du etwas vorsichtiger malen sollen" kommen bei Kindern niemals so an, wie wir Eltern es eigentlich meinen. Das Kind denkt vielmehr, dass es trotz grosser Anstrengung unseren Forderungen nicht gerecht werden kann. Wenn du etwas erreichst, worauf du stolz bist, dein Gegenüber aber mit solch demotivierenden Aussagen daherkommt, fühlst du dich sicherlich auch schlecht. Keine Sorge, auch wenn bei deinem Nachwuchs einige Dinge noch nicht klappen wollen: Durch Praxis und Beobachtung lernt früher oder später jedes Kind.

6. Das schaffst du!

Hat dein Kind etwas geschafft, ist es meist ein grosses Erfolgserlebnis. Die Zusprache von den Eltern ist dabei sehr wichtig. Halte dich als Elternteil unbedingt immer mit deinen kritischen Äusserungen über nicht geschaffte Dinge zurück. Setze Ziele, die dein Nachwuchs auch erreichen kann, schliesslich steckt der Familienalltag voller spannender Aufgaben: Gemüse schälen, Spülmaschine einräumen oder den Tisch decken spornt die Kleinen in der Regel an,  fördern die Selbstständigkeit und stärken das Selbstbewusstsein.

7. Liebe deinen Nächsten

In erster Linie ist jedes Kind ein kleiner Egoist, denn Kinder müssen erst in ihrem Leben lernen, wie Emotionen richtig gesteuert werden. Auch wie darauf am besten regiert werden sollte, ist den meisten Kindern nicht klar. Weise dein Kind zwischendurch auf seine Gefühle hin und biete bei Bedarf Lösungsvorschläge an: "Mia möchte gerne auch im Sand spielen und ist traurig, weil sie ihr Sandspielzeug vergessen hat. Was können wir tun? Möchten wir ihr unser Eimerchen ausleihen, damit sie mitspielen kann?" Gefühle wie Angst, Freude, Kummer oder Hilflosigkeit werden für dein Kind so zu festen Begriffen.

8. Wow, das hast du super gemacht!

Richtiges Schimpfen und Loben sind elementare Bestandteile einer guten Erziehung. Lobe nicht einfach nur mit "Gut gemacht", denn für deinen Nachwuchs sind solche Aussagen nicht eindeutig. Was genau habe ich denn jetzt gut gemacht? Benenne besser konkret, was dein Kind grade gemacht hat. Mit einem "Wow, du hast ganz alleine die Jacke angezogen" kann dein Kind deutlich mehr anfangen.

9. Wie lautet das Zauberwort?

Wahrscheinlich kennt jedes Kind diesen (nervigen) Satz und meist bekommt man im Anschluss ein halbherziges "Danke" zu hören. Sei besser ein Vorbild für dein Kind. Woher soll es wissen, dass es "Danke" zu einem Geschenk sagen muss, wenn es so nicht vorgelebt wird? Es mag dir vielleicht übertrieben vorkommen, deiner Frau oder deinem Mann für die Unterstützung im Haushalt zu danken oder deinem Kind "Danke" zu sagen, weil es die Katze gefüttert hat, aber unser Nachwuchs erlernt die Grundformen der Höflichkeit nun mal am besten durch ein Vorbild.

10. Auf Gefühle des Kindes eingehen

Wutanfälle sind für Eltern nicht immer einfach auszuhalten. Sich in die Gefühle des Kindes hineinzuversetzen fällt nicht immer einfach. Versuche das Gefühl zu deuten, das dein Kind gerade empfindet und zeige Verständnis: "Ich sehe, dass wir jetzt heimgehen müssen, macht dich sehr traurig. Komm, wir erzählen Papi von deiner schönen Sandburg, er wird sich freuen!"

Kinder brauchen einen festen Rückhalt in der Familie, um sicher und geborgen aufwachsen zu können. Anstatt stets kritisch zu sein, sollten Eltern deutlich öfter wichtige Worte und Sätze den Kindern gegenüber äussern.

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