Mediennutzung bei Kindern

Ob Smartphone, PC, Spielekonsole oder Fernseher - Kinder wachsen in einer Welt voller Medien auf. Dabei ist es für Eltern wichtig, Regeln aufzustellen. Wann darf das Kind welches Gerät wie lange nutzen? Hier findest du 10 wichtige Tipps für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der digitalen Welt.

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1. Sei ein Vorbild

Wie in allen anderen Bereichen des Lebens wird dein Kind dir auch im Punkt Medienkonsum nacheifern. Hast du dein Smartphone allzeit bereit, wirfst im Vorbeigehen stets einen Blick auf den Laptop und lässt den Fernseher zur Berieselung im Hintergrund laufen? Zur medialen Erziehung der Kinder gehört zuallererst ein kritischer Blick auf das eigene Verhalten.

2. Der Reiz des Verbotenen

Verbote machen Dinge reizvoller. Statt Tablet, Spielekonsole und Fernseher strikt zu verbieten, ist es sinnvoller, über das richtige Mass und den Umgang mit diesen Medien nachzudenken. Was möchtest du deinen Kindern in welchem Alter erlauben? Was fördert die Entwicklung, was schadet eher?

3. Gemeinsam nach Angeboten suchen

Erkunde das Internet gemeinsam mit deinem Kind. Sucht zusammen nach einem tollen Guetzli-Rezept oder einer Bastelanleitung für die Laterne. So führst du deinen Nachwuchs langsam an die digitale Welt heran.

4. Altersangabe zur Orientierung

Altersangaben auf Apps, Spielen, CDs und Filmen helfen dir dabei, einen ersten Überblick zu erlangen. Im Kindergartenalter kommen nur Angebote mit einer Freigabe ab 0 Jahren in Betracht. Dennoch ist nicht jedes Spiel und jede Serie ohne Altersbeschränkung auch für jedes Kind geeignet - prüfe vorab, ob das Produkt speziell deinem Kind gerecht wird.

5. Sperrzone Kinderzimmer

Im Zimmer eines kleinen Kindes haben Fernseher, Tablets und Spielekonsole nichts verloren! Ob deine Kinder alleine den CD-Player nutzen dürfen, kommt auf die Situation an. Manche Knirpse machen die Nacht zum Tage, kommen nicht zur Ruhe und hören Folge um Folge Geschichten, statt zu schlafen, andere schlummern mit ihrer Lieblingsgeschichte friedlich ein.

6. Beobachte deine Kinder

Jedes Kind reagiert anders - darum ist es wichtig, dass du deinen Schatz beim Hören neuer CDs, beim Fernsehen oder Computerspielen beobachtest. Machen laute Geräusche ihm Angst? Lässt beim Spiel die Konzentration nach? Für Eltern harmlos wirkende Serien können Kleinkinder verängstigen oder erschrecken. Spiele - auch wenn es sich um ausgewählte Lernspiele handelt - sind nur dann sinnvoll, wenn das Kind noch bei der Sache ist.

7. Vereinbare klare Regeln

Überall in der Erziehung sind Grenzen wichtig. Kinder verstehen schon in jungen Jahren Regeln sehr gut. Lege deshalb den Medienkonsum deines Kindes genau fest. Das kann die abendliche Fernsehserie, die CD vor dem Einschlafen oder ein bestimmtes Spiel auf dem Tablet sein. Ein genaues Zeitgefühl haben kleine Kinder übrigens noch nicht, daher ist eine Angabe wie "noch eine halbe Stunde" eher ungeeignet.

8. Keine alleinige Nutzung

Ein Kleinkind sollte sich vor allem im Internet und vor dem Fernseher nicht alleine überlassen werden. Zu schnell ist die falsche Taste gedrückt und statt der Kinderserie läuft ein Krimi. Im World Wide Web tummeln sich noch grössere Gefahren. Flott gelangt man unbeabsichtigt auf Werbung oder ist plötzlich in einem völlig anderen Spiel.

9. Medien sind kein Babysitter

Der Nachwuchs ist anstrengend, Eltern haben einen schlechten Tag - da ist die Versuchung gross, die Kinder vor der Glotze oder der Spielekonsole zu platzieren, um etwas zu erledigen oder einfach mal Ruhe zu haben. Doch die digitale Welt ersetzt weder eine Kinderbetreuung, noch das reale Leben. Gehe mit deinen Kindern an die frische Luft, macht gemeinsame Unternehmungen oder Spiele-Nachmittage. Bereuen wirst du das nie - denn die Zwerge werden viel zu schnell gross...

10. Fazit - entscheidend ist das richtige Mass

Du solltest dein Kind weder generell von Medien fernhalten, noch diese im Übermass genehmigen. Finde einen Mittelweg. Führe dein Kind mit Geduld an die digitale Welt heran. So lernt dein Kind, sinnvoll mit Medien umzugehen.

Wann und wie lange vor dem Bildschirm?

Als Faustregel wird oft die «3-6-9-12»-Regel vorgeschlagen. Sie basiert auf den Empfehlungen des französischen Kinderpsychiaters Serge Tisseron und berücksichtigt entwicklungspsychologische Schritte in der Medienerziehung.

So legt Tisseron zum Beispiel Wert auf die Entwicklung des Zeit- und Raumempfindens, das die bis 3-Jährigen entwickeln sollen. Er schlägt daher vor, Kinder unter 3 Jahren nicht vor den TV zu setzen.

Bei den 3- bis 6-Jährigen stellt er die Entwicklung von Sinnen und Motorik in den Vordergrund, bei den 6- bis 9-Jährigen soziale Umgangsformen und bei den 9- bis 12-Jährigen die Entdeckung der Komplexität der Lebenswelt. Diese Entwicklungsaufgaben haben Priorität und können durch die Mediennutzung beeinträchtigt werden. Daher schlägt er vor,  Kindern nicht vor 6 Jahren eine eigene Spielkonsole zu überlassen und erst die 9-Jährigen eigenständig ans Internet heranzuführen. Zugang zu sozialen Netzwerken sollten Kinder nicht vor 12 erhalten. Vergleichbares empfiehlt auch das Schweizer Bundesprogramm «Jugend und Medien» im Elternratgeber «Medienkompetenz – Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien».

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