Angst vor Neuem - wie dem Kind helfen?

Kinder leiden nicht selten unter Ängsten verschiedenster Art. Nicht nur Angstauslöser, auch Ausmass der Problematik und der Umgang mit der Angst sind individuell. Was dies im Einzelnen zu bedeuten hat und wie Eltern helfen können, ist nicht immer einfach ersichtlich.

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Verschiedene Arten von Angst

Bevor die verschiedenen Arten von Angst näher betrachtet werden, sei zunächst einmal gesagt, dass es auch Angstverhalten gibt, ohne ein dazu gehöriges Angstgefühl. Das kann zum Beispiel bei Kindern auftreten, deren Eltern jedes Mal sehr besorgt und überfürsorglich auf die kleinsten Zeichen einer Angst reagieren.

Bei echten Ängsten wird vereinfacht zwischen Phobien und generalisierter Angst unterschieden. Phobien richten sich immer auf einen konkreten "Angstgegenstand". Beispiele hierfür sind die Angst vor Hunden, Spinnen, Höhe oder engen Räumen. 

Manche Kinder werden durch neue, unbekannte Situationen regelrecht blockiert und sie reagieren mit einer starken Abwehrreaktion. Wie geht man damit um - sich der Situation stellen oder das Kind schonen?

Was Eltern tun können

Eine langfristige Vermeidung der Angst wird das Problem deines Kindes nicht lösen. Ganz im Gegenteil nimmt die Angst durch Vermeidung noch zu. Schnell ist ein Punkt erreicht, an dem sich das Kind keine Bewältigung mehr zutraut, obgleich es die Angst als Einschränkung erlebt. Mit einer erzwungenen Konfrontation kann sich die Problematik jedoch ebenfalls verschlimmern.

Hilfreich sind einerseits Gespräche über die Angst. Dabei solltest du versuchen, nicht zu besorgt zu klingen. Inhaltlich sollte es darum gehen, typischem "Angstdenken" auf die Schliche zu kommen, also den Gedankengängen, die irrational sind. Denn wer Angst hat, neigt dazu, seine Sorgen gedanklich auszuweiten. Durch ein Hinterfragen dieser Gedanken gelingt es, ihren Einfluss wieder angemessener einzuschätzen. Das geht auch schon bei Kindern. Ein weiterer Schritt um Angst zu besiegen, ist die schrittweise Auseinandersetzung mit der Angstthematik. Dazu müssen sich betroffene Kinder, in geschütztem Rahmen, mit dieser konfrontieren. Dies geschieht jedoch nur in dem Masse, in dem es ihnen möglich ist, die Situation positiv zu bewältigen.

Angst vor Neuem

Auslöser für diese Art von Angst, ist häufig eine ungute Erfahrung in einer ungewohnten oder neuen Situation. Dadurch entsteht eine ungünstige Verknüpfung eines bestimmten Gefühls mit dieser Situation. Hier gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Ängsten auch. Sprich mit deinem Kind über das anstehende Ereignis und findet gemeinsam die angstbezogenen Denkfehler. Gleichzeitig kann über Gespräche schon eine vorsichtige Konfrontation mit der Situation stattfinden.

Zum Beispiel könntest du dein Kind fragen "Was kann alles schief gehen?". Während es erzählt, wird die Angstsituation mental durchlebt. Währenddessen ist es wichtig, sich immer wieder durch Kommunikation zu versichern, dass das Kind nicht überfordert ist. Gemeinsam könnt ihr euch dann Lösungsmöglichkeiten überlegen. Selbst, wenn es sich dabei um sehr abwegige Szenarien handeln sollte, hilft meist das Wissen, für den Ernstfall vorbereitet zu sein. In einigen Fällen ist es sogar möglich, sich der Angst bereits vor Ort zu stellen, beispielsweise während einer Probestunde im neuen Sportverein. 

Konkrete Tipps, wie du dein Kind unterstützen kannst:

  • Respektiere das Tempo deines Kindes! Wenn es beim Singkurs nicht mitmachen möchte, lass es einfach erst zuschauen. So kann es in Ruhe die neue Umgebung und Kinder beobachten und sich langsam herantasten.

  • Versuche die Gefühle deines Kindes zu verstehen. Wird dir z.B. mitten eines Spiels klar, dass es deinem Kind zuviel wird, nimm es aus dem Geschehen heraus und unterstütze es: "Jetzt wird es dir gerade etwas zu viel, gell? Komm wir setzen uns auf die Bank und schauen ein wenig zu".

  • Stärke dein Kind immer wieder und traue ihm zu, dass es eines Tages soweit sein wird. 

  • Finde heraus, was einem Kind helfen könnte, die Angst zu überwinden. Vielleicht kundet ihr gemeinsam den neuen Ort aus? Ihr lauft den Weg zusammen ab? Ihr besprecht mögliche Antwortsätze auf unangenehme Fragen? Je besser sich das Kind vorstellen kann, was auf es zukommt, umso sicherer wird es sich fühlen.

  • Nimm deinem Kind den Druck weg. Es darf sagen, wenn es nur zuschauen möchte oder wenn es noch etwas Zeit braucht.

In der Erziehung ist es wichtig, Kinder gegen Angst stark zu machen. Dies kann durch Gespräche sowie einem schrittweise erlernten Umgang mit den entsprechenden Angstthemen erfolgen. Viel Zeit, Geduld und Ruhe durch die Erwachsenen unterstützen das Kind. Irgendwann werden die Ängste vergehen.

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