Strategien für eine höhere Frustrationstoleranz

Mit Frust umgehen lernen © MIA Studio - AdobeStock.com

Sportwettkämpfe, Brettspiele oder unerfüllte Wünsche: In diesen Situationen zeigt sich, wie gut dein Kind Frust und Misserfolg aushalten kann. Besonders wichtig wird das im Schulalter. Wie sich eine unzureichende Frustrationstoleranz äussert und wie du die richtige Entwicklung unterstützen kannst, erklären wir hier.

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Was bedeutet eine geringe Frustrationstoleranz?

Kinder mit einer geringen Frustrationstoleranz sind oft ungeduldig und schnell reizbar. Sie fühlen sich häufig ungerecht behandelt, wenn etwas nicht nach ihren Wünschen verläuft. Besonders schwierig ist das, wenn frustrierende Situationen in ihrem Alltag selten auftreten - zum Beispiel, weil die Eltern die Tochter oder den Sohn in ihrer Erziehung gewinnen lassen, jeden Wunsch sofort erfüllen und Fehler verhindern.

Beispiele für eine geringe Frustrationstoleranz können sein:

  • Wenn sein Spielvorschlag nicht angenommen wird oder es ein Spiel verliert, möchte dein Kind nicht weiterspielen und/oder entwickelt Aggressionen.
  • Macht dein Sohn oder deine Tochter wenig Fortschritte in seinem Hobby oder bekommt eine schlechte Schulnote, verliert er/sie schnell die Lust am Lernen und Üben.
  • Wenn er oder sie beim Einkaufen nicht seinen Willen bekommt, entstehen Aggressionen und er/sie boykottiert den weiteren Einkauf.

Im Kleinkindalter ist noch wenig Frustrationstoleranz zu erwarten. In der Primarschule sollte sie jedoch bereits soweit vorhanden sein, dass das Kind mit schulischen und sozialen Misserfolgen angemessen umgehen kann. Einigen Kindern fällt diese Entwicklung leicht, andere benötigen Unterstützung durch die richtige Erziehung.

Kinder müssen begreifen, wie sie mit Gefühlen umgehen

Kinder müssen erst noch verstehen, dass ihre Gefühle zwar berechtigt sind, sie sie aber trotzdem zivilisiert und gerecht ausdrücken müssen. Nimm die Gefühle deines Kindes trotz allem immer ernst. Erkläre ihm, woher sie kommen und dass sie berechtigt sind, dass sein Verhalten aber trotzdem nicht in Ordnung ist. Wichtig: Zeige Alternativen auf, anstatt Vorwürfe zu machen. Hier geht's zu den Spielideen gegen die Wut.

Die meisten Kinder wollen schnell gross werden und orientieren sich dabei an ihren Eltern. Das kannst du zu deinem Vorteil nutzen. Sei ein Vorbild und gehe mit deinem Frust ruhig und zivilisiert um. Sonst wird sich deine Tochter oder dein Sohn fragen, warum er oder sie nicht auch ausrasten darf, wenn du es tust.

Lasse ihn oder sie ausserdem öfter trauern. Viele Eltern ertragen die Misserfolge ihrer Tochter oder ihres Sohnes nicht und wollen lieber ablenken - aber das wird nicht helfen. Für dein Kind ist es jetzt viel wichtiger, zu lernen, wie sich ein Misserfolg anfühlt und wie es damit umgehen kann. Das braucht Konfrontation.

Strategien für die Entwicklung von Frustrationstoleranz

Kinder mit einer geringen Frustrationstoleranz sind meistens ungeduldig. Führe deshalb ein- bis zweimal pro Woche bewusst Situationen herbei, in denen du sie bewusst warten lässt. Bleibe auch dann konsequent, wenn das Kind ärgerlich wird oder sich wehrt. Wichtig ist zudem, zu erklären, warum der Wunsch nicht sofort erfüllt werden kann.

Versuche ausserdem nicht, deinen Kindern Misserfolge zu ersparen, indem du ihnen Dinge abnimmst. Sie müssen lernen, ihre Fehler selbst auszuhalten und daran zu arbeiten, dass es besser wird - denn später im Leben wird ihnen auch niemand das Problem abnehmen. Lass sie zum Beispiel öfter bei einem Gesellschaftsspiel verlieren, anstatt die Regeln umzuändern oder absichtlich schwächer zu spielen.

Fehler zu machen kann dein Kind auch in anderen Situationen lernen, zum Beispiel bei seinen Hausaufgaben, die es allein erledigen sollte. Auch Streit mit Freunden und Geschwistern kann es selbst klären: So merkt es, dass sein Fehlverhalten manchmal dazu führen kann, dass andere sich abwenden. Für Eltern ist das schwer mit anzuschauen - aber für deinen Sohn oder deine Tochter wird es eine lebenswichtige Lektion sein.

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