Probleme beim Trocken- und Sauberwerden

Probleme beim Trockenwerden © Denys - AdobeStock.com

Einige Kinder Bettnässen oft auch noch, wenn sie bereits älter sind. Dies ist ganz normal, und solange keine medizinischen Gründe vorliegen, solltest du deinem Kind auch die notwendige Zeit geben, um trocken zu werden. Dennoch sollten Eltern der Ursache auf den Grund gehen, denn nicht selten hat dies auch psychische Ursachen. Du kannst dein Kind auf unterschiedliche Art dabei unterstützen nicht mehr ins Bett zu machen.

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Wann liegen Sauberkeitsprobleme vor?

Es gibt kein pauschales Alter, wann Kinder trocken bzw. sauber sind. Generell gilt das Kind als trocken, wenn es sich in sechs Monaten nicht mehr eingenässt hat und selbstständig bzw. rechtzeitig zur Toilette geht. Dies kann mit Unterstützung der Eltern erfolgen. Wichtig ist, dass sie selbstständig merken, dass ein Toilettengang notwendig ist.

Sauberkeitsprobleme liegen daher dann vor, wenn es ab einem Alter von fünf Jahren sich regelmässig einnässt. Dies kann sogar bis zu einem Alter von zehn Jahren andauern, wobei hier auch abgeklärt werden muss, ob medizinische Gründe vorliegen.

Wesentlich seltener kommt das Einkoten vor. Dennoch wird es als ein Problem gesehen, wenn ein Kind ab vier Jahren noch immer über sechs Monate mindestens monatlich einkotet.

Bettnässen: Was können Eltern tun?

Die wichtigste Regel für Väter und Mütter lautet: Keine Vorwürfe machen. Kinder nässen bzw. koten sich meist nicht gerne selbst ein, sie möchten trocken sein bzw. werden. Besonders problematisch wird es, wenn emotionale Ursachen vorliegen, denn das Bettnässen belastet ihre Psyche zusätzlich.

Gibt es Probleme mit der Sauberkeit, können Vorwürfe dies sogar noch verschlimmern, allerdings sollte die Situation nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wichtig ist die richtige Balance zwischen Selbstständigkeit und Hilfe zu finden. Sprich über die Situation, mach sie allerdings nicht zum ständigen Thema. Es ist den meisten peinlich, wenn sie sich einnässen und daher wollen sie auch nicht ständig darüber reden. Selbstverständlich sollte das Thema nicht in der Gegenwart der Kinder mit Dritten wie den Grosseltern oder Freunden angesprochen werden.

Sauberkeit ist ein schrittweiser Prozess. Daher ist es wichtig, dass du kleine Fortschritte positiv hervorhebst und dein Kind lobst. Arbeitet gemeinsam an dem Problem, nimm aber deinem Kind nicht sämtliche Lasten ab. Kleine Aufgaben, die Kinder positiv erledigen, sollten hervorgehoben und sie dafür auch gelobt werden.

Hier findest du weitere Tipps, die dein Kind beim Trockenwerden unterstützen.

Vorurteile rund ums Bettnässen

  1. Bettnässen ist eine schlechte Angewohnheit.
    FAKT: Laut der Weltgesundheitsorganisation ist das Bettnässen ab dem vollendeten 5. Lebensjahr eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Bettnässen ist weder eine Lern- noch eine Verhaltensstörung. Kinder, die einnässen, tun das nicht absichtlich, sondern es widerfährt ihnen einfach.

  2. Es gibt einen Schuldigen.
    FAKT: Niemand ist schuld am Bettnässen. Es gibt viele Ursachen und Gründe dafür, doch kaum einen davon können Eltern und Kinder beeinflussen.

  3. Bettnässer sind nur zu faul, zur Toilette zu gehen.
    FAKT: Die meisten Kinder sind nicht zu bequem. Sie merken nur zu spät, dass sie auf die Toilette müssen.

  4. Bettnässen ist eine bedrohliche Krankheit.
    FAKT: Bettnässen ist weder ansteckend noch gefährlich. Viele Kinder (etwa 10%) machen bis zur ersten Klasse nachts noch regelmässig ins Bett.

  5. Das Kind soll nach 16 Uhr nicht mehr trinken.
    FAKT: Das Einschränken der Trinkmenge kann zu Dehydrierung und höherer Konzentration des Urins führen, was wiederum die Blase reizen kann. Sorge dafür, dass dein Kind tagsüber reichlich trinkt, um seine Blase zu trainieren. Einige Stunden vor dem Schlafengehen sollte es dann weniger trinken. Aber verweigere einem durstigen Kind nie etwas zu trinken!

  6. Es hilft, wenn man sein Kind nachts im Halbschlaf aufs WC setzt.
    FAKT: Die meisten Eltern probieren das irgendwann einmal aus. Es stört jedoch den gesunden Schlaf des Kindes. Zudem lernt ein Kind im Halbschlaf nicht, von einer vollen Blase aufzuwachen.

  7. Gegen Bettnässen gibt's keine Hilfe.
    FAKT: Es gibt kein Wundermittel gegen Bettnässen. Bettnässen verschwindet häufig mit der Zeit von selbst. Wenn aber ein Kind das 5. Lebensjahr vollendet hat und nachts noch regelmässig einnässt, sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Bettnässen: Wann ist ärztlicher Rat notwendig?

Der Arzt sollte hinzugezogen werden, wenn Kinder gerne trocken bzw. sauber sein möchten, es jedoch nicht schaffen. Vor allem diese Gruppe Kindern leidet häufig darunter, vor allem wenn es beispielsweise in der Schule passiert. Es sollte auch medizinisch abgeklärt werden, ob keine Erkrankungen, wie Blasenentzündungen, vorliegen.

Manchmal kann auch der Weg zu einem Kinderpsychologen notwendig sein. Dies ist häufig dann der Fall, wenn es bereits eine Trockenphase gab. Einen Rückfall gibt es meist dann, wenn emotionale Probleme vorliegen. Auslöser können beispielsweise die Trennung der Eltern sein, aber auch die Geburt von einem Geschwisterchen und damit eine Reduktion der Aufmerksamkeit. Aber auch andere Situationen, die Kinder belasten, wie der Schulanfang oder schlechte Noten, können Gründe sein, warum das Bettnässen wieder anfängt.

Motiviert bleiben - das Kind unterstützen

Dinge, die für Erwachsene ganz normal sind, können für ein Kind zur Herausforderung werden. Dies gilt auch für Sauberkeit bzw. Hygiene. Bei vielen Kindern kommt die Sauberkeit ganz von allein, da sie anfangen sich unwohl zu fühlen, wenn sie sich einnässen oder einkoten. Wie bei allen Gesundheitsstörungen darf man auch beim Bettnässen das seelische Wohlergehen des Kindes nicht aus den Augen verlieren.

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