Junge spielt Gitarre und findet seinen Musikgeschmack.
Musikalische Prägung von Kindern © Brian Jackson - AdobeStock.com

Musikgeschmack bei Kindern

Nicht nur bei Erwachsenen spielt Musik eine bedeutende Rolle, sondern auch die Kleinen entdecken ihre musikalische Seite im Laufe ihrer Entwicklung. Doch was sagt der Musikgeschmack über die Kids aus und wann entwickelt sich dieser?

Musik kann für die Kleinen bereits während der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung haben. Finnische Forscher haben herausgefunden, dass im letzten Teil der Schwangerschaft Musik von den Kindern sogar im Langzeitgedächtnis gespeichert werden kann. Kopfhörer auf dem Babybauch sind also bei weitem keine unsinnige Idee. In weiteren Untersuchungen fand man heraus, dass diese Kinder (die im Mutterleib oft Musik gehört haben) stärker auf Musik reagieren. Es ist hierbei aber natürlich wichtig, dass es sich um passende und nicht zu laute oder unangenehme Musik handelt.

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Musikhören in der Schwangerschaft © Adobe Stock - Drobot Dean

Musikempfinden nach der Geburt

Auch nach der Geburt ist Musik in gewisser Weise wichtig, denn UNICEF zufolge kann Musik zu einer gesunden Baby-Entwicklung beitragen. Dabei kann Musik einerseits (wie auch bei uns Erwachsenen) eine wohltuende Wirkung auf die Kleinen haben, aber auch die kognitiven Fähigkeiten sowie das Gedächtnis verbessern. Die positiven Auswirkungen verstärken sich sogar noch, wenn die Kleinen beim Musik hören zusätzlich spielerisch interagieren.

Musikalische Entwicklung der Kinder

Musik fördert nicht nur das Gehirn und deren Leistung, sondern auch die Feinmotorik – zumindest in Form von selbst ausgeführten Instrumenten. Aus diesem Grund steht die musikalische Früherziehung bei Eltern hoch im Kurs. Dabei gibt es zahlreiche mögliche Instrumente zum aktiven Musizieren der Kleinen.

Ab wann es losgeht, bestimmt schlussendlich die Entwicklung und auch die Motivation des Kindes. Als Richtwert ist der Schulanfang ein guter Zeitpunkt, aber natürlich können Kinder auch früher und später in die musikalische Förderung einsteigen, wenn sie das möchten.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen musikalischer Früherziehung und richtigem Instrumentalunterricht. Bei der musikalischen Früherziehung steht nicht das Erlernen des Instruments, sondern erst mal der Spass an der Musik im Vordergrund. Beim Instrumentalunterricht wird dagegen das Musikinstrument professionell erlernt.

Für junge Kinder sind beispielsweise Klavier oder Blockflöte gut geeignet. Für noch kleinere Kids sind vor allem einfache Rhythmusinstrumente (zum Beispiel Trommeln, Klanghölzer oder Rasseln) gut geeignet. Tuba oder Saxofon wären als Beispiel eher ungeeignet, da diese Instrumente schwieriger zu spielen sind. Zu beachten ist auch, dass das Instrument altersgerecht in Bezug auf die Kindergrösse ist.

Wann entwickelt sich der Musikgeschmack?

Wenn die Kleinen in ihren ersten Jahren die Musik erkunden, entwickelt sich früher oder später ein gewisser Musikgeschmack. Kinder bevorzugen gewisse Klänge und Musikrichtungen und finden andere Musik weniger ansprechend.

Der Musikgeschmack wird am stärksten bis zum zehnten Lebensjahr geprägt, wie Deezer in einer Studie herausfand. Dabei ist allerdings aufgefallen, dass mehr als die Hälfte aller Eltern bewusst den Musikgeschmack der Kinder beeinflussen.

Sind Kinder älter als zehn Jahre, sind sie für diese Art der Beeinflussung weniger empfänglich. Eltern hofften auf eine positive Reaktion auf die von den Eltern bevorzugte Musik, doch statistisch erhielten sie ab diesem Alter eher seltener eine positive Rückmeldung. Stattdessen entwickeln die Kids in diesem Alter ihren noch individuelleren Stil.

Diese Musikstile kommen besonders gut an

Während der Zeit, in der Kinder noch empfänglich sind für Musik, haben Eltern einige Tricks auf Lager. Sie spielen ihre bevorzugte Musik im Auto, tanzen gemeinsam zur Musik oder nehmen gemeinsam an Festivals und Konzerten teil. Am schwierigsten haben es dabei Eltern, die Punk-Musik bevorzugen. Diese Musikrichtung wurde von den Kindern am seltensten angenommen.

Positiv reagieren heutzutage aber die meisten Kinder auf Pop-Musik. Auch Dance und Easy Listening sind Musikstile, die bei der Jugend von heute gut ankommt.

Kommen die Kids in die Pubertät, findet aber meist keine Beeinflussung mehr durch die Eltern, sondern stattdessen durch Freunde statt. Auch hier lernen die Kinder verschiedene Musik-Genres kennen und entwickeln ihren Musikgeschmack weiter.

Musikalische Prägung ist eine Frage des Alters © Adobe Stock - Drobot Dean

So unterschiedlich die Musikgeschmäcker bei Erwachsenen, so verschieden ist es natürlich auch bei den Kindern. Wie bereits erwähnt sind Eltern massgeblich daran beteiligt, in welche Richtung sich zumindest der erste Musikgeschmack bei den Kleinen entwickelt. Durch Schule und Pubertät und damit auch Freunde entwickelt sich dies weiter.

Gerade die Schulzeit war bereits in früheren Zeiten massgeblich dafür verantwortlich, welche ersten Lieder wir kennenlernten. Wohingegen wir damals noch klassische Kinderlieder auswendig lernen mussten, sind es heute nicht selten Pop-Songs, die von den Kids im Musikunterricht gelernt werden.

Kein Wunder also, dass auch Pop auf Platz 1 steht – allerdings nur, wenn es um den gemeinsamen Musikgeschmack zwischen Eltern und Kindern geht. Eltern selbst bevorzugen vor allem Classic Rock und Kinder dagegen Hip-Hop und Rap.

Blicken wir ausschliesslich auf die Kids, dann ergibt sich folgende Top-Liste:

  1. Hip-Hop/Rap
  2. Kindermusik
  3. Pop
  4. Filmmusik
  5. EDM / Indie / R&B

Diese Faktoren beeinflussen den Musikgeschmack bei Kindern

Um die Richtung eines Musikfans zu bestimmen, gibt es bestimmte Faktoren, die besonders viel Gewicht haben.

  1. Songs im Radio
  2. Filmmusik
  3. Musik des Vaters
  4. Musik der Mutter
  5. Musik von Freunden
  6. Musik von Geschwistern
  7. Songs aus Serien im Fernsehen
  8. allgemein Konzerte und Festivals
  9. Songs aus sozialen Medien
  10. Musik, die zu Hobbys und Interessen passt


Diese zahlreichen Faktoren beeinflussen, wo und wie ein junger Mensch seinen Musikgeschmack entdeckt und entwickelt. Zwar entwickelt sich wie schon gesagt sehr früh eine gewisse Richtung, doch die erste richtige Lieblingsband oder der Lieblingsmusiker kommen meistens erst später. Eine Studie von TickPick zeigt, dass das statistisch erst mit 13 Jahren der Fall ist.

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