Mit Kindern ins Kino: Tipp für Eltern

Kino macht Spass und ist pure Unterhaltung. Doch ab wann dürfen Eltern ihre Kinder mit ins Kino nehmen? Worauf sollte bei der Filmauswahl geachtet werden und was sagt der Gesetzgeber? Damit der Kinobesuch für dich und dein Kind ein schönes Erlebnis wird, solltest du dir im Vorfeld Zeit nehmen, um die Filmauswahl zu treffen und dich gut zu informieren. 

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Ab welchem Alter darf ein Kind ins Kino?

Die ersten Begegnungen mit Filmen finden meistens in der Familie durch das Fernsehen statt. Ihr als Eltern lebt einen bestimmten Umgang mit den verschiedenen Medien vor, an denen sich die Kinder orientieren. 

Oft kann man beobachten, dass schon drei- oder vierjährige Kinder ins Kino gehen. Die meisten Kinder in diesem jungen Alter schaffen es aber nicht, eine Filmvorführung konzentriert zu Ende anzuschauen. Die meisten Vorschulkinder können einen Film mit einer Dauer von 1 - 2 Stunden nicht mitverfolgen, denn in diesem Alter beträgt die Aufmerksamkeitsspanne nur etwa 20 - 30 Minuten. Zwar schauen die Kleinen ganz gespannt auf die grosse Kinoleinwand, aber vor allem deshalb, weil die schnellen Bilder faszinierend wirken. Die riesige Sprachkulisse, die vielen Geräusche und die schnellen Bildfolgen überfordern die Kleinen aber völlig. Im Schulalter schaffen es die Kinder dann schon eher, einen Film konzentriert zu verfolgen.

Was sagt der Gesetzgeber?

Der Jugendschutz regelt eindeutig, ab wann mit dem Kind ein Kinobesuch möglich ist. Je nach Alter dürfen Jugendliche und Kinder nur zu bestimmten Zeiten das Kino besuchen. Dabei dürfen sie nur Filme sehen, die auch für die jeweilige Altersstufe freigegeben wurde.

  • Kinder unter 6 Jahren dürfen nur ins Kino, wenn einen sorgeberechtigte oder eine erziehungsbeauftragte Begleitperson dabei ist und der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben ist.
  • Kinder ab 6 Jahren dürfen sich nur dann einen Film im Kino anschauen, wenn dieser für die jeweilige Altersstufe freigegeben ist. Auch Informations- oder Lehrfilme dürfen angesehen werden.

Der erste Kinobesuch: So findest du für dein Kind den perfekten Film

Bei den FSK-Altersfreigaben handelt es sich lediglich um Richtwerte, an denen wir Eltern uns orientieren sollten. Diese Kennzeichnung soll verhindern, dass Kinder sich Filme ansehen, die deren Entwicklung und deren Erziehung zu einer gemeinschaftsfähigen Person beeinträchtigen können. Durch die Alterskennzeichnung erfolgt allerdings keine pädagogische Wertung bzw. Empfehlung.

Du solltest dir daher im Idealfall immer selbst ein Bild davon verschaffen, inwiefern sich ein Film für dein Kind eignet. Dazu kannst du beispielsweise einen Trailer anschauen und dir im Vorfeld die folgenden Fragen beantworten:

  1. An welchen Themengebieten ist mein Kind besonders interessiert?
  2. Zeigt der Film Inhalte, die mein Kind ängstigen könnten?
  3. Werden die Zuschauer emotional enorm stark angesprochen, etwa durch Hintergrundmusik und -geräusche?

Die Besonderheit eines Kinderfilms liegt darin, dass er seine Geschichte für Kinder und auf ihrer Augenhöhe erzählt. Kinder spielen meistens die Hauptrollen. Ein Kinderfilm lehnt sich an Erfahrungen, Wünsche und Interessen ebenso wie an Ängste und Sorgen von Kindern und berücksichtigt ihre sozialen, kogninitiven und emotionalen Fähigkeiten.

Kinobesuch: Was tun, wenn das Kind Angst hat?

Kino kann unter Umständen deinem Kind auch Angst machen: Der dunkle Kinosaal, die vielen Geräusche, die fremden Menschen... Dazu kommt, dass die Spanne der FSK-Altersfreigaben enorm gross ist. So waren etwa bestimmte Szenen in den Jugendbücher-Verfilmungen zu Harry Potter für viele Kinder zu gruselig und nicht unbedingt für jüngere Zuschauer gemacht. Die Einordnung der FSK-Altersfreigabe ist also lediglich als Untergrenze anzusehen.

Wichtig ist, bei furchteinflössenden Szenen das Kind im Kino zu begleiten und ein Gefühl von Nähe zu vermitteln, etwa durch Händedruck. Solltest du bemerken, dass sich dein Kind im Kino über einen längeren Zeitraum (+/- 15 Minuten) gruselt oder sehr unwohl fühlt, ist es besser, die Filmvorführung zu verlassen.

Verarbeitung der Filmgeschichte

Ist der Film dann zu Ende, lohnt es sich, gemeinsam den Film zu reflektieren, denn die Geschichte beschäftigt einen oft noch tagelang. Sprecht über die Gefühle, was noch passiert sein könnte und über bewegte Szenen.

 

Tipp: Bastle mit deinem Kind ein Daumenkino!

Mit einfachem Bastelmaterial kannst du gemeinsam mit deinem Kind spielerisch die Logik bewegter Bilder entdecken. Interessant: Das menschliche Auge kann nur bis zu 20 Einzelbilder pro Sekunde wahrnehmen. Danach sehen wir die Bildfolge als Bewegungsablauf. Dieser Effekt lässt sich sehr gut am Prinzip des Daumenkinos erfahren!

So bastelt ihr euer Daumenkino:

Zeichnet zusammen z.B. Strichmännchen oder andere Figuren in einen Notizblock. Auf den folgenden Seiten soll sich die Figur leicht von der ersten Seite unterscheiden - z.B. ein Arm leicht nach oben, die Beine verschoben, die Position etwas weiter rechts. Schnell durchgeblättert ergibt sich eine fliessende Bewegung – wie im Film!

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KOMMENTARE (1)



Was uns im Kino am meisten zu schaffen machte, war die Lautstärke. Und die mitgenommen "Ohrpax" passten/ störten unsere Kleine..

Mami |