Warum Kinder ständig Aufmerksamkeit verlangen

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Warum brauchen Kinder so viel Aufmerksamkeit? Sie sind wie kleine Vögelchen im Nest - wer am lautesten nach Futter schreit, der wird zuerst gefüttert. Doch auch, wenn dein Nachwuchs als Einzelkind aufwächst, ist deine Aufmerksamkeit eine wichtige Ressource. Sie kann sogar einen deutlichen Einfluss auf das Gelingen der Kindererziehung haben. Doch nicht jedes Kind braucht dieselbe Beachtung.

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Darum können Kinder so fordernd sein

Wenn ein Baby geboren wird, ist es völlig hilflos. Nur durch sein Schreien kann es dafür sorgen, dass seine Bedürfnisse gestillt werden. Es macht darauf aufmerksam, dass ihm etwas fehlt, je nach Temperament unterschiedlich stark oder laut. Die Aufmerksamkeit der Eltern bleibt eine lange Zeit die wichtigste Ressource im Leben des Kindes. Sie garantiert Nahrung, Bindung und Sicherheit. Es ist biologisch sinnvoll, dass Kinder stets um unsere Beachtung buhlen. Sie tun es nicht, um uns zu ärgern, sondern im evolutionären Sinne einfach, um zu überleben.

Der Einfluss der Aufmerksamkeit auf die Kindererziehung

Bekommt der Nachwuchs auf normalem Weg nicht die Beachtung, die nach seinem Empfinden nötig ist, um sich sicher zu fühlen, gibt er sich auch mit negativer Aufmerksamkeit zufrieden. Wenn Mama oder Papa auf die Suche nach Nähe oder andere, erprobte Strategien nicht reagieren, bringt das Kind sie eben zum Schimpfen. Das funktioniert oft deutlich einfacher, und schon steht es wieder im Fokus.

Kindern ist nicht bewusst, wie wertvoll sie uns sind und das wir sie über alles lieben. Sind wir einmal nicht für sie da, fühlen sie sich elementar bedroht.

Was ist die beste Form von Aufmerksamkeit für ein Kind?

Das Interessante ist, dass es auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort gibt. Jedes Kind ist ein Individuum und hat eine andere "Sprache der Liebe" - ebenso wie seine Eltern. Dadurch kann es passieren, dass das Kind stets unzufrieden bleibt, weil die Eltern ihm eine Art der Aufmerksamkeit geben, mit der es nicht so viel anfangen kann.

Diese verschiedenen Sprachen der Liebe sind zum Beispiel:

  • Körperkontakt: Viele Kinder brauchen einfach nur körperliche Nähe, dann fühlen sie sich sicher. Das kann ein Problem für Elternteile sein, die selbst diese Form der Aufmerksamkeit nicht von ihren Eltern bekommen haben oder generell körperlich distanzierter sind.

  • Positive Rückmeldung: Mit einem freundlichen Wort oder einer kleinen Geste fühlen sich diese Kinder bestätigt. Für sie ist es das Schlimmste, keine Rückmeldung zu bekommen.

  • Ungeteilte Zuwendung: Manches Kind braucht das Gefühl, stets im Mittelpunkt der Welt seiner Eltern zu stehen. Bezieht man es in sein Alltagsgeschehen ein, wann immer das möglich ist, fühlt es sich geliebt und sicher.

  • Kleine Geschenke: Manchen Kindern gibt es ein Gefühl der Geborgenheit, wenn sie kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten bekommen. Das muss nichts Teures sein, auch eine Kleinigkeit genügt. Auch kann es für sie wichtig sein, sie in Entscheidungen einzubeziehen. Hauptsache, man hat an sie gedacht.

Welche Sprache der Liebe wird bei euch gesprochen?

Dieses Wissen kann für dich selbst sehr wichtig sein. Auch du hast eine bestimmte Sprache der Liebe. Stimmt sie nicht mit der deines Partners überein, kann es zu Konflikten kommen. Wie ist es bei deinem kleinen Schatz? Hast du oft das Gefühl, er versteht nicht, wie sehr du es liebst? Treibt er dich manchmal zur Verzweiflung, weil sein schlechtes Benehmen dir das Gefühl vermittelt, deine Kindererziehung hat nicht funktioniert?

Finde heraus, welche Art von Aufmerksamkeit dein Kind braucht, indem du die verschiedenen Methoden ausprobierst und seine Reaktion beobachtest. Du wirst schnell feststellen, was es eigentlich braucht, und kannst ihm mit diesem Wissen viel schneller und leichter Sicherheit vermitteln.

Es kann sein, dass das Bedürfnis deines Kindes nicht mit deiner Sprache der Liebe zusammenpasst. Versuche trotzdem ganz bewusst, ihm die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben.

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