10 Wege, um Kinder ins Bett zu bringen

Einschlafen: Ohne Theater ins Bett © mashiki - stocks.adobe.com

Kinder finden abends oft nur schwer zur Ruhe und finden immer eine Ausrede, um das Zubettgehen hinauszuzögern. Gründe gibt es viele: Die vielen Eindrücke des Tages, schlechte Träume, Sorgen oder einfach nicht müde? Hier findest du TIpps zum Ausprobieren, damit das Zubettgehen hoffentlich leichter klappt.

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«Nein, das Heft kannst du morgen fertig ansehen, du musst jetzt schlafen!» «Wenn du weiterhin so rumzickst, kannst du ins Bett.», «Wenn du nichts isst, gehst du eben ohne Essen schlafen.», «Keine Geschichte mehr. Du hast so lange rumgetrödelt, ich habe jetzt keine Zeit mehr…»

Kennst du diese Situationen auch? Das Gutenacht-Ritual wird zur Geduldsprobe der Eltern und endet nicht selten mit Streit. Doch weshalb gestaltet sich das Zubettgehen oft derart mühsam?

Immer neue Ideen der Kinder, um nicht einschlafen zu müssen

Kinder haben viel Fantasie und wissen, wie sie den Schlaf hinauszögern und ihre Eltern um den Finger wickeln können. Sie haben dann noch mal Durst, müssen noch mal aufs Klo oder behaupten einfach, nicht zu müde zu sein. Oder aber sie haben wirklich etwas Erschreckendes erlebt, was für dich als Mutter oder Vater gar nicht so schlimm aussah und fürchten sich nun vor dem Einschlafen weil ihnen zum Beispiel Monster im Schlaf und Traum begegnen. Oder aber, dein Kind ist wirklich hellwach, obwohl es die beste Zeit zum Schlafen ist. Wenn du herausgefunden hast, warum dein Schatz nicht schlafen möchte, wird es einfacher, die Probleme zu lösen.

Tipps für eine gute Nacht

  • Oft setzen Eltern ihre Kleinen unbewusst unter Druck, wenn es ans Schlafen gehen soll. Vielleicht auch aus dem Grund, weil du dich bereits davor fürchtest, was kommt, wenn das Licht im Kinderzimmer ausgeschaltet wird. Alle Kinder, nicht nur deine, haben sehr feine Antennen wenn es darum geht, die Stimmung ihrer Eltern und der Umgebung wahrzunehmen. Bist du nervös oder gereizt, werden es die Kinder auch. Daher ist es wichtig, dass du als erstes die Ruhe und Gelassenheit bewahrst.
  • Beginne bereits eine Stunde vor der eigentlichen Schlafenszeit mit der Ruhe. So wird nun bereits der Fernseher oder die Spielkonsole ausgeschaltet und auch getobt wird nun nicht mehr.
  • Eventuell kannst du auch ausprobieren, das Nachtessen vorzuverlegen, weil das späte Essen den Kindern einfach vielleicht zu schwer im Magen liegt, um direkt schlafen zu können.
  • Kommuniziere klar und ruhig. Sorge dafür, dass sie dein Kind beim Zubettgehen wohlfühlt und positiv gestimmt ist.
  • Sorge für gute Gewohnheiten und einen gleichbleibenden abendlichen Ablauf. 
  • Besprich Probleme oder Belastendes nicht vor dem Einschlafen! (Ausser dein Kind möchte vor dem Einschlafen von selber darüber reden. Dann nimm dir auch die Zeit dafür, nach Lösungen zu suchen.)
  • Achte darauf, dass du das Thema "Einschlafen" nicht in einen negativen Zusammenhang bringst. Kinder sollten die Nachtruhe nicht als etwas betrachten, dass man tun MUSS, sondern tun DARF. So kannst du positive Sätze sagen, wie:
    Schlafen macht gross und stark, wusstest du das? Dein Hirn und dein Körper wachsen schneller als das von Erwachsenen. Deshalb brauchst du mehr Schlaf als wir. Und dein Körper lernt beim Schlafen sogar!
    Es ist wichtig, dass sich dein Körper nun erholen kann - dann bist du fit fürs Fussballspielen morgen!
    Jetzt wird's kuschelig weich - komm ins Bett, dort ist es gemütlich und warm. 

Eine ideale Schlafumgebung

Schaffe deinem Kind eine ruhige, abgedunkelte Schlafumgebung. Das Bett sollte ein Ort zum Wohlfühlen sein. Fernseher, Computer, Tablets oder Handys sollten sich nicht im gleichen Zimmer befinden, in dem die Kinder schlafen. 

Feste Rituale für den gesunden Schlaf

Rituale vor dem Zubettgehen sind ein unverzichtbarer Weg deinem Kind zu helfen, effektive Schlafgewohnheiten zu erlernen. Führe Aktivitäten ein, die dein Kind beruhigen und entspannen. Ein warmes Bad, eine Massage, Kraulen am Rücken oder eine Geschichte vorlesen. Auch ältere Kinder lieben es, wenn ihnen noch vorgelesen wird!

Wenn dein Kleinkind immer noch Durst nach dem Hinlegen hat, hilft eine Wasserflasche am Bett. Auch der Geruch von Mama oder Papa kann beruhigend wirken. Dann kannst du ein getragenes T-Shirt von dir als Kuscheldecke mit ins Bett geben. Ein Nachtlicht, das einfach in die Steckdose gesteckt wird, kann böse Geister vertreiben. Denn die Kleinen fürchten sich gerade dann, wenn das Licht plötzlich ausgeschaltet wird und das Zimmer von einer Sekunde zur anderen dunkel wird. Auch ein Dimmer am Lichtschalter kann hier helfen, das Licht langsam zu mildern, bis es ganz dunkel wird, wenn du siehst, dass das Kind eingeschlafen ist.

Vor dem Schlafen, bereits im Bett liegend kann das Kind auch durch eine ruhige und harmonische Geschichte, die du dir ausdenkst oder vorliest, auf andere Gedanken gebracht werden. Auch das gemeinsame Blättern in einem Bilderbuch kann entspannend wirken. Geht dein Kind bereits in die Schule und ist schon etwas grösser, dann darf es noch alleine ein Hörspiel anhören oder in einem Buch blättern, bis du ihm sagst, es soll das Licht ausmachen. Manche Kinder schlafen bei solchen Ritualen bereits während des Hörens oder Lesens ein.

Vertrauen schenken

Niemals solltest du das Weinen deines Kindes jetzt auf die leichte Schulter nehmen. Denn die Kleinsten sind noch nicht so weit im Denken, dass sie es hier mit Hinterlistigkeit versuchen wollen. Sie leiden darunter, wenn das Licht ausgeht, du den Raum verlässt und sie alleine lässt. Wird auch noch die Tür geschlossen, kann es zu Verlustängsten kommen. Daher solltest du immer zurückkehren, wenn du dein Kleines weinen hörst und erst wieder hinausgehen, wenn es sich beruhigt hat. Denn die Verlustängste von Kindern sind für diese nie unbegründet und sollten daher von den Eltern auch immer ernst genommen werden.

Erkläre deinem Kind z.B., was du nach dem Verlassen des Kinderzimmers tun wirst. Erwähne, dass du noch einmal hereinschast, wenn du z.B. fertig aufgeräumt hast. So versicherst du deinem Kind, dass es nicht alleine ist.

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