Entwickelt sich mein Kind normal?

Entwickelt sich mein Kind altersgemäss? Hat es ein gesundes Selbstbewusstsein und kann es sich auch mit anderen Kindern gut messen? Mit den Sorgen um das Wohl deines kleinen Lieblings beginnen meist gleichzeitig auch die ewigen Vergleiche mit anderen Kindern.

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Wenn Kinder in eine Schublade gesteckt werden

"Mein Sohn ist ein echter Wirbelwind, der täglich viel Action braucht und los plappert, sobald er am Morgen die Augen öffnet. Doch leider spricht er sehr schlecht und ist daher im Moment in logopädischer Behandlung. Mein Kleiner kann sich einfach schlecht konzentrieren und so hat die sprachliche Entwicklung erheblich darunter gelitten. Es scheint also eindeutig: Ein starker Bewegungsdrang gepaart mit Konzentrationsschwäche MUSS bedeuten, dass mein Kind an ADHS leidet!"

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Viele betroffene Eltern werden nach den obigen Zeilen nun sicherlich laut aufschreien, denn eine solche Diagnose stellt man nicht einfach mal so nebenbei. Dies würde kein Kinderarzt so praktizieren, doch als besorgte Eltern gelangt man einfach unheimlich schnell in einen Strudel aus Diagnosen und Urteilen. Plötzlich ist dann ein vollkommen normales Kind auch in den eigenen Augen auffällig oder "unnormal".

Ein Meer aus Beurteilungen

Wir vergleichen unsere Kinder gerne schon im Säuglingsalter und selbstverständlich gehen die Vergleiche dann auch im Kindergarten- und Grundschulalter weiter. Während der eine Knirps schon seinen eigenen Namen schreiben kann, beschäftigt sich der andere noch eher mit dem Zeichnen von Bildern. Dann fragen wir uns, warum nicht auch unser Nachwuchs schon die Buchstaben auf das Blatt Papier bekommt oder warum er sich noch nicht so schnell bewegen kann, wie andere Kinder in der Gruppe oder Klasse. Entwickelt sich mein Kind vielleicht zu langsam?

Natürlich sind solche Gedanken schwer zu ertragen, doch sie sind leider sehr weit verbreitet. Sie drehen sich dann meist nur darum, was das eigene Kind noch nicht kann und unbewusst setzen wir so Kinder unter Druck.

Viele Eltern vergleichen und bewerten scheinbare Mängel beim Kind - aber Gras wächst nun mal auch nicht schneller, wenn man daran zieht! Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und diese Zeit sollte jeder seinem Kind auch geben. Neben der Angst, es könne womöglich mit dem eigenen Kind was nicht stimmen, kann ein solcher defizitärer Blick weitere negative Folgen haben. Da Kinder die Verhaltensweisen von den Eltern lernen, kann es passieren, dass sich ein solch wertendes Vergleichen auch auf die Kinder überträgt.

Eltern sind verunsichert durch ständige Beurteilungen

Wird ein Kind durch sein Verhalten und durch den persönlichen Charakter einfach in eine Schublade gesteckt (sehr verschlossen, extrem aktiv, usw.), bekommen Eltern es schnell mit der Angst zu tun. Sie zweifeln an ihrer Erziehung und nicht selten an den Kompetenzen als Eltern. Es ist nicht nur ungemein anstrengend, sich dauernd Meinungen von anderen zum eigenen Kind einzuholen, sondern auch enorm ungesund für die Psyche.

Höre auf deine eigenen Gefühle

Eltern können sich normalerweise sehr gut auf ihre eigene Einschätzung verlassen und so solltest du auch an deine Erziehung glauben. Anstatt das Kind von anderen, vielleicht sogar fremden Personen in einzelnen Momenten beobachten und beurteilen zu lassen, womöglich noch in Momenten wo das Kind übermüdet oder anders bedrückt ist, sollten wir lieber auf unsere Fähigkeiten in der Erziehung vertrauen.

Schnell sehen Eltern ihre Kinder in einem falschen Blickwinkel. Sie sehen Verhaltensweise und verschiedene Dinge radikaler, als sie es in der Realität tatsächlich sind. Im Grunde bedeutet dies: Hältst du dein Kind für hyperaktiv, wirst du jede einzelne Bewegung genau analysieren. Sagt dir jemand, dein Kind sei verschlossen, betrachtest du plötzlich jeden Moment ohne Gesang und Geplapper als negativ. 

Fördere Schwächen entspannt und verstärke Positives

Statt dich mit den vermeintlichen Fehlern deines Kindes zu beschäftigen, solltest du deinen kleinen Liebling besser ganz entspannt betrachten. Jede Schwäche kann irgendwann auch zur Stärke werden und besonders im Kindesalter können kleine Probleme wunderbar in den Alltag eingebaut werden. Dein Kind ist toll so wie es ist - egal, was andere sagen!

 

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