Langeweile bei Kindern

Langeweile zuhause: Wie du den Alltag deiner Kinder spannend gestalten kannst © kostudio - AdobeStock.com

Bei Langeweile fühlt man sich lähmend lustlos und weiss nicht wohin mit sich, die Zeit geht nicht um und Unzufriedenheit macht sich breit. Gerade auch Kinder im Grundschulalter neigen dazu, irgendwann keine Lust mehr auf Spielsachen zu haben, die ihnen vor einigen Wochen noch Freude bereitet haben. Diese Lustlosigkeit kann verschiedene Gründe haben: Von Aufregung bis zu fehlender Beschäftigung ist alles dabei. Kinder erwarten sich in so einer Situation, dass die Erwachsenen ihnen aus diesem unangenehmen Gefühl heraushelfen.

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Warum sind Kinder so oft gelangweilt?

Die Unlust deines Kindes hat meist ganz banale Gründe. Wenn es in der Schule gewohnt ist, in den Pausen mit seinen Freunden zu spielen, kann das verregnete Wochenende schnell öde werden. Eltern können das Spielen mit den Freunden oft nicht kompensieren und verzweifeln an der Aufgabe, ihr Kind sinnvoll zu unterhalten.

Doch auch vor Ereignissen, die der Nachwuchs mit grosser Vorfreude erwartet, sind Kinder oft gelangweilt. Bekannte Beispiele sind der Geburtstag, Weihnachten oder die bevorstehende Fahrt ans Meer. Das hat den einfachen Grund, dass die Zeit bis dahin endlos scheint und das Kind nicht weiss, wie es sich beschäftigen soll.

Was kann ich gegen die Langeweile meines Kindes tun?

Jeder Erwachsene weiss: Die Lustlosigkeit geht vorbei. Kinder hingegen spüren nur die momentane Leere sowie Unzufriedenheit und erhoffen Erlösung von den Erwachsenen und suchen Unterhaltung. Neben Geschwistern wenden sie sich deshalb auch oft an die Eltern. Diese sollten aber nicht immer dem Kind die Aufmerksamkeit schenken, die er in diesem Moment zu erlangen versucht. So lernen die Sprösslinge sich selbst zu beschäftigen und dies fördert wiederum die Kreativität.

Allerdings kannst du als Elternteil dein Kind unterstützen, in dem du ihm 2-3 Vorschläge als Denkanstoss machst. Mit Kreide malen, Fantasie-Spiele wie das Bauen einer Kissen-Burg, Rollenspiele oder Verkleiden sind in solchen Fällen Dauerbrenner und bringen den Spass zurück. Die Schweizer Familien-Expertin Romina Brunner bestätigt, dass Fadheit die Entwicklung der Kinder fördert und wichtig für ihre Kreativität ist. Deshalb solltest du deinem Kind auch mal bewusst kein Dauer-Unterhaltungsprogramm bieten.

Wenn du ihm klar machst, dass die Langeweile vergeht, tröstet das dein Kind. Zeige Verständnis: "Ich merke, dir ist langweilig. Wie ich dich kenne, hast du bald eine gute Idee!" Dies stärkt das Selbstbewusstsein und die Selbstverantwortung deines Kindes. Dadurch wird es motiviert und wird auf eigene Faust fündig werden. Nur wenn dein Kind selbst lernt, mit der Situation der Eintönigkeit umzugehen, kann es in dieser Lage wachsen.

Was sollen wir als Eltern nicht machen?

Eltern, die ihre Knirpse durchgehend bespassen, tun ihnen nicht nur Gutes. So wird dein Sohn bzw. deine Tochter nicht lernen, sich mit der Langeweile auseinanderzusetzen. Kinder müssen lernen, wo seine wahren Interessen liegen und was seine Hobbys sind. Durch das Träumen und Fantasieren während des Spielens entfaltet sich bei den Kleinen eine enorme Kreativität.

Das "Parken" vor dem Fernseher, Tablet oder Smartphone ist ebenfalls unnötig. Auch wenn es dir ab und zu etwas Ruhe beschafft, sollte es für Kinder in jungen Jahren nicht zur Gewohnheit werden, da das eigene Denken und Fantasieren stark eingeschränkt werden. Hier findest du weitere Tipps um Umgang mit Medien.

Eine weitere Ursache der Langeweile kann das enorme Angebot an Spielsachen sein. Die Augen werden gross, wenn der nächste Katalog mit den neuesten Highlights der Spielzeugwelt durch die Tür geflattert kommt. In so einer Situation solltest du reflektieren, ob dein Kind nicht doch schon genügend Spielzeug hat. Oft sind die Kleinen vom massiven Angebot überfordert und wissen gar nicht, womit sie als Nächstes spielen sollen. Hier sind Ausflugsgutscheine, wie z.B. für ins Hallenbad, Kletter- oder Trampolinparks, Zoos oder gemeinsamen Kleider-Shoppingtag eine sinnvolle Alternative.

Viele Eltern achten auch darauf, dass ihr Kind keine Zeit für Langeweile hat: Reitkurs, musikalische Früherziehung oder Fussballverein dürfen bei vielen Familien am Nachmittag nicht fehlen. Einerseits sind solche Hobbys für Kinder wichtig, um ihre sozialen Kontakte zu fördern. Doch aufgrund der Tatsache, dass das Kind ein vollgepacktes Programm hat und dadurch immer beschäftigt ist, weiss er nicht, wie er mal mit einer langweiligen Situation umgehen soll.

Fazit
Jeder kennt das Gefühl von Langeweile. Doch Langeweile muss nichts Negatives sein, im Gegenteil: Ereignislose Situationen können Kinder dazu bringen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und sich mit ihrer Fantasie eine ganz neue Welt zu erschaffen. Unterstütze dein Kind darin und ermutige es, die freie Zeit sinnvoll zu nutzen. Kinder sind kreativer als man denken mag. Nicht selten entstehen aus den langweiligsten Situationen die besten Erlebnisse.

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